Ein Bericht über die Levitenämter auf dem Katholikentag

P. Bernward Deneke FSSP zelebrierte zwei heilige Messen.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 7. Juni 2016 um 14:58 Uhr
Bildquelle: Pro Missa Tridentina

Leipzig/Markkleeberg (kathnews/PMT). Am Freitagabend (27.5.2016) und am Samstagmorgen war die Kirche St. Peter und Paul in Markkleeberg (eine S-Bahn-Station südlich der Leipziger Stadtgrenze) erfüllt von gregorianischem Choral und Weihrauchwolken. Anlaß waren zwei levitierte Hochämter, zelebriert von P. Bernward Deneke FSSP während des 100. Deutschen Katholikentags in Leipzig. Zwei Leviten aus dem Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad assistierten am Altar, zusammen mit vier Ministranten, die aus der Nähe von Recklinghausen, Frankfurt und Stuttgart nach Leipzig gereist waren. Vier Sängerinnen aus Stuttgart bildeten die Choralschola, die jeweils das Proprium sowie die VIII. Messe im Wechsel mit dem Volk sang, begleitet von P. Jean de Leon Gomez FSSP an der Orgel.

Die Organisatoren hatten sich bewußt in die “Meßzeitenschienen“ des Katholikentagsprogramms eingefügt – das hieß: Freitagabend um 18 h und Samstagmorgen um 8 h. Leider war im Programmheft nur das Hochamt am Freitag angegeben, die Meßfeier am Samstagmorgen wurde (wie schon beim Katholikentag in Mannheim 2012 der Fall) nicht erwähnt. Die traditionellen Gläubigen im Raum Leipzig hatten zwar mit Plakaten und Handzetteln versucht, Interessierte auf die Meßfeiern in Markkleeberg hinzuweisen, doch es gab v.a. am Samstagmorgen noch viel Platz in den Kirchenbänken von St. Peter und Paul. Diejenigen, die den Weg auf sich genommen hatten, wurden reichlich belohnt: Hatten sie doch das Privileg, an außerordentlich schönen, ehrfurchtsvollen und feierlichen Hochämtern im überlieferten römischen Ritus teilzunehmen, die zur größeren Ehre Gottes zelebriert wurden: „The most beautiful thing this side of heaven“ – wie Father Frederick Faber (+1863), Priester des Brompton Oratory (London) die Feier der heiligen Messe nannte.

Am Freitag, dem Fest des hl. Beda venerabilis (Kirchenlehrer) hieß es in der Lesung aus dem Timotheus-Brief: „Verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen. Rüge, mahne, weise zurecht in aller Geduld und Lehrweisheit. Denn es kommen Zeiten, da man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich zum Ohrenkitzel nach eigenen Gelüsten Lehrer beschafft. Von der Wahrheit aber wird man das Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden.“ Das Evangelium zitierte Jesus (zu seinen Jüngern): „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seine Kraft verliert, womit soll es dann selber gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr; man wirft es hinaus und läßt es von den Menschen zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. … – Glaubet nicht, Ich sei gekommen, Gesetz oder Propheten aufzulösen. Nicht um sie aufzulösen bin Ich gekommen, sondern um sie zu erfüllen [zur Vollendung zu bringen]. Wahrlich, Ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota (der kleinste Buchstabe des hebräischen Alphabetes) und kein Strichlein vom Gesetze vergehen, ehe alles erfüllt ist. Wer also eines dieser Gebote, und wäre es auch das geringste, auflöst und die Menschen so lehrt, wird als der Geringste gelten im Himmelreiche. Wer es aber erfüllt und so lehrt, der wird als ein Großer gelten im Himmelreich.“

Pater Deneke zog in seiner Predigt eine Parallele zwischen dem äußerlich ereignislosen Leben des hl. Beda des Ehrwürdigen und dem immer gleichen Ablauf der heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus: So wie der heilige Beda selten sein Benediktinerkloster bei Newcastle upon Tyne verließ und doch fast alle damals bekannten Wissensgebiete durchdrang (von der Theologie über die Naturwissenschaften bis zu Rhetorik, Grammatik und Textinterpretation) und bedeutende Bücher dazu verfaßte, so eröffnen sich im immer gleichen Ablauf der Meßfeier tiefe Erkenntnisse über Gott und seinen Heilsplan.

Am Samstag (28.5.2016) feierte die Kirche das Fest des hl. Augustinus von Canterbury. Im Text der Lesung wurden die Kleriker ermahnt, das Wort Gottes eifrig und mit Sorgfalt zu verkünden – „nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft“. Das Evangelium handelte von der Aussendung der 72 Jünger, die vor Jesus her durch die Dörfer ziehen und verkünden sollten: “Das Reich Gottes ist euch nahe.“ In seiner Predigt ging Pater Deneke auf den Tagesheiligen ein: Der hl. Augustinus von Canterbury (+ 604) sollte – wie die Christen heute – im damaligen England, in einer heidnischen, abweisenden Gesellschaft das Wort Gottes verkünden und Jesus als den auferstandenen Sohn Gottes. Mit dem expliziten Auftrag von Papst Gregor dem Großen, den er im Gehorsam umsetzte, gelang ihm dies: Eine lange Ära der Ecclesia Britannica begann. Auch die Meßbesucher der heutigen Zeit sind zu ihren Mitmenschen gesandt und beauftragt, sie zum katholischen Glauben zu führen: „Ite, missa est.“

Monika Rheinschmitt

Fotogalerie der Levitenämter in St. Peter und Paul, Markkleeberg siehe hier.

In der Markkleeberger Kirche St. Peter und Paul (Dietrich-Bonhoeffer-Platz) wird einmal im Monat an einem Sonntagabend um 18 Uhr eine heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert:

Sonntag, 05. Juni um 18 Uhr
Sonntag, 03. Juli um 18 Uhr
Sonntag, 31. Juli um 18 Uhr
Sonntag, 14. August um 18 Uhr
Weitere Termine entnehmen Sie bitte hier.

Textquelle: Pro Missa Tridentina

Foto: Alte Messe in Markkleeberger Kirche St. Peter und Paul – Bildquelle: Pro Missa Tridentina