JA zu einer Seligsprechung von Erzbischof Dyba

Ein Kommentar von Norbert Zielke.
Erstellt von Felizitas KĂŒble am 27. August 2017 um 13:52 Uhr
St. Bonifatius

Ja, ich bin fĂŒr die Seligsprechung Johannes Dybas, damit auf Erden endlich nachvollzogen wird, was im Himmel bereits RealitĂ€t war. Dort ist Johannes Dyba nĂ€mlich schon heilig. Oder hegt jemand auch nur den geringsten Zweifel, dass Johannes jetzt mit den großen und kleinen Heiligen Tag fĂŒr Tag an einer gigantischen Tafel im Jenseits das Reich Gottes feiert?

Ich bin Johannes Dyba in Fulda als Journalist begegnet. Ein Kollege hatte mich zu ihm empfohlen in der Hoffnung, dass zwei Streitbare dann aufeinander losgehen. Einen Hinweis auf meine damalige kritische Haltung gegenĂŒber Dyba gibt die Intonation der Fragen meiner Interviews, die auch in dem Dyba-Buch „UnverschĂ€mt katholisch“ wiedergegeben sind. Zur Überraschung aller haben sich Johannes Dyba und Norbert Zielke ausgezeichnet verstanden.

Ich weiß, an welchem Ort Johannes Dyba Tag fĂŒr Tag gekniet hat, um zu unserem Gott und Heiland Jesus Christus zu beten. Ich begegnete dem Katholiken Johannes Dyba, der die globale Kirche proklamierte. FĂŒr ihn gab es innerhalb der Kirche keine AuslĂ€nder. Nach Dybas Tod habe ich zehn Jahre auf einem anderen Kontinent gelebt und sehe Deutschland nach meiner RĂŒckkehr kritisch. Es fehlen MĂ€nner wie Johannes Dyba, die mit der SchĂ€rfe von Pfefferschoten christliche Gesellschaftskritik ĂŒben und Orientierung geben.

Der nach wie vor vieltausendfach herbei gefĂŒhrte Tod von noch nicht geborenen Kindern wirft ein Licht auf die BrutalitĂ€t und Ignoranz, die in dieser Gesellschaft ĂŒblich sind. Üblich ist auch geblieben, dass man BrutalitĂ€t und Unmenschlichkeiten mit gutem Benehmen hinnehmen muss. Dyba ließ angesichts der unzĂ€hligen Abtreibungen die Glocken des Fuldaer Domes lĂ€uten. Das wurde ihm als schlechtes Benehmen ausgelegt. Was aber ist schlecht? Das Entfernen und Töten solch eines kleinen, unglaublich zerbrechlichen und sensiblen Lebens, das aus Gottes Hand kam? Oder das Anstimmen eines donnernden Protestes dagegen von den TĂŒrmen des Domes herab? Die Bequemlichkeiten und vordergrĂŒndigen VorzĂŒge des modernen Lebens waren fĂŒr Johannes Dyba nicht das Maß der Dinge.

Die gedankliche SchĂ€rfe Johannes Dybas fehlt im gesellschaftlichen Diskus. Sein „schlechtes“ Benehmen fehlt. Weitere Frage: Wie wĂŒrde er in der heutigen Situation den Islam theologisch werten? Dyba war unverschĂ€mt katholisch und kompromisslos katholisch. Damit lag er im Gegensatz zu allen Christen richtig, die die Ansicht vertreten, die Kirche beginne mit Luther vor etwa 500 Jahren. Nein, die Kirche beginnt auch fĂŒr uns Evangelische vor etwa 2000 Jahren. Luther hat nie eine protestantische Kirche gewollt.

Textquelle: Christliches Forum

Foto: St. Bonifatius – Bildquelle: Frank Schulenburg, CC

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