Emeritierter Churer Diözesanbischof beging Goldenes Priesterjubiläum

Feierliches Pontifikalamt in der Wiler Prioratskirche der Priesterbruderschaft St. Pius X. - Ein Bericht von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 26. September 2021 um 16:36 Uhr

Bischof Vitus Huonder, Altbischof in Chur, hat am 25. September 2021 sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum begangen. Bemerkenswert ist an dem Ereignis der gewählte Ort. Das feierliche Pontifikalamt, das aufgezeichnet wurde, wurde in der Kirche des Wiler Priorates der Piusbruderschaft gehalten, das territorial im Bistum St. Gallen liegt.

Während Huonder bereits wiederholt im Regensburger Priesterseminar der Bruderschaft auf Schloss Zaitzkofen, wie für einen ortsfremden Bischof im überlieferten Römischen Ritus vorgesehen, am Faldistorium pontifiziert hat, war nun in Will ein Thron auf der Evangelienseite errichtet. Es ist freilich möglich, dass es in den Schweizer Diözesen die generelle Regelung gibt, dass allen emeritierten Bischöfen grundsätzlich überall der Gebrauch sämtlicher Pontifikalien zugestanden wird. Doch gilt das für Kirchen der Piusbrüder?

Beachtlich ist der Vorgang in Zeiten von Traditionis Custodes freilich auch ohne diese Detailfrage. Das gilt vor allem für die gut fünfundzwanzig Minuten dauernde Predigt des Jubilars (im oben verlinkten Video ca. ab Minute 32 nachzuhören), die überwiegend einem spirituellen Schwerpunkt verpflichtet blieb und eine Deutung des Weihepriestertums anhand des Gebetes Placeat Tibi, sancta Trinitas, vornahm, das im überlieferten Römischen Ritus vor dem Segen vom Priester tiefverneigt gesprochen wird.

Ebenso zitierte der Bischof den heiligen Franziskus von Assisi, verbunden mit der Aufforderung, diesen Heiligen selbst zu lesen, statt sich von anderen erzählen zu lassen, was er gesagt hat und wofür er angeblich steht. Die Zielrichtung dieser Bemerkung war schon eindeutig, doch der Aktualitätsbezug war am schärfsten, als Huonder – durch Wiederholung bekräftigt – es zweimal eine „Ungeheuerlichkeit“ nannte, „den Menschen die Messe zu nehmen“.

Es wird interessant sein, ob dieses dankenswerte bischöfliche Zeugnis Bischof Huonders für ihn Konsequenzen haben wird oder ob Papst Franziskus es vorzieht, darüber hinwegzusehen. Zwei Schweizer Gardisten, die mit ihren Hellebarden an der Prozession zum Ein- und Auszug teilnahmen, waren jedenfalls ein weiteres, wohlplatziertes Statement beim bischöflichen Priesterjubiläum.

Foto: Foto: Te igitur – Missale – Bildquelle: Kathnews

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