Ist sogar die sozialistische Zeitung „Jungle World” fairer als die linke Mainstreampresse?

Die Leiterin des Christoferuswerks Felizitas Küble zur kreuz.net-Debatte.
Erstellt von Felizitas Küble am 10. Dezember 2012 um 16:26 Uhr
Kreuzigung Christi - Glaskunst

In der sogenannten „Qualitätspresse”, wozu sich auch „Spiegel” und „Süddeutsche Zeitung” gerne rechnen lassen, geht es mittlerweile vielfach unsachlicher und unfairer zu als zB. in einer ultralinken Zeitung wie der „Jungle World”, die bereits am 1. November 2012 ein Kurz-Interview mit Matthias Kopp, dem Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, veröffentlicht hat. Die sozialistische Tageszeitung gab ihm so die Chance, auf öffentliche Vorwürfe zu reagieren bzw. einige Stühle geradezurücken. Dabei ging es um die kirchliche Position hinsichtlich des anonymen Schmuddelportals „kreuz.net”, das derzeit offline ist.

Redakteur Markus Ströhlein stellte dem kath. Pressesprecher u.a. folgende Frage: „Unternimmt die katholische Kirche nun eigene Schritte, um zur Klärung der Vorwürfe beizutragen und die Betreiber von kreuz.net zu ermitteln?” Kopps Antwort: „Lange vor der Kampagne und dem Spiegel sind wir bereits tätig geworden. Es ist nicht so, dass wir erst tätig werden, weil sich eine Kampagne entwickelt hat. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich bereits 2009 in aller Deutlichkeit von kreuz.net distanziert. Im Frühjahr dieses Jahres sind juristische Maßnahmen eingeleitet worden. Das heißt: Wir sind bereits länger dran, als allgemein in der Öffentlichkeit von außen dargestellt wird.”

Tatsächlich hat sich die deutsche Bischofskonferenz bereits Anfang Februar 2009 klar gegen „kreuz.net” geäußert. Das katholische Nachrichtenportal „kath.net” berichtete dies am 9. Februar 2009 mit dem Artikel: „Kirche distanziert sich von einer rechtsextremen Internetseite.” Zu einem Zeitpunkt wohlgemerkt, als dieses Thema in den – diesbezüglich jetzt so arrogant auftretenden – Mainstream-Medien kaum eine Rolle spielte, übrigens auch nicht im Fernsehen. Ein Redakteur des öffentlich-rechtlichen TVs (Abteilung Politmagazine) hatte n a c h der Distanzierung der Bischofskonferenz von Kreuz.net im Frühjahr 2009 Kontakt mit mir aufgenommen und plante eine kritische Sendung über „kreuz.net”, wozu ich ihm etliche Infos und Belege lieferte, vor allem hinsichtlich judenfeindlicher Engleisungen dieser Webseite.

Einige Zeit später schrieb der Journalist mir allerdings eher kleinlaut, die Sendeleitung wünsche nun doch keine Reportage hierzu – mit der Begründung, solch ein Bericht würde das bislang unbedeutende kreuz.net erst recht bekanntmachen und so indirekt aufwerten… Da sich die Deutsche Bischofskonferenz also Anfang Februar 2009 deutlich gegen „kreuz.net” aussprach, stellt sich nun die Frage: Wo waren denn in der Zeit d a v o r (also etwa im Jahre 2007 oder 2008) die kritischen Artikel von „Spiegel” und „Süddeutscher Zeitung” gegen das Radauportal kreuz.net? – Das hätten wir doch gerne gewußt!

Die Falschbehauptung der “Süddeutschen Zeitung”

Am Sonntag (9.12.) behauptete die „Süddeutsche Zeitung”(-online) in ihrem jüngsten Anti-kreuz.net-Artikel in bezug auf den Zeitpunkt Januar 2009 großspurig Folgendes: „kreuz.net stand damals längst im Visier der Medien.” Dies ist völlig unzutreffend. Die SZ möge bittschön anhand ihres eigenen Archivs beweisen: Welcher Artikel darf es denn in den Jahren vor 2009 gewesen sein? Warum verlinkt das linke Kampagnenblatt nicht zu einem einzigen Eigen-Beleg? Weil es ihn nicht gibt? Wo sind die damaligen Anti-kreuznet-Beiträge der sonstigen Jagdgesellschaft? – Wie lauteten die Schlagzeilen des jetzt so vollmundigen „Spiegel” denn seinerzeit? – Schweigen im Blätterwalde!

Zurück zum Interview der Zeitung „Jungle World” mit Kirchensprecher Kopp. Eine weitere Frage der sozialistischen Zeitung bezieht sich auf die gemeinsame Stoppt-kreuz.net-Aktion des „schwulen Theologen” Dr. David Berger und des pornografischen Gmünder-Verlags; sie lautet: „Die Kampagne »Stoppt kreuz.net« hat der Bischofskonferenz eine Zusammenarbeit angeboten, um die Verantwortlichen von kreuz.net zu ermitteln. Weshalb sind Sie bislang nicht auf dieses Angebot eingegangen?” Kopps Antwort: „Die Kampagne hat bisher nur einen Offenen Brief geschrieben. Auf Offene Briefe reagieren wir grundsätzlich nicht. Wir sind bereits tätig – und zwar längst vor der Kampagne.”

Foto: Kreuzigung Christi (Glaskunst ) – Bildquelle: Andreas Gehrmann