„Gott ist immer treu“

Papst erinnert an das Vorbild der Märtyrer.
Erstellt von Radio Vatikan am 25. November 2013 um 14:53 Uhr
Kreuzigung Christi

Vatikan (kathnews/RV). An den Herrn kann man sich in jeder Lebenslage wenden, auch und besonders in den schlimmsten Momenten. Daran erinnerte der Papst an diesem Montagmorgen bei der Morgenmesse in der Casa Santa Marta im Vatikan. Ein Christ sei dazu berufen, eine „definitive Entscheidung“ zu treffen, so wie es die Märtyrer in der Kirchengschichte vorgezeigt hätten, sagte der Papst. Auch heute noch gebe es weltweit zu viele Mitchristen, die verfolgt und für alle Gläubige ein Vorbild seien. Mit Blick auf die Erste Lesung aus dem Buch Daniel über die israelitischen Sklaven unter Nebukadnezar und auf das Tagesevangelium mit der Witwe im Tempel ging der Papst auf „Situationen am äußersten Lebenslimit“ ein: „Denn beide – die Witwe und die jungen Sklaven – hatten viel riskiert. Das Hauptrisiko bestand darin, dass sie sich großherzig für den Herrn entschieden, ohne dabei auf persönliche Interessen zu achten. Sie waren nicht armselig. Der Herr ist alles. Der Herr ist Gott und sie verließen sich auf ihn. Sie taten das nicht – ich erlaube mir dieses Schlagwort – aus Fanatismus, nein! Sie verließen sich auf ihn, weil sie wussten, dass der Herr ihnen treu ist. Sie vertrauten also der Treue Gottes, weil der Herr nicht plötzlich seine Meinung ändert, nein, er ist und bleibt immer treu. Gott kann sich selber nicht verleugnen.“

Auf Gott vertrauen sei selbst in kleinen Dingen wichtig, fügte Franziskus hinzu. „Das gilt auch in der Kirche. In der Kirchengeschichte gibt es unzählige Männer und Frauen, Junge und Alte, die sich dafür entschieden haben, dem Herrn zu vertrauen. Wenn wir das Leben der Märtyrer anschauen, wenn wir in den heutigen Medien von den Christenverfolgungen hören, dann denken wir an Mitbrüder und Mitschwestern, die ebenfalls am Lebenslimit sind und die dennoch auf den Herrn vertrauen. Sie sind für uns alle ein Vorbild und ermutigen uns, auf den Schatz der Kirche all das zu werfen, was wir für unser Leben brauchen.“ Der Herr habe – wie es in der Ersten Lesung hieß – den jungen Israeliten in der Gefangenschaft geholfen, sich aus einer schwierigen Situation zu befreien. Im Tagesevangelium geht es um eine Witwe, die ebenfalls durch den Herrn Hilfe bekommt. „Es tut uns allen gut, wenn wir an diese Brüder und Schwestern denken, die einen lebensentscheidenden Beschluss gefasst haben: sich für den Herrn auszusprechen. Denken wir aber auch an alle Mütter und Väter, die jeden Tag sich dafür entscheiden, ihre Familie vorwärts zu bringen mit ihren Kindern. Das ist ein Schatz für die Kirche. Sie sind ein Zeugnis für uns. Bitten wir deshalb den Herrn, dass er ihnen beistehe und Mut schenke, sowohl den Alltag als auch Situationen am Limit zu meistern.“

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez