“Ja, aber wenn sie sich doch lieben…”

Katholische Kirche lehnt Segen für homosexuelle Beziehungen deutlich ab. Ein Kommentar von Martin D. Wind.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 16. März 2021 um 15:54 Uhr
Hochzeitsbank

Rom (kathnews/The Germanz). Das ist deutlich: Klarer kann man Traumtänzer kaum in die Realität zurückbringen, als das die Glaubenskongregation gerade mit dem sogenannten deutschen „Synodalen Weg“ macht. Wie mit einem schwungvollen Wink mit dem Scheunentor hat man aus Rom den lehramtswidrigen Forderungen bezüglich der Segnung homosexueller Beziehungen eine Absage erteilt.

Das trifft keineswegs nur die „progressiven“ Teilnehmer am sogenannten „Synodalen Weg“ aus den Laienverbänden der Amtskirchenstruktur, sondern – aus Sicht praktizierender Katholiken von der Basis leider – auch von Rom bestätigte Posteninhaber im (Erz)Bischofsamt. Die kokettierten in jüngster Zeit sehr unsubtil mit der Segnung des – nach gültiger Lehre – sündigen Handelns: Homosexuelle haben keinen Anspruch auf und die Kirche keine Vollmacht zum Segen für eine wie auch immer geartete Beziehung.

Weder sie noch ihre Fürsprecher können diesen Segen für ihr Verhalten, Handeln und Verhältnis „einfordern“ noch „erwarten“. Gerne jederzeit für sich individuell als einzelner Mensch. Aber nicht für das weltliche Ausleben einer, nach christlicher Lehre, Sünde und deren Niederschlag in einer sündhaften Beziehung.

Alle Bemühungen, die Sünde durch einen kirchlichen Segen zu „heilen“, sind damit obsolet, mögen die Gremienaktivisten der deutschen Kirche auch noch so hartnäckig weiter gegen diese Wahrheit der Kirche anrennen wollen. Die Kirche würde sich abschaffen, würde sie einem – aus ihrer Sicht – sündigen Verhalten einen „Segen erteilen“. Dann wäre ein weiterer Tiefpunkt des sich selbst noch Ernstnehmens erreicht: „Ja aber wenn sie sich doch lieben“. Mit diesem kolportierten Begründungsschema könnte man auch Ehebruch oder auch sexuelle Handlungen an noch nicht reifen Menschen goutieren. Um es mal für „weltliche“ und „säkulare“ Mitmenschen verständlich zu formulieren: Es wäre ähnlich unglaubwürdig, wenn Mercedes künftig nicht mehr mit Stern sondern mit BMW-Emblem ausgeliefert würde, wenn in der Fußballmannschaft plötzlich Handballer auflaufen würden „weil sie doch Ball spielen wollten“ oder wenn ein veganer Bioladen Schweinenacken aus konventioneller Mast anböte.

Der Segen zu diesem Schreiben der Glaubenskongregation kommt von ganz oben: Papst Franziskus selbst hat diese Antwort abgesegnet.

Wer nun meint, diese Haltung hätte einen negativen Einfluss auf den Umgang römisch-katholischer Christen mit homosexuell empfindenden Mitmenschen, dem muss die Kirche deutlich machen, dass im Katechismus der Kirche herausgehoben wird, dass es solche Ablehnung wegen einer sexuellen Orientierung laut der Lehre nicht geben darf. Man muss nicht so weit gehen wie ein Redakteur und „Vatikan-Experte“ des Bayerischen Rundfunks, Tillmann Kleinjung, der im Oktober 2020 freudig verkündete, Papst Franziskus anerkenne homosexuelle Beziehungen als „gelebte Nächstenliebe“. Es genügt, den bisher geltenden Forderungen des Katechismus Folge zu leisten, um selbst den Anforderungen einer säkularen Gesellschaft gerecht zu werden und Toleranz und Nächstenliebe zu üben.

Bischof Oster von Passau drückt das so aus: „… Papst Franziskus hat aber immer wieder herausgestellt, dass ein solches Festhalten an bisher geltender Position zugleich bedeuten muss, mit größerer Aufmerksamkeit alle Menschen unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Orientierung in ihrer Würde zu achten, sie anzunehmen und immer neu einzuladen in die Gemeinschaft der Kirche und auf den Weg des Glaubens. (…) Gleichzeitig geben die Heilige Schrift, die Überlieferung und das römische Lehramt den Gläubigen und der ganzen Kirche den Auftrag, Ehe und Familie in besonderer Weise zu schützen und zu unterstützen. Die christliche Ehe ist hingeordnet auf die gegenseitige Liebe, auf gemeinsame Kinder und ist damit in besonderer Weise Schule des Lebens, der Liebe und des Glaubens. Die Familie hat insbesondere bei getauften und gläubigen Eltern die Berufung, „Kirche im Kleinen“ zu sein.

Aus ihrer biblischen Tradition ist die Kirche daher der Überzeugung, dass auf der Verbindung von Mann und Frau ein besonderer Segen Gottes liegt, der sich im Sakrament der Ehe entfaltet.“

Da bleiben keine Fragen offen. Jetzt muss noch abgewartet werden, wie die offizielle Verlautbarung seitens der Protagonisten des „Synodalen Wegs“ lauten wird. Ob man wohl wieder eine „Ermutigung des Papstes im Fortschreiten auf dem eigeschlagenen Weg“ erkennen wird? Immerhin hat der Präsident des „Zentralkomitees der Deutschen Katholiken“ („ZDK“), Thomas Sternberg, im Nachgang zu einem Brief des Papstes im Juni 2019 gemeinsam mit dem Erzbischof von München, Reinhardt Marx, schon mal vorgegeben, genau das erkennen zu können. Viele Menschen, die den damaligen Brief sinnerfassend gelesen haben, sind aber bis heute davon überzeugt, dass Papst Franziskus den Deutschen ins Stammbuch geschrieben hatte, dass er nichts gegen die Gesprächsrunden habe, solange sie im Rahmen der Lehre der Kirche blieben und sich an der Neuevangelisierung der Glaubenswüste Deutschland orientierten.

Foto: Hochzeitsbank – Bildquelle: Alexander Hauk / www.bayern-nachrichten.de

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung