Die verlöschende Osterkerze

Zum Fest Christi Himmelfahrt. Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 13. Mai 2021 um 10:31 Uhr
Christus Pantokrator

Christi Himmelfahrt zählt zu den ältesten Festen der Christenheit. Es bildet den Abschluss des irdischen Lebens Jesu und wird bereits seit dem 4. Jahrhundert am vierzigsten Tag nach Ostern liturgisch begangen. Seit dem 14. Jahrhundert hatte es eine Oktav, die leider in den liturgischen Büchern von 1962 (im Missale Pauls VI. erst recht) nicht mehr besteht.

Im Mittelalter wurde die Himmelfahrt des Herrn in vielen Kirchen dramatisch nachgestellt, ein Brauch, der sich mancherorts, vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich, bis heute erhalten hat: Eine Statue des Auferstandenen mit der Auferstehungsfahne wird nach dem Evangelium durch eine Öffnung im Gewölbe des Gotteshauses emporgezogen und entschwindet so den Blicken der zum Gottesdienst zusammengekommenen Gemeinde. Auch, wo dieser Brauch nicht besteht, gibt es, sofern die überlieferte Römische Liturgie gefeiert wird, einen Gestus, der den Fortgang des Herrn eindrücklich versinnbildlicht. Nach einer Vorschrift des Papstes Paul V. (1550-1621, zum Papst gewählt 1605) aus dem Jahre 1607 wird nach dem Evangelium die Osterkerze gelöscht und (meist nach der Messfeier) aus dem Altarraum entfernt, wo sie seit Ostern auf der Evangelienseite gestanden und während der Liturgie gebrannt hatte.

Schon der Introitus freilich hat uns heute auf den Ölberg versetzt, von wo der Heiland soeben gen Himmel aufgefahren ist. Zwei Engel rufen den Aposteln zu: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Er wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel auffahren sehen.“ Und die Kirche fügt dreifach hinzu: „Alleluia!“

So ist das Fest Christi Himmelfahrt auch für uns ein vorzüglicher Wegweiser zum Himmel, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt, dass heißt, auch in seiner menschlichen Natur, mit der er uns erlöst hat, verklärt und in himmlischer Glorie verherrlicht ist.

Foto: Chritus Pantokrator – Bildquelle: Wikipedia/Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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