Grußwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, anlässlich der Weihe und Amtseinführung von Erzbischof Heße

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 14. März 2015 um 17:20 Uhr
Kardinal Reinhard Marx

Wenn der heilige Ansgar noch unter uns leben würde, hätte er große Freude an diesem Tag und an dieser Stunde: Die Weihe des neuen Hamburger Erzbischofs und der festliche Rahmen, in dem wir diese Feier begehen, zeigen: Die katholische Kirche im Norden ist lebendig und lebt in ökumenischer Verbundenheit. Für dieses Zeugnis des Christusglaubens sind wir dankbar. Der heilige Ansgar ruft uns zu: Habt keine Angst! Glaubt und vertraut den Worten Jesu. Es ist gut, Christ zu sein und es immer neu zu werden. Das noch junge Erzbistum Hamburg hat ab heute seinen dritten Erzbischof.

Lieber Mitbruder Stefan, nochmals gratuliere ich Ihnen herzlich im Namen der Deutschen Bischofskonferenz zu Ihrer heutigen Bischofsweihe und heiße Sie im Kreis der Mitbrüder willkommen. Schon als Diözesanadministrator von Köln konnten Sie einige Erfahrungen in der Bischofskonferenz sammeln. Jetzt gehören Sie ganz dazu und ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Bringen Sie Ihre Talente – als Seelsorger und Bischof – mit in die Beratungen ein. Als jüngstes Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz haben Sie noch ein paar Jahrzehnte vor sich – da kann man viel prägen, wenn man langfristig arbeitet und denkt.

Ihr Wahlspruch ist Programm: „Bei Gott ist alles möglich“ (Mt 19,26). Sie drücken damit die Zuversicht und die Gelassenheit aus, die Sie auszeichnen. Über viele Jahre hinweg haben Sie die Geschicke des Erzbistums Köln mitbestimmt. Ihre rheinische Fröhlichkeit und Ihre langjährigen pastoralen Erfahrungen waren Ihnen dabei eine große Hilfe. Die Elbe hier oben im Norden ist ja in der Bedeutung durchaus mit dem Rhein vergleichbar. Vielleicht mag es nicht ganz so karnevalistisch zugehen wie in Ihrer Heimat, aber Sie werden in Hamburg eine neue Heimat finden. Hamburg ist eine wunderschöne Stadt!

Vor wenigen Wochen haben Sie ein Wort geprägt, das ich hier in Erinnerung rufen möchte: Sie haben vom Fasten gesprochen. Fasten habe etwas mit Festmachen zu tun, sagten Sie.
Dieses Festmachen, dieses Vor-Anker-Gehen erhoffen Sie sich bei Ihrer heutigen Ankunft in
Hamburg. Liebe Gläubige hier im St. Marien-Dom der Hansestadt und an den Bildschirmen: Ihr Erzbischof ist vor Anker gegangen, um gleichzeitig das Schiff der Kirche an der Elbe zu steuern und mit Ihnen auf große Fahrt zu gehen: das Abenteuer des Glaubens!

An dieser Stelle möchte ich einen aufrichtigen Dank dem Diözesanadministrator Pfarrer
Ansgar Thim, sagen, der ja eine längere Zeit auf unseren Vollversammlungen und im
Ständigen Rat war. Danke für Ihr Engagement und Ihr Mitwirken, auch bei wichtigen
Entscheidungen der Bischofskonferenz in den letzten Monaten. Mein Dank gilt auch Dir,
lieber Erzbischof emeritus Werner Thissen. Als zweiter Erzbischof von Hamburg hast Du mit
Menschenfreude und Menschennähe, mit Umsicht und Weitsicht das Erzbistum geleitet. Du
bist hier umfassend heimisch geworden und hast uns immer in der Bischofskonferenz von
Deinen Erfahrungen im Norden berichtet. Gerade im ökumenischen Kontext hat Du Dir große
Verdienste erworben und ein tiefgreifendes Vertrauen zu den evangelischen Brüdern und
Schwestern aufgebaut. Auch dafür danken wir Dir!

Lieber Mitbruder Stefan! Das Erzbistum Hamburg freut sich auf Sie. Mit seiner großen
Fläche und der besonderen Wirklichkeit der Stadt Hamburg ist es sicherlich eine
Herausforderung für die tägliche Arbeit. Aber in den vergangenen Jahren durften wir – gerade auch in der Bischofskonferenz – viele wertvolle Impulse aus dem Nordbistum erleben. Ich denke dabei an den Katholikentag 2000 in Hamburg oder unsere Frühjahrs-Vollversammlung, die wir hier vor sechs Jahren durchgeführt haben. Wenn Sie künftig zwischen Nord- und Ostsee unterwegs sind, wird Ihnen eine frische Brise entgegenwehen, aber es wird auch viel Rückenwind dabei sein. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie dieser Wind und das Engagement Ihrer künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Gläubigen beflügeln werden. Denn – Sie sagen es selbst in Ihrem Wahlspruch – „Bei Gott ist alles möglich.“

Foto: Kardinal Reinhard Marx – Bildquelle: Wolfgang Roucka