Heilige Drei Könige und Kaiser Karl

Abschluss des Dreikönigsjahres in Köln. Beginn der 800-Jahrfeier des Aachener Karlsschreines.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 23. Juli 2015 um 15:16 Uhr

Köln/Aachen (kathnews). Mit einem feierlichen Hochamt im Kölner Dom endet am heutigen Donnerstagabend das Dreikönigsjahr. Am 23. Juli 1164, also vor 851 Jahren, brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln. Für sie wurde der wertvolle Schrein geschaffen und der gotische Dom gebaut; sie zogen über Jahrhunderte große Pilgerscharen nach Köln. Auch die Stadt Köln profitiert von der Strahlkraft der Reliquien bis heute, wenn Pilger und Touristen den Dom besuchen. Die Bedeutung der Reliquien wurde im Laufe des Jubiläumsjahres, das am 23. Juli 2014 eröffnet worden war, durch zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen in kirchlichen und städtischen Einrichtungen beleuchtet.

Köln und Aachen oder die Heiligen Drei Könige und Kaiser Karl

Unterdessen hat heute in Aachen die 800-Jahrfeier des Karlsschreines begonnen. Die Überführung der sog. Heiligen Drei Könige nach Köln, die Heiligsprechung Karls des Großen, die der genannte Erzbischof Reinald von Dassel, der Reichkanzler Friedrich I. Barbarossa, im Auftrag des Gegenpapstes Paschalis III. knapp anderthalb Jahre nach der Überführung der sog. Heiligen Drei Könige am 29.12.1165, vor nunmehr 850 Jahren, in Aachen vorgenommen hat, und der nach der Kanonisation des „Vaters Europas“ in Auftrag gegebene und 1215 fertiggestellte Aachener Karlsschrein stehen in einem historisch-politischen Zusammenhang: der Sakralisierung des staufischen Kaisertums, das mit Friedrich II., dem Enkel Friedrichs I. Barbarossa,  seinen politischen und kulturellen Höhepunkt erreicht hat.

Königskrönung Friedrichs II. in Aachen vor 800 Jahren

Friedrich II. wurde am 25. Juli 1215  in Aachen zum König gekrönt (seine Krönung in der Aachener Krönungskirche, dem Dom, jährt sich also in zwei Tagen zum 800. Mal) und hat zwei Tage später, am 27. Juli 1215, mit dem Einschlagen der letzten Nägel den Karlsschrein verschlossen und vollendet. Beinahe 200 Jahre, von 1215 bis 1414, dem Jahr der Fertigstellung der gotischen Chorhalle des Aachener Domes, stand der Karlsschrein im Ostjoch des Aachener Oktogons, an der Stelle, wo sich heute der Zelebrationsaltar mit der kostbaren Pala d´Oro aus ottonischer Zeit befindet. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde der Karlschrein gestern noch einmal für fünf Tage in das Oktogon überführt.

Foto: Kölner Dom – Bildquelle: Kathnews