Franziskus: Erstes Fronleichnam in Rom

Prozession von Lateranbasilika nach Santa Maria Maggiore.
Erstellt von Radio Vatikan am 31. Mai 2013 um 16:22 Uhr
Basilika Santa Maria Maggiore

Vatikan (kathnews/RV). Papst Franziskus hat am Donnerstagabend in Rom zum ersten Mal die Fronleichnamsprozession angeführt. Zusammen mit mehreren tausend Gläubigen zog er zu Fuß von der Lateranbasilika, seiner Bischofskirche, zur Basilika Santa Maria Maggiore. In der Predigt bei der Messe vor San Giovanni betonte Franziskus, die Eucharistie sei das Sakrament der Gemeinschaft, sie dränge die Menschen zur Solidarität untereinander. Trotz unsicheren Wetters ließ es sich der Papst aus Argentinien nicht nehmen, die anderthalb Kilometer von einer Hauptkirche zur anderen zu Fuß zurückzulegen, anders als seine unmittelbaren Vorgänger. Kardinäle und Bischöfe begleiteten ihn, dazu Tausende von Menschen, viele von ihnen mit Kerzen in den Händen. Anders als etwa in Deutschland ist Fronleichnam, das „Fest des Leibes und Blutes Christi“, in Italien kein Feiertag; nur der Papst zieht an diesem Tag in eucharistischer Prozession durch Rom, normale Pfarren werden das erst am kommenden Sonntag tun.

„Heute Abend sind wir das Volk des Evangeliums, auch wir wollen Jesus nachfolgen, um Ihn zu hören, um in die Gemeinschaft mit Ihm in der Eucharistie einzutreten, um Ihn zu begleiten und von Ihm begleitet zu werden. Fragen wir uns: Wie folge ich Jesus? Jesus spricht in der Stille des Geheimnisses der Eucharistie zu uns und erinnert uns immer wieder daran, dass Ihm nachfolgen bedeutet, aus uns selbst heraus zu gehen und aus unserem Leben nicht unseren Besitz zu machen, sondern ein Geschenk an Ihn und an die Nächsten.“ In der Erzählung der wunderbaren Brotvermehrung im Lukasevangelium sagt Jesus zu seinen Jüngern, als diese auf die hungrige Menge hinweisen: „Gebt ihnen zu essen!“ Das ist laut Papst Franziskus das glatte Gegenteil von dem, was die Jünger vorschlagen wollten, nämlich: „Jeder denke an sich selbst; die Menge sollte entlassen werden“.

„Wie oft haben wir Christen diese Versuchung! Wir nehmen uns der Bedürfnisse der Nächsten nicht an und entlassen sie mit einem frommen „Gott möge dir helfen!“ … Die Eucharistie ist das Sakrament der Gemeinschaft, das uns aus dem Individualismus ausziehen lässt, um gemeinsam die Nachfolge zu leben, den Glauben an Ihn. Also müssen wir uns alle vor dem Herrn fragen: Wie lebe ich die Eucharistie? Lebe ich sie auf anonyme Weise oder als Augenblick wirklicher Gemeinschaft mit dem Herrn, und auch mit den vielen Brüdern und Schwestern, die mit uns diesen Tisch teilen? Wie sind unsere Eucharistiefeiern?“ In der Eucharistie erfahren die Christen die „Solidarität Gottes“ mit dem Menschen, „eine Solidarität, die sich nie erschöpft, eine Solidarität, die niemals aufhört zu erstaunen“, so Papst Franziskus. „Fragen wir uns also an diesem Abend, während wir Christus, der in der Eucharistie wirklich unter uns ist, anbeten: Lasse ich mich von Ihm umwandeln? Lasse ich zu, dass der Herr sich mir als Gabe gibt, mich immer aus meinem kleinen Gehege heraus leitet, mich leitet, keine Angst zu haben, zu geben, zu teilen, Ihn und den Nächsten zu lieben?“

Foto: Basilika Santa Maria Maggiore – Bildquelle: Kathnews