Euer Licht soll leuchten vor den Menschen

Homilie des heiligen Johannes Chrysostomus zum Evangelium des fĂŒnften Sonntages im Jahreskreis, Lesejahr A in der sogenannten ordentlichen Form des Römischen Ritus. Text: PL 51.174 Übersetzung: Gero P. Weishaupt.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 4. Februar 2017 um 14:33 Uhr
Sonne und Wolken

+ Aus dem heiligen Evangelium nach MatthÀus (Mt 5, 13-16):

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: 13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. 14Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15Man zĂŒndet auch nicht ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. 16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Papst Benedikt XVI. ĂŒber den heiligen Johannes Chrysostomus

Homilie des heiligen Johannes Chrysostomus

Was denkt ihr, welcher große Schmerz  in mir brennt, wenn ich daran erinnere, dass zwar an Festen die Mengen an BeitrĂ€gen einem riesigen Meer gleicht, aber nun nicht einmal ein kleiner Prozentsatz dieser Menge hier zusammengetragen wird? Wo sind die, die uns bei Feierlichkeiten verdrießen? Ich vermisse sie und ihretwegen bin ich traurig, wenn ich mir vorstelle, eine wie große Menge von ihnen verloren geht, die gerettet waren; wenn ich mir vorstelle, wie sehr ich mich fĂŒr meine BrĂŒder eingesetzt habe; wenn ich mir vorstellen, wie klein geworden die Zahl derer ist, die das Heil erlangen, so dass der grĂ¶ĂŸere Teil der Kirche einem tödlichen und unbeweglichen Leib Ă€hnelt.

Was geht das uns an, wird jemand fragen.  Euch geht das sicher sehr viel an, die ihr euch nicht um sie kĂŒmmert, sie nicht ermuntert, nicht mit Rat und Tat beisteht. Es geht euch an, die ihr nichts unternehmt und gegenĂŒber diesem himmelschreienden VersĂ€umnis passiv bleibt.

Dass wir nicht nur uns, sondern auch vielen nĂŒtzen mĂŒssen, hat Christus gezeigt, als er uns Salz, Sauerteig und Licht genannt hat. Diese drei nĂŒtzen nĂ€mlich anderen. Denn eine Lampe leuchtet nicht zum eigenen Nutzen, sondern zum Nutzen anderer, die im Dunkeln sitzen. Und du bist die Lampe, nicht damit du alleine davon selber profitierst, sondern einen Irrenden zurĂŒckfĂŒhrst. Welchen Nutzen bringt denn eine Lampe, wenn sie dem, der im Dunkeln sitzt, kein Licht spendet? Welchen Nutzen haben Christen, wenn sie niemanden gewinnen und zu einem tugendhaften Leben zurĂŒckfĂŒhren?

Umgekehrt hĂ€lt Salz nicht nur sich selber zusammen, sondern bewahrt auch verderbliche Substanzen in ihrem Bestand und vermeidet, dass sie vollstĂ€ndig vergehen. So auch du: Gott hat dich ja zum spirituellen Salz gemacht. Halte darum die verdorbenen Glieder, das heißt die UntĂ€tigen, zusammen und verbinde den, der vom Faulenzen wie von einem stinkenden GeschwĂŒr befreit worden ist,  wieder mit dem ĂŒbrigen Leib Christi

Deswegen hat Christus dich auch Sauerteig genannt. Der Sauerteig sĂ€uert ja nicht sich selber, sondern – obwohl mengenmĂ€ĂŸig gering und nicht lange haltbar –  eine riesige und große Masse. So sollt auch ihr, obwohl zahlenmĂ€ĂŸig klein, im Hinblick auf den Glauben und den Eifer fĂŒr die Gottesverehrung in großer Anzahl stark und einflussreich sein. Wie also Sauerteil aufgrund seiner kurzen Haltbarkeit zwar schwach ist, aber sich durch seine inneren, ihm eigenen KrĂ€fte und seine intensive Eigenschaft  auszeichnet,  so werdet ihr, wenn  ihr es wollt, ganz bestimmt bedeutend mehr Menschen zu demselben intensiven Engagement hinfĂŒhren.

Foto: Sonne und Wolken – Bildquelle: Kathnews

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