Heilige Schrift und Glaube der Kirche

Der Glaube der Kirche geht im Kontext der Liturgie von selbst aus der Heiligen Schrift hervor. „Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Beispiel fĂŒr die Einheit der ganzen Schrift, fĂŒr die lebendige Überlieferung der Gesamtkirche und die Analogie des Glaubens (Homiletisches Direktorium, Nr. 23). Er hilft Priestern und GlĂ€ubigen, „das Wort Gottes, den Glauben der Kirche, die moralischen Forderungen des Evangeliums und (die) persönliche und die liturgische SpiritualitĂ€t im Zusammenhang zu sehen“ (Homiletisches Direktorium, Anhang).
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 1. April 2016 um 20:08 Uhr
Bildquelle: Sarto-Verlag

Es folgen die Texte des Katechismus der Katholischen Kirche zu den Lesungen des zweiten Ostersonntages (Oktavtag von Ostern) in der sog. ordentlichen Form des  Römischen Ritus (Zusammenstellung: Gero P. Weishaupt. Quelle: Homiletisches Direktorium der Kongregation fĂŒr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung).

Lesungen in der heiligen Messe

Apg 5, 12-16

Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn gefĂŒhrt, Scharen von MĂ€nnern und Frauen.

Offb 1, 9-11a.12-13.17-19

Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit

Joh 20, 19-31

Acht Tage darauf kam Jesus und trat in ihre Mitte.

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

Erscheinungen des Auferstandenen

448 In den Berichten der Evangelien nennen Menschen, die sich an Jesus wenden, ihn sehr oft ,,Herr“. In dieser Betitelung Ă€ußern sich die Hochachtung und das Vertrauen derer, die sich Jesus nahen und von ihm Hilfe und Heilung erwarten [Vgl. z. B. Mt 8,2;14,30; 15,22.]. Wenn vom Heiligen Geist eingegeben, spricht aus dieser Anrede die Erkenntnis des göttlichen Mysteriums Jesu [Vgl. Lk 1,43; 2,11.]. In der Begegnung mit dem auferweckten Jesus wird sie zur Anbetung: ,,Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28). ,,Herr“ erhĂ€lt dann einen Klang von Liebe und Zuneigung, der in der christlichen Tradition immer mitschwingen wird: ,,Es ist der Herr!“ (Joh 21,7).
641 Die Ersten, die dem Auferstandenen begegneten [Vgl. Mt 28,9-10; Joh 20, 11-18.], waren Maria von Magdala und die heiligen Frauen, die zum Grabe kamen, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren [Vgl. Mk 16,1; Lk 24,1.], der am Karfreitagabend, weil der Sabbat anbrach, hastig bestattet worden war [Vgl. Job 19, 31.42.]. So waren Frauen selbst fĂŒr die Apostel [Vgl. Lk 24, 9-10.] die ersten Botinnen der Auferstehung Christi. Danach erschien Jesus den Aposteln, zuerst dem Petrus, dann den Zwölfen [Vgl. 1 Kor 15,5.]. Petrus, der den Auftrag erhalten hat, den Glauben seiner BrĂŒder zu stĂ€rken [Vgl. Lk 22,31-32.], erblickt also den Auferstandenen vor diesen, und auf sein Zeugnis hin ruft die Gemeinschaft aus: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen“ (Lk 24,34).
642 Alles, was in diesen Ostertagen geschah, stellte die Apostel – und ganz besonders Petrus – in den Dienst am Aufbau der neuen Ära, die am Ostermorgen anbrach. Als Zeugen des Auferstandenen bleiben sie die Grundsteine seiner Kirche. Der Glaube der ersten Glaubensgemeinde grĂŒndet auf dem Zeugnis konkreter Menschen, die den Christen bekannt waren und von denen die meisten noch unter ihnen lebten. Diese „Zeugen der Auferstehung“ Christi [Vgl. Apg 1,22.] sind vor allem Petrus und die Zwölf, aber nicht nur sie: Paulus spricht klar von mehr als fĂŒnfhundert Personen, denen Jesus gleichzeitig erschienen ist; er erschien auch dem Jakobus und allen Aposteln [Vgl. 1 Kor 15,4-8.].
643 Angesichts dieser Zeugnisse ist es unmöglich, die Auferstehung als etwas zu interpretieren, das nicht der physischen Ordnung angehört, und sie nicht als ein geschichtliches Faktum anzuerkennen. Aus den Ereignissen ergibt sich, daß der Glaube der JĂŒnger die ĂŒberaus harte PrĂŒfung des Leidens und des Kreuzestodes ihres Meisters durchmachen mußte, die dieser vorausgesagt hatte [Vgl. Lk 22,31-32.]. Die JĂŒnger (jedenfalls einige von ihnen) waren durch die Passion so sehr erschĂŒttert worden, daß sie der Kunde von der Auferstehung nicht ohne weiteres Glauben schenkten. Die Evangelien zeigen uns keineswegs eine mystisch hingerissene Gemeinde, sondern JĂŒnger, die niedergeschlagen (,‚trĂŒbe dreinblickend“: Lk 24,17) und erschrocken [Vgl. Job 20,19.] waren. Darum schenkten sie den heiligen Frauen, die vom Grabe zurĂŒckkehrten, keinen Glauben und „hielten das alles fĂŒr GeschwĂ€tz“ (Lk 24, 11) [Vgl. Mk 16,11.13.]. Als Jesus sich am Osterabend den Elfen zeigte, „tadelte er ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten“ (Mk 16,14).
644 Sogar angesichts des auferstandenen Jesus selbst zweifeln die JĂŒnger noch [Vgl. Lk 24,38.], da ihnen die Sache so unmöglich erscheint: Sie meinen, ein Gespenst zu sehen [Vgl. Lk 24,39.].,, Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben“ (Lk 24,41). Thomas wird die gleiche PrĂŒfung des Zweifels durchmachen [Vgl. Job 20,24-27.], und noch bei der letzten Erscheinung in GalilĂ€a, von der MatthĂ€us berichtet, hatten einige „Zweifel“ (Mt 28,17). Darum lĂ€ĂŸt sich die Hypothese, daß die Auferstehung ein „Erzeugnis“ des Glaubens (oder der LeichtglĂ€ubigkeit) der Apostel gewesen sei, nicht halten. Ganz im Gegenteil, ihr Glaube an die Auferstehung – unter dem Wirken der göttlichen Gnade – ist aus der unmittelbaren Erfahrung der Wirklichkeit des auferstandenen Christus selbst hervorgegangen.
645 Der auferstandene Jesus tritt mit seinen JĂŒngern in direkte Beziehung: er lĂ€ĂŸt sich berĂŒhren [Vgl. Lk 24,39; Joh 20,27.] und ißt mit ihnen [Vgl. Lk 24,30.41-43;Joh 21,9.13-15.]. Er fordert sie auf, festzustellen, daß er kein Gespenst ist [Vgl. Lk 24,39.], vor allem aber, daß der auferstandene Leib, in dem er vor ihnen steht, wirklich der gleiche ist, der gequĂ€lt und gekreuzigt worden ist, weil er noch die Spuren des Leidens trĂ€gt [Vgl. Lk 24,40;Joh 20,20.27.]. Dieser echte und wirkliche Leib besitzt jedoch zugleich die neuen Eigenschaften eines verherrlichten Leibes: Jesus ist nicht mehr an Ort und Zeit gebunden, sondern kann nach Belieben da sein, wo und wann er will [Vgl. Mt 28,9.16-17; Lk 24,15.36; Joh 20,14.19.26; 21,4]. Seine Menschennatur kann nicht mehr auf der Erde zurĂŒckgehalten werden und gehört nur noch dem göttlichen Bereich des Vaters an [Vgl. Joh 20,17.]. Aus diesem Grund steht es dem auferstandenen Jesus auch völlig frei, so zu erscheinen, wie er will: in der Gestalt eines GĂ€rtners [Vgl. Joh 20,14-15.] oder „in einer anderen Gestalt“ (Mk 16,12) als der, die den JĂŒngern vertraut war. Dadurch sollte ihr Glaube geweckt werden [Vgl. Joh 20,14.16; 21,4.7.].
646 Die Auferstehung Jesu war nicht eine RĂŒckkehr in das irdische Leben, wie das bei den Auferweckungen der Fall war, die er vor Ostern gewirkt hatte: des Töchterchens des JaĂŻrus, des jungen Mannes von NaĂŻn und des Lazarus. Diese Taten waren wunderbare Ereignisse, aber die Menschen, an denen das Wunder geschah, kehrten durch die Macht Jesu in das gewöhnliche, irdische Leben zurĂŒck. Zu bestimmter Zeit mußten sie aufs neue sterben. Die Auferstehung Christi ist wesentlich anders. Er geht in seinem auferweckten Leib aus dem Totsein in ein anderes Leben ĂŒber, jenseits von Zeit und Raum. Der Leib Jesu wird bei der Auferstehung von der Macht des Heiligen Geistes erfĂŒllt; er hat in seinem verherrlichten Zustand am göttlichen Leben teil, so daß der hl. Paulus Christus als den „Himmlischen“ bezeichnen kann [Vgl. 1 Kor 15,35-50.].
Die heiligende Gegenwart des Auferstandenen in der Liturgie
1084 Christus, der „zur Rechten des Vaters sitzt“ und den Heiligen Geist in seinem Leib, der Kirche, ausbreitet, handelt jetzt durch die Sakramente, die er zur Mitteilung seiner Gnade eingesetzt hat. Die Sakramente sind durch die Sinne wahrnehmbare Zeichen (Worte und Handlungen), die unserer Menschennatur zugĂ€nglich sind. Kraft des Wirkens Christi und des Waltens des Heiligen Geistes bewirken sie die Gnade, die sie bezeichnen.

1085 In der Liturgie der Kirche bezeichnet und verwirklicht Christus vor allem sein Pascha-Mysterium. WĂ€hrend seines Erdenlebens kĂŒndigte Jesus durch sein Lehren das Pascha-Mysterium an und nahm es in seinen Taten vorweg. Als dann seine Stunde gekommen war [Vgl. Joh 13,1;17,1], durchlebte er das einzige Ereignis der Geschichte, das nicht vergeht: Jesus stirbt „ein fĂŒr allemal“ (Röm 6,10; Hebr 7,27; 9,12), wird begraben, ersteht von den Toten und sitzt zur Rechten des Vaters. Dieses tatsĂ€chliche Ereignis, welches sich in unserer Geschichte ereignet hat, ist ganz und gar einmalig: Alle anderen Ereignisse geschehen einmal, dann gehen sie vorĂŒber, versinken in der Vergangenheit. Das Pascha-Mysterium Christi hingegen kann nicht in der Vergangenheit bleiben, denn durch seinen Tod hat er den Tod besiegt. Alles, was Christus ist, und alles, was er fĂŒr alle Menschen getan und gelitten hat, nimmt an der Ewigkeit Gottes teil, steht somit ĂŒber allen Zeiten und wird ihnen gegenwĂ€rtig. Das Ereignis des Kreuzes und der Auferstehung ist etwas Bleibendes und zieht alles zum Leben hin.
1086 „Wie Christus vom Vater gesandt wurde, so hat er auch selbst die vom Heiligen Geist erfĂŒllten Apostel gesandt, nicht nur, um der ganzen Schöpfung das Evangelium zu verkĂŒnden und die Botschaft zu bringen, daß der Sohn Gottes uns durch seinen Tod und seine Auferstehung von der Macht des Satans und vom Tod befreit und in das Reich des Vaters versetzt hat, sondern auch, um das Heilswerk, das sie verkĂŒndeten, durch das Opfer und die Sakramente zu vollziehen, um die das ganze liturgische Leben kreist“ (SC 6).
1087 Indem der auferstandene Christus den Aposteln den Heiligen Geist spendet, vertraut er ihnen seine Heiligungsgewalt an [Vgl. Joh 20, 21-23]: die Apostel werden sakramentale Zeichen Christi. Durch die Kraft desselben Heiligen Geistes vertrauen sie diese Heiligungsvollmacht ihren Nachfolgern an. Diese „apostolische Sukzession“ durchformt das ganze liturgische Leben der Kirche. Sie ist sakramental und wird durch das Weihesakrament weitergegeben.
1088 „Um aber dieses so große Werk“ – die Ausspendung oder Mitteilung seines Heilswerkes – „zu vollenden, ist Christus immer bei seiner Kirche, besonders in den liturgischen Handlungen. GegenwĂ€rtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person des Dieners – denn ‚derselbe bringt das Opfer jetzt durch den Dienst der Priester dar, der sich selbst einst am Kreuz dargebracht hat‘ -‚ als auch vor allem unter den eucharistischen Gestalten. GegenwĂ€rtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so daß, wenn einer tauft, Christus selbst tauft. GegenwĂ€rtig ist er in seinem Wort, da er ja selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. GegenwĂ€rtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen‘ (Mt 18,20)“ (SC 7).
1089 „In der Tat gesellt sich Christus in diesem so großen Werk, in dem Gott vollkommen verherrlicht wird und die Menschen geheiligt werden, immer die Kirche zu, seine hochgeliebte Braut, die ihren Herrn anruft und durch ihn dem ewigen Vater Verehrung erweist“ (SC 7).
Die sonntÀgliche Eucharistiefeier
2177 Die sonntĂ€gliche Feier des Tages des Herrn und seiner Eucharistie steht im Mittelpunkt des Lebens der Kirche. „Der Sonntag, an dem das österliche Geheimnis gefeiert wird, ist aus apostolischer Tradition in der ganzen Kirche als der gebotene ursprĂŒngliche Feiertag zu halten“ (CIC, can. 1246, § 1).
„Ebenso mĂŒssen gehalten werden die Tage der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der Erscheinung des Herrn, der Himmelfahrt und des heiligsten Leibes und Blutes Christi, der heiligen Gottesmutter Maria, ihrer Unbefleckten EmpfĂ€ngnis und ihrer Aufnahme in den Himmel, des heiligen Joseph, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und schließlich Allerheiligen“ (CIC, can. 1246, § 1).
2178 Dieser Brauch der christlichen Versammlung geht auf die Zeit der Apostel zurĂŒck [Vgl. Apg 2,42-46; 1 Kor 11,17.]. Der HebrĂ€erbrief ermahnt: „Laßt uns nicht unseren ZusammenkĂŒnften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander“ (Hebr 10,25).
Die Überlieferung bewahrt die Erinnerung an eine stets aktuelle Ermahnung:
„FrĂŒh zur Kirche kommen, sich dem Herrn nahen und seine SĂŒnden beichten, im Gebet bereuen, … der heiligen, göttlichen Liturgie beiwohnen, sein Gebet beenden und nicht weggehen vor der Entlassung … Wir sagten es schon oft: Dieser Tag ist euch zum Gebet und zum Ausruhen gegeben. Er ist der Tag, den der Herr gemacht hat. An ihm laßt uns jubeln und uns freuen“ (Sermo de die dominica).
1342 Die Kirche blieb von Anfang an dem Auftrag des Herrn treu. Von der Kirche von Jerusalem heißt es: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten … Tag fĂŒr Tag verharrten sie einmĂŒtig im Tempel, brachen in ihren HĂ€usern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens“ (Apg 2,42.46).
Unsere Geburt zu einem neuen Leben in der Auferstehung Christi
654 Das Ostergeheimnis hat zwei Seiten: Durch seinen Tod befreit uns Christus von der SĂŒnde, durch seine Auferstehung eröffnet er uns den Zugang zu einem neuen Leben. Dieses besteht zuerst in der Rechtfertigung, die uns wieder in die Gnade Gottes versetzt [Vgl. Röm 4,25], „damit, wie Christus … von den Toten auferweckt wurde, auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Röm 6,4). Die Rechtfertigung besteht im Sieg ĂŒber den durch die SĂŒnde verursachten Tod und in der neuen Teilhabe an der Gnade [Vgl. Eph 2,4-5; 1 Petr 1,3]. Sie vollzieht die Annahme zu Söhnen Gottes, denn die Menschen werden BrĂŒder Christi. Jesus selber bezeichnet nach der Auferstehung seine JĂŒnger als seine BrĂŒder:
„Geht und verkĂŒndet meinen BrĂŒdern . . .„ (Mt 28,10; Joh 20,17). Seine BrĂŒder sind wir nicht aufgrund unserer Natur, sondern durch ein Geschenk der Gnade, denn diese Adoptivsohnschaft schenkt eine wirkliche Teilhabe am Leben des eingeborenen Sohnes, das in seiner Auferstehung voll zutage getreten ist.
655 Schließlich ist die Auferstehung Christi – und der auferstandene Christus selbst – Ursache und Urgrund unserer kĂŒnftigen Auferstehung: „Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden“ (1 Kor 15,20-22). WĂ€hrend des Harrens auf diese Vollendung lebt der auferstandene Christus im Herzen seiner GlĂ€ubigen. Im Auferstandenen kosten die Christen „die KrĂ€fte der zukĂŒnftigen Welt“ (Hebr 6,5), und ihr Leben wird von Christus in den Schoß des göttlichen Lebens geborgen [Vgl. Kol 3.1-3], „damit die Lebenden nicht mehr fĂŒr sich leben, sondern fĂŒr den, der fĂŒr sie starb und auferweckt wurde“ (2 Kor 5,15).
1988 Durch die Macht des Heiligen Geistes nehmen wir am Leiden und an der Auferstehung Christi teil, indem wir der SĂŒnde sterben und zu einem neuen Leben geboren werden. Denn wir sind die Glieder seines Leibes, der Kirche [Vgl. 1 Kor 12], und die Rebzweige, die auf den Weinstock aufgepfropft sind, welcher er selbst ist [Vgl. Joh 15,1-4].
„Durch den Geist haben wir an Gott teil. Dadurch, daß wir am Geist teilhaben, werden wir der göttlichen Natur teilhaftig … Deswegen sind die, in denen der Geist wohnt, vergöttlicht“ (Athanasius, ep. Serap. 1,24).
„Ich glaube an die Vergebung der SĂŒnden.“
976 Das apostolische Glaubensbekenntnis verbindet den Glauben an die SĂŒndenvergebung mit dem Glauben an den Heiligen Geist, aber auch mit dem Bekenntnis zur Kirche und zur Gemeinschaft der Heiligen. Als Christus den Aposteln den Heiligen Geist spendete, ĂŒbertrug er ihnen seine göttliche Vollmacht, SĂŒnden zu vergeben: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die SĂŒnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20, 22-23).
977 Unser Herr hat die SĂŒndenvergebung mit dem Glauben und der Taufe verbunden: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€ĂŸt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,15-16). Die Taufe ist das erste und bedeutsamste Sakrament der SĂŒndenvergebung. Sie vereint uns nĂ€mlich mit Christus, der fĂŒr unsere SĂŒnden gestorben ist und wegen unserer Rechtfertigung auferweckt wurde [Vgl. Röm 4,25], damit „auch wir als neue Menschen leben“ (Röm 6,4).
978 „Wenn wir zum ersten Mal den Glauben bekennen und in der heiligen Taufe abgewaschen werden, wird uns die Vergebung so reichlich geschenkt, daß keinerlei Schuld – sei es, daß sie durch die Abstammung an uns haftet, sei es, daß wir etwas durch eigenen Willen unterlassen oder getan haben zu tilgen und keinerlei Strafe zu verbĂŒĂŸen bleibt. Jedoch wird niemand durch die Taufgnade von aller Schwachheit der Natur befreit; vielmehr hat jeder gegen die Regungen der Begierlichkeit, welche uns unablĂ€ssig zu SĂŒnden anregt, zu kĂ€mpfen“ (Catech. R. 1,11,3).
979 Wer aber wĂ€re tapfer und wachsam genug, um in diesem Kampf mit der Neigung zum Bösen durch gar keine SĂŒnde verletzt zu werden? „Da es also notwendig war, daß in der Kirche die Gewalt der SĂŒndenvergebung noch auf eine andere Weise als durch das Sakrament der Taufe bestehe, sind ihr die SchlĂŒssel des Himmelreiches anvertraut, wodurch einem jeden Reuigen, und hĂ€tte er auch bis zum letzten Lebenstag gesĂŒndigt, die SĂŒnden vergeben werden können“ (Catech. R. 1,11,4).
980 Durch das Bußsakrament kann der Getaufte mit Gott und mit der Kirche versöhnt werden.
„Die Buße [wurde] von den heiligen VĂ€tern zurecht ‚gewissermaßen eine mĂŒhevolle Taufe‘ (Gregor v. Nazianz, or. 39,17) genannt … Dieses Sakrament der Buße ist aber fĂŒr die nach der Taufe Gefallenen zum Heil notwendig, wie fĂŒr die noch nicht Wiedergeborenen die Taufe selbst“ (K. v. Trient: DS 1672).

981 Nach seiner Auferstehung hat Christus die Apostel ausgesandt, um „allen Völkern zu verkĂŒnden, sie sollen umkehren, damit ihre SĂŒnden vergeben werden“ (Lk 24,47). Die Apostel und ihre Nachfolger leisten darum einen „Dienst der Versöhnung“ (2 Kor 5,18): Sie verkĂŒnden einerseits den Menschen die Vergebung durch Gott, die Christus uns verdient hat, und rufen zur Umkehr und zum Glauben auf. Durch die Taufe vermitteln sie ihnen andererseits auch die SĂŒndenvergebung und versöhnen sie dank der von Christus erhaltenen SchlĂŒsselgewalt mit Gott und der Kirche.
„Die Kirche hat die SchlĂŒssel des Himmelreiches erhalten, damit in ihr durch das Blut Christi und das Wirken des Heiligen Geistes die SĂŒndenvergebung geschehe. In dieser Kirche lebt die Seele, die durch die SĂŒnde tot war, wieder auf, um mit Christus zu leben, dessen Gnade uns gerettet hat“ (Augustinus, serm. 214,11).
982 Es gibt keine Verfehlung, mag sie auch noch so schlimm sein, die durch die heilige Kirche nicht vergeben werden könnte. „Es kann keinen Menschen geben, der so schlecht und verworfen wĂ€re, daß ihm nicht die sichere Hoffnung auf Vergebung in Aussicht stehen mĂŒĂŸte, wenn er seine Verirrungen wahrhaft bereut“ (Catech. R. 1,11,5). Christus, der fĂŒr alle Menschen gestorben ist, will, daß in seiner Kirche jedem, der sich von der SĂŒnde abwendet, die Pforten zur Vergebung immer offenstehen [Vgl. Mt 18, 21-22]
983 Die Katechese soll sich bemĂŒhen, bei den GlĂ€ubigen den Glauben an das unschĂ€tzbare Geschenk zu wecken und lebendig zu erhalten, das der auferstandene Christus seiner Kirche gemacht hat: den Auftrag und die Vollmacht, durch den Dienst der Apostel und ihrer Nachfolger die SĂŒnden wahrhaft zu vergeben:
„Der Herr will, daß seine JĂŒnger eine gewaltige Macht haben; er will, daß seine armseligen Diener in seinem Namen all das vollziehen, was er gemacht hat, als er auf Erden war“ (Ambrosius, pcenit. 1,34).
„Die Priester haben eine Vollmacht empfangen, die Gott weder den Engeln noch den Erzengeln gegeben hat … Gott bestĂ€tigt dort oben alles, was die Priester auf dieser Erde tun“ (Johannes Chrysostomus, sac. 3,5).
„GĂ€be es in der Kirche nicht die SĂŒndenvergebung, so bestĂŒnde keine Hoffnung auf ein ewiges Leben und eine ewige Befreiung. Danken wir Gott, der seiner Kirche ein solches Geschenk gemacht hat“ (Augustinus, serm. 213,8).
1441 Gott allein kann SĂŒnden vergeben [Vgl. Mk 2,7]. Weil Jesus der Sohn Gottes ist, sagt er von sich, „daß der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben“ (Mk 2,10). Er ĂŒbt diese göttliche Vollmacht aus:
„Deine SĂŒnden sind dir vergeben!“ (Mk 2,5; Lk 7,48). Mehr noch: kraft seiner göttlichen AutoritĂ€t gibt er Menschen diese Vollmacht [Vgl. Joh 20, 21-23], damit sie diese in seinem Namen ausĂŒben.
1442 Christus hat gewollt, daß seine Kirche als ganze in ihrem Gebet, ihrem Leben und Handeln Zeichen und Werkzeug der Vergebung und Versöhnung sei, die er uns um den Preis seines Blutes erworben hat. Er hat jedoch die AusĂŒbung der Absolutionsgewalt dem apostolischen Amt anvertraut. Dieses ist mit dem „Dienst der Versöhnung“ (2 Kor 5,18) beauftragt. Der Apostel ist „an Christi Statt“ gesandt; durch ihn ermahnt und bittet Gott selbst: „Laßt euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5,20).
Gemeinschaft an den geistigen GĂŒtern
949 In der Urgemeinde von Jerusalem hielten die JĂŒnger fest „an der Lehre der Apostel … und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2,42). Die Gemeinschaft im Glauben. Der Glaube der GlĂ€ubigen ist der von den Aposteln empfangene Glaube der Kirche, ein Schatz an Leben, der noch reicher wird, wenn man ihn mitteilt.
950 Die Gemeinschaft an den Sakramenten. „Die FrĂŒchte aller Sakramente kommen allen GlĂ€ubigen zugute; und die Sakramente bilden gleichsam die heiligen Bande, die die GlĂ€ubigen aufs engste mit Christus verbinden; vor allem gilt das von der Taufe, durch die sie wie durch die TĂŒre in die Kirche eintreten. Unter dieser ‚Gemeinschaft der Heiligen‘ ist die Gemeinschaft an den Sakramenten zu verstehen … Obschon dieser Name [,‚Gemeinschaft“] allen Sakramenten zukommt, da sie uns mit Gott verbinden …‚ so ist er mehr der Eucharistie zu eigen, weil sie diese Gemeinschaft bewirkt“ (Catech. R. 1,10,24).
951 Die Gemeinschaft an den Charismen. In der Gemeinschaft der Kirche verteilt der Heilige Geist „unter den GlĂ€ubigen jeglichen Standes auch besondere Gnaden“ zum Aufbau der Kirche (LG 12). „Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nĂŒtzt“ (1 Kor 12,7).
952 „Sie hatten alles gemeinsam“ (Apg 4,32): „Nichts besitzt der wahre Christ, was er nicht mit fĂŒr ein Gemeingut aller zu halten hat; darum sollen die Christen stets bereit sein, die Not der BedĂŒrftigen zu lindern“ (Catech. R. 1,10,27). Der Christ ist ein Verwalter der GĂŒter des Herr [Vgl. Lk 16,1.3].
953 Die Gemeinschaft in der Liebe. „Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber“ (Röm 14,7) in der Gemeinschaft der Heiligen. „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm. Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“ (1 Kor 12, 26-27). Die Liebe „sucht nicht ihren Vorteil“ (1 Kor 13,5) [Vgl. 1 Kor 10,24]. Die geringste unserer Handlungen wirkt sich, wenn sie aus Liebe geschieht, zum Vorteil aller aus. Dies geschieht in der SolidaritĂ€t mit allen lebenden und toten Menschen, die auf der Gemeinschaft der Heiligen grĂŒndet. Jede SĂŒnde schadet dieser Gemeinschaft.
1329 Mahl des Herr [Vgl. 1 Kor 11,20], denn es handelt sich um das Abendmahl, das der Herr am Abend vor seinem Leiden mit seinen JĂŒngern hielt. Es handelt sich aber auch um die Vorwegnahme des Hochzeitsmahles des Lammes [Vgl. Offb 19,9] im himmlischen Jerusalem.
Brechen des Brotes, denn dieser dem jĂŒdischen Mahl eigene Ritus wurde von Jesus verwendet, wenn er als Vorsteher der Tischgemeinschaft das Brot segnete und austeilte [Vgl. Mt 14,19; 15,36; Mk 8,6.19]; er tat dies vor allem beim Letzten Abendmahl [Vgl. Mt 26,26; 1 Kor 11,24]. An dieser Handlung erkennen ihn die JĂŒnger nach seiner Auferstehung wieder [Vgl. Lk 24,13-35]. Mit dem Ausdruck „Brechen des Brotes“ bezeichnen die ersten Christen ihre eucharistischen Versammlungen [Vgl. Apg 2,42.46; 20,7.11]. Sie wollen damit sagen, daß alle, die von dem einen gebrochenen Brot, von Christus, essen, in Gemeinschaft mit ihm treten und in ihm einen einzigen Leib bilden [Vgl. 1 Kor 10,16-17].
Eucharistische Versammlung [synaxis], denn die Eucharistie wird in der Versammlung der GlÀubigen gefeiert, in der die Kirche sichtbar zum Ausdruck kommt [Vgl. 1 Kor 11,17-34.].
1342 Die Kirche blieb von Anfang an dem Auftrag des Herrn treu. Von der Kirche von Jerusalem heißt es: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten … Tag fĂŒr Tag verharrten sie einmĂŒtig im Tempel, brachen in ihren HĂ€usern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens“ (Apg 2,42.46).
2624 Die GlĂ€ubigen der ersten Gemeinde von Jerusalem „hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2,42). Diese Reihenfolge ist bezeichnend: Das Gebet der Kirche grĂŒndet auf dem Glauben der Apostel, wird durch die Liebe beglaubigt und in der Eucharistie genĂ€hrt.
2790 Das Wort „unser“ kennzeichnet etwas mehreren Gemeinsames. Es gibt nur einen Gott, und er wird als Vater bekannt von jenen, die durch den Glauben an den eingeborenen Sohn aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind [Vgl. 1 Joh 5,1; Joh 3,5]. Die Kirche ist diese neue Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen. Mit dem eingeborenen Sohn vereint, der „Erstgeborene von vielen BrĂŒdern“ (Röm 8,29) geworden ist, steht sie in Gemeinschaft mit einem einzigen, ein und demselben Vater in einem einzigen, ein und demselben Heiligen Geist [Vgl. Eph 4,4-6]. Jeder Getaufte, der Vater „unser“ betet, betet in dieser Gemeinschaft: „Die Gemeinde der GlĂ€ubigen war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32).
Christus, „der Lebendige“, hat die SchlĂŒssel zum Tod
612 Den Kelch des Neuen Bundes, den Jesus in seiner Darbringung beim Abendmahl vorweggenommen hatte [Vgl. Lk 22,20.], nahm er in seiner Todesangst in Getsemani aus den HĂ€nden des Vaters entgegen [Vgl. Mt 26,42.], indem er „gehorsam war bis zum Tod“ (Phil 2,8) [Vgl. Hebr 5,7-8.]. Jesus betet: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorĂŒber (Mt 26,39). Er Ă€ußert so den Abscheu, den seine menschliche Natur vor dem Tod empfindet. Wie unsere Natur ist die seine ja zum ewigen Leben bestimmt; aber im Unterschied zu der unseren ist sie völlig frei von SĂŒnde [Vgl. Hebr 4,15.], die den Tod nach sich zieht [Vgl. Röm 5,12.]; vor allem aber ist sie in die göttliche Person des „Urhebers des Lebens“ (Apg 3,15), des „Lebendigen“ (Offb 1, 18) [Vgl. Job 1,4; 5,26.] aufgenommen. Mit seinem menschlichen Willen stimmt er zu, daß der Wille des Vaters geschieht [Vgl. Mt 26,42.], und nimmt so den Tod als Erlösungstod an, um „unsere SĂŒnden mit seinem Leib auf das Holz zu tragen“ (1 Petr 2,24).
625 Der Aufenthalt Christi im Grab bildet die reale Verbindung zwischen dem leidensfĂ€higen Zustand Christi vor Ostern und seinem jetzigen verherrlichten Zustand als Auferstandener. Die Person des „Lebendigen“ kann sagen: „Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit“ (Offb 1,18).
„Weil er dem gewöhnlichen Gang der Natur nicht hindernd in den Weg trat, trennte sich zwar auch bei ihm durch den Tod die Seele vom Leibe, dann aber vereinigte er bei der Auferstehung beide wieder miteinander, damit er selbst der Treffpunkt von beiden, des Todes und des Lebens werde, indem er einerseits der weiteren natĂŒrlichen Auflösung des von der Seele getrennten Körpers in sich Einhalt gebot, andererseits das Prinzip der Wiedervereinigung der getrennten menschlichen Wesensbestandteile wurde“ (Gregor v. Nyssa, or. catech. 16).
635 Christus ist somit in die Tiefe des Todes hinabgestiegen [Vgl. Mt 12,40; Röm 10,7; Eph 4,9.], damit „die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören …; und alle, die sie hören, leben“ (Joh 5,25). Jesus, der „Urheber des Lebens“ (Apg 3,15), ist gekommen, „um den zu entmachten, der die Gewalt ĂŒber den Tod hat, nĂ€mlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren“ (Hebr 2,14-15). Der auferweckte Christus hat nun „die SchlĂŒssel zum Tod und zur Unterwelt“ in HĂ€nden (Offb 1,18), und „im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ beugen alle „ihre Knie vor dem Namen Jesu“ (Phil 2,10).
„Tiefes Schweigen herrscht heute auf Erden, tiefes Schweigen und Stille. Tiefes Schweigen, weil der König ruht. Furcht hat die Erde gepackt und sie ist verstummt, weil Gott – im Fleisch – in Schlaf gesunken ist und Menschen aufgeweckt hat, die seit unvordenklicher Zeit schliefen … Er geht auf die Suche nach Adam, unserem Stammvater, nach dem verlorenen Schaf. Besuchen will er, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes. Er kommt, um den gefangenen Adam und die mitgefangene Eva von ihren Schmerzen zu erlösen, er, der zugleich ihr Gott und ihr Sohn ist … ‚Deinetwegen wurde ich dein Sohn, ich, dein Gott … Wach auf, SchlĂ€fer… Ich habe dich nicht geschaffen, damit du im GefĂ€ngnis der Unterwelt festgehalten wirst. Steh auf von den Toten! Ich bin das Leben der Toten“ (Alte Homilie zum Karsamstag).
2854 Wenn wir darum bitten, vom Bösen befreit zu werden, bitten wir auch um Befreiung von allen vergangenen, gegenwĂ€rtigen und zukĂŒnftigen Übeln, deren Urheber und Anstifter der Böse ist. In dieser letzten Bitte trĂ€gt die Kirche das gesamte Elend der Welt vor den Vater. Mit der Erlösung von den Übeln, welche die Menschheit bedrĂŒcken, erfleht sie das kostbare Gut des Friedens und die Gnade des beharrlichen Wartens auf die Wiederkunft Christi. Wenn die Kirche so betet, nimmt sie in der Demut des Glaubens die Vereinigung von allen und allem in jenem vorweg, der „die SchlĂŒssel zum Tod und zur Unterwelt“ (Offb 1,18) hat, „der ist und der war und der kommt, der Herrscher ĂŒber die ganze Schöpfung“ (Offb 1, 8) [Vgl. Offb 1,4].
„Erlöse uns, Herr, allmĂ€chtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und SĂŒnde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten“ (MR, Embolismus).

Foto: Jesus der König – Bildquelle: Sarto-Verlag

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