Fastenhirtenbrief enthält keinen Hinweis auf Beichte

Ein Kommentar von Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in Münster.
Erstellt von Felizitas Küble am 18. Februar 2013 um 18:41 Uhr
Foto: Beichtstuhl, St. Leonhard in Leonberg

Münster (kathnews/CF). Am 1. Fastensonntag wurde in den hl. Messen des Bistums Münster der Fasten-Hirtenbrief von Bischof Felix Genn verlesen, der an die “lieben Schwestern und Brüder im Glauben” gerichtet ist. Erfreulicherweise erinnert der Oberhirte von Münster an das vom Papst ausgerufene “Jahr des Glaubens”, das sonst in deutschen Landen eher wenig Widerhall findet. In seinem früheren Fastenhirtenbrief von 2011 befaßte sich Bischof Genn besonders mit dem “Jahr der Taufe”, das die evangelische Kirche damals beging – und er bezeichnete dies als “schönes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit”.

Es wäre nun ein schönes Zeichen für eine klare katholische Verkündigung, wenn der diesjährige Fastenhirtenbrief auf ein weitgehend vergessenes Sakrament hingewiesen hätten, nämlich auf die Beichte. Dieses Sakrament wurde von den Christen in der frühen Kirche auch als “zweite Taufe” bezeichnet, weil die Beichte der Seele das göttliche Gnadenleben, die Freundschaft mit Christus wiederschenkt, wenn der Gläubige in schwere Schuld gefallen ist. Der Hinweis auf die Beichte paßt auch deshalb gut in die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern, weil dieses Sakrament das Ostergeschenk unseres HERRN ist, denn der Auferstandene sprach zu seinen Aposteln:

“Friede sei mit Euch! Empfangt den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlaßt, denen sind sie erlassen – und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten”, (Joh 20,23). Zudem zählt die Aufforderung, jährlich mindestens einmal (möglichst zur österlichen Zeit) zur Beichte zu gehen, zu den fünf Kirchengeboten. Also Grund genug, an dieses weitgehend vernachlässigte Sakrament zu erinnern und es den Gläubigen neu ans Herz zu legen. Es ist zwar schön und gut, daß der Bischof von Münster sein Kirchenvolk abschließend dazu anregt, täglich mit einem Bibelwort in den Tag zu starten und den Katechismus zu lesen, um den – wie er schreibt – “Schatz des Glaubens tiefer zu entdecken”.

Doch damit allein ist es nicht getan, denn es geht auch um die – im wahrsten Sinn des Wortes – heilsame Begegnung mit Christus im “Sakrament der Versöhnung” – und dies ist zum Thema “Oster-Vorbereitung” für katholische Christen der wichtigste Punkt. Umso erfreulicher, daß Bischof Schraml von Passau in seinem aktuellen Fastenhirtenbrief ausführlich auf das Bußsakrament eingeht und seinen Sinn verständlich und fundiert erläutert hat. Die Beichte ist nach Worten des Bischofs „wahrhaft ein Weg zur Freude“. Wenn die Sünden vergeben seien, beginne Friede mit Gott und den Menschen: „Das bewirkt innere Freude“. Dadurch begegnen wir handgreiflich der Barmherzigkeit Gottes, erklärt der Passauer Bischof.

Auch der Eichstätter Bischof Gregor M. Hanke befaßte sich in seinem aktuellen Fastenhirtenbrief eingehend mit dem Sakrament der Buße unter dem Titel: “Gottes liebende Barmherzigkeit in der Beichte erfahren”, wobei er in seinem Schreiben auch auf den Zusammenhang von Eucharistie und Beichte eingeht, was gerade in der heutigen Zeit äußerst wichtig ist.

Foto: Beichtstuhl, St. Leonhard in Leonberg – Bildquelle: Andreas Gehrmann