Erzbistum Bamberg sucht Gespräch mit Zölibatbrecher

Priester enttäuschte tausende Katholiken durch antikirchliche Äußerungen bei Fernsehauftritt.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 21. Januar 2014 um 10:25 Uhr
Priesterkragen

Oberhaid/Bamberg (kathnews/KNA). Das Erzbistum Bamberg sucht das Gespräch mit dem Oberhaider Pfarrer Stefan Hartmann. Generalvikar Georg Kestel werde am kommenden Dienstag mit dem 59-jährigen Geistlichen zusammentreffen, der sich nach seinem Bekenntnis zu seiner 24-jährigen Tochter auch kritisch über den Zölibat geäußert hatte. Das Gespräch sei vereinbart, bestätigte der Sprecher des Erzbistums, Harry Luck, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag auf Anfrage. Vorausgegangen war ein Mahnschreiben Kestels an Hartmann.

Demnach habe sich der Geistliche „jeder weiteren Äußerungen zum Zölibat und anderen damit zusammenhängenden Themen zu enthalten“. Bis zu einem klärenden Gespräch gelte diese Anweisung, hatte das Erzbistum am Donnerstagabend konkretisiert. Die Organisation „Wir sind Kirche“ bezeichnete dies in einem Offenen Brief an Kestel als „vorkonziliaren Führungsstil“. Das Schreiben an den Geistlichen zeige „keine Dialogbereitschaft, sondern ist ein Maulkorberlass“. Hartmann hatte diese sogenannte „Monitio“ auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht und sich zugleich „enttäuscht“ über seinen „Arbeitgeber“ gezeigt. Er werde sich jedoch an die Anweisung halten. Einen am Mittwoch geplanten Auftritt im „Bürgerforum“ des Bayerischen Fernsehens habe er abgesagt. In dem Schreiben an den Geistlichen hob der Bamberger Generalvikar Georg Kestel auf eine Äußerung Hartmanns im Bayerischen Rundfunk ab. Dort habe er gesagt, die für römisch-katholische Priester verpflichtende Ehelosigkeit sei ein „Anachronismus, der vielen Menschen und der Kirche schadet“. Damit habe Hartmann „Schaden und Verwirrung“ für die kirchliche Gemeinschaft verursacht, so Kestel.

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Foto: Priesterkragen – Bildquelle: Kathnews