Im Zentrum steht die geistliche Kommunion

Hinweise fĂĽr die rechte Vorbereitung und Mitfeier von heiligen Messen in Fernsehen, Radio und im Internet. Von Gero P. Weishaupt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 9. April 2020 um 12:53 Uhr
Kelch

Die meisten Gläubigen werden in der kommenden Zeit keine Gottesdienste in den Kirchen besuchen können. Die sakramentale Begegnung mit Christus in der heiligen Eucharistie, in der heiligen Messe, ist nicht möglich. Gerade an den Kar- und Ostertagen ist es für gläubige Katholiken schmerzhaft, dem Herrn nicht sakramental begegnen und ihn nicht in der heiligen Kommunion empfangen zu können.

Doch ermöglichen die modernen Medien eine Mitfeier auf Abstand. In ihrem Zentrum steht die geistliche Kommunion. Damit die liturgischen Feiern für die Gläubigen zuhause vor dem Bildschirm, dem Radiogerät oder dem Computer so gut wie möglich geistlich fruchtbar  werden, sollen die Gläubigen nachfolgende Hinweise zur Vorbereitung auf die Messfeiern und zur andächtigen Mitfeier beachten.

Vor der Messfeier

 

  • Jeder sollte sich fĂĽnf bis zehn Minuten vor Beginn der Ăśbertragung des Gottesdienstes Zeit zur Vorbereitung nehmen durch stilles oder – wenn mit mehreren Personen der Gottesdienst mitgefeiert wird – gemeinsames Gebet. Das vorbereitende Gebet zielt auf die Opfergesinnung, mit der sich Priester und Gläubige – freilich auf je eigene Weise – in und mit Christus dem Vater in der Messfeier darbringen sollen.
  • Sofern die Texte zur VerfĂĽgung stehen, sollten sowohl die biblischen Texte des jeweiligen Tages als auch die Gebete, die während der Messfeier gebetet werden, vorab meditierend gelesen werden. Wer keinen Schott besitzt, kann die liturgischen Texte finden auf: https://www.erzabtei-beuron.de/schott
  • Stellen Sie in der Nähe des Fernsehgerätes, des Radios oder des Computers ein Kreuz mit einer Kerze. So schaffen Sie zuhause eine geziemende Gebetsatmosphäre.
  • Schalten Sie vor Beginn des Gottesdienstes das Telefon und das Handy ab, damit Sie nicht in der Andacht und an der Messfeier gestört werden.
  • Hilfreich sind auch passende Kleidung. Gerade am Sonntag und an Feiertagen.

Während der Messfeier

 

  • Beachten Sie während der Feier die entsprechenden verschiedenen liturgischen Körperhaltung. Eine Messe ist kein TV-Spielfilm oder TheaterstĂĽck. Stehen Sie, wenn das liturgisch vorgesehen ist: beim Einzug des Priester bis zum Wortgottesdienst. Während des Wortgottesdiensten sitzen Sie bei den Lesungen, beim Evangelium stehen Sie. Knien Sie auch zuhause, wenn das eucharistische Gebet beginnt, auf jeden Fall aber bei der Wandlung. NatĂĽrlich nur, wenn das aus gesundheitlichen GrĂĽnden oder aus AltersgrĂĽnden fĂĽr Sie nicht unmöglich ist.
  • Singen und beten Sie laut mit, wo dies in der Messfeier vorgesehen ist.
  • Wenn der Priester kommuniziert, ist der Augenblick da fĂĽr die geistliche Kommunion. Wenn möglich, sollten  Sie dabei knien. Die geistliche Kommunion ist nach der Wandlung der wichtigste Augenblick fĂĽr alle, die den eucharistischen Herrn nun nicht in den sakramentalen Gestalten empfangen können. Durch die geistliche Kommunion, d. h. das sehnsĂĽchtige Verlangen nach dem Herrn, wenden Sie sich ihm im Herzen zu. Die geistliche Kommunion zielt auf die gnadenhafte Gemeinschaft (Kommunion) mit dem Herrn.

Nach der Messfeier

 

  • Nach der Messfeier sollten Sie den Fernseher, das Radio und den Computer ausschalten. Nutzen Sie die Zeit der Stille fĂĽr ein Dankgebet. In der Danksagung geht es darum, sich in Erinnerung zu rufen, was sie gefeiert haben, und Gott freudig zu preisen wegen der Gnade des eucharistischen Opfers.

Foto: Kelch – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews