„Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“

Papst Franziskus ruft außerordentliches Jubiläumsjahr aus.
Erstellt von Radio Vatikan am 14. März 2015 um 09:27 Uhr
Heiligstes Herz Jesu

Vatikan (kathnews/RV). „Ich habe entschieden, ein außerordentliches Jubiläumsjahr auszurufen, in dem es um die Barmherzigkeit Gottes gehen wird. Es wird ein „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ sein. Wir wollen es im Licht der Worte Jesu leben: „Seid barmherzig wie der Vater“ (Lk 6:36).“ Mit diesen Worten kündigte Papst Franziskus an diesem Freitag den Beginn eines außerordentlichen Heiligen Jahres an. Er predigte anlässlich des Bußgottesdienstes, der in der Petersbasilika anlässlich der Initiative „24 Stunden für den Herrn“ stattfand. In dieser Predigt erläuterte er die Barmherzigkeit Gottes anhand der Evangeliums-Lesung, die von der Sünderin berichtet, die Jesus die Füße wäscht. Die in Jesus sichtbar gewordene göttliche Barmherzigkeit sei der Auftrag der Kirche, so der Papst, und so begründete er auch die Einberufung des Heiligen Jahres: „Ich habe darüber nachgedacht, wie die Kirche noch mehr ihren Auftrag, Zeugin der Nächstenliebe zu sein, erfüllen kann. Es ist ein Weg, der mit einer geistlichen Bekehrung beginnt.“

Die Sünderin des Evangeliums sei von der Liebe Gottes berührt worden und habe sich deswegen getraut, sich Jesus zu nähern, so der Papst. „Ihre Tränen der Reue und der Freude waschen die Füße des Meisters, und ihre Haare trocknen sie in Dankbarkeit; die Küsse sind Ausdruck ihrer reinen Zuneigung; und die reichhaltig ausgegossene wohlriechende Salbe bezeugt, wie kostbar er in ihren Augen ist. Jede Geste dieser Frau spricht von Liebe und drückt ihre Sehnsucht aus, eine unerschütterliche Sicherheit in ihrem Leben zu haben: dass ihr vergeben ist. Und Jesus gibt ihr diese Sicherheit: Sie annehmend zeigt er ihr die Liebe Gottes für sie, ganz allein für sie!“ Der Papst sprach von der echten Begegnung, die zwischen der Sünderin und Jesu stattgefunden habe. Sie habe ihn wirklich erkannt. Dem Pharisäer Simon, in dessen Haus die Episode stattfindet, sei das nicht gelungen, so Papst Franziskus weiter. „Er verbleibt fest auf der Schwelle seiner Förmlichkeit. Er ist nicht fähig, den nächsten Schritt zu tun und zur Begegnung mit Jesus zu gelangen, der ihm die Erlösung bringt.“ Simon habe Jesus zwar zum Essen eingeladen, aber nicht wirklich aufgenommen, er bleibe an der Oberfläche.

Christen seien berufen, über diese Oberfläche hinaus zu schauen, schloss der Papst aus der Erzählung für das Leben der Kirche. „Niemand ist von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen; alle kennen den Weg, um sie zu betreten und die Kirche ist das Haus, das alle aufnimmt und niemanden zurückweist. Ihre Tore sind weit offen, so dass alle, die von der Gnade berührt sind, die Sicherheit der Vergebung finden können. So groß die Sünden sein mögen, größer ist die Liebe der Kirche für diejenigen, die sich Bekehren.“ Diesen Gedanken will Papst Franziskus dann mit dem Beginn des Heiligen Jahres am 8. Dezember besonders in den Blick nehmen.

Foto: Heiligstes Herz Jesu – Bildquelle: Kathnews

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