Homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus

Evangelisch-Lutherische Kirche beschließt rechtliche Gleichstellung von schwulen Pastoren.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 28. Februar 2014 um 22:23 Uhr
Strandpromenade, Travemünde

Lübeck-Travemünde (kathnews/KNA). Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland will gleichgeschlechtlichen Paaren das Leben im Pfarrhaus ermöglichen. Die Landessynode (Kirchenparlament) beschloss am Freitag in Lübeck-Travemünde in erster Lesung ein Ergänzungsgesetz zum Pfarrerdienstrecht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die zweite, abschließende Lesung des Kirchengesetzes soll am Samstag stattfinden. Es stellt die in eingetragenen, homosexuellen Lebenspartnerschaften lebenden Pastoren rechtlich heterosexuellen Paaren gleich. Damit gilt auch, dass der Lebenspartner oder die Lebenspartnerin evangelisch sein sollte, wenigstens aber einer Kirche angehören muss. Ebenso müssen nach dem Gesetz wesentliche Änderungen des Personenstands, etwa eine Scheidung, der Kirche angezeigt werden.

„Wichtig ist, dass definiert wird, was das Zusammenleben im Pfarrhaus ausmacht“, sagte Propst Karl-Heinrich Melzer, der auch Mitglied der Kirchenleitung der Nordkirche ist. „Dazu zählen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung.“ Mit dem Gesetz würden gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus einer rechtlichen Grauzone geholt. Die Synode der Nordkirche war am Freitag eröffnet worden. Die 156 Synodalen tagen bis Samstag. Vorgesehen sind Gremienwahlen sowie die Diskussion über ein einheitliches Pfarrdienstrecht in der 2012 aus den ehemaligen Landeskirchen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern zusammengeschlossenen Nordkirche. Für Samstag ist ein Bericht der Bischöfin für den Sprengel Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, zum Thema Missbrauch in der Institution Kirche vorgesehen. Die Nordkirche ist mit rund 2,25 Millionen Mitgliedern die fünftgrößte evangelische Landeskirche in Deutschland.

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Foto: Strandpromenade, Lübeck-Travemünde – Bildquelle: Kathnews