Die Sprache in unserer Kirche

Gastbeitrag eines Kathnews-Lesers über das Wirken Christi in den hl. Sakramenten.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 22. November 2012 um 11:47 Uhr
Christus mit der Eucharistie

In einem Weihnachtspfarrbrief steht bei einem Angebot für den Empfang der Krankensalbung folgende Formulierung: „…durch Gebet und Salbung wird den kranken Menschen Gottes heilende und stärkende Gegenwart zugesprochen. Der Kranke schöpft daraus Kraft und Zuversicht für den Tag des Leidens.“ Es ist ja lobenswert, weil es durchaus nicht mehr selbstverständlich ist, dass in einem Pfarrbrief auf den Sakramentenempfang, hier im Konkreten auf den Empfang der Krankensalbung hingewiesen wird. Jedoch die Formulierung, dass durch Gebet und Salbung den kranken Menschen Gottes Heil zugesprochen wird, ist sachlich falsch.

Die Sakramente der katholischen Kirche wirken Gnade Gottes und Heil; sie sind nicht nur gute, tröstliche Worte. In der Taufe geschieht Befreiung von der Erbsünde und allen persönlichen Sünden.

Im Sakrament der Buße (Beichte) werden alle persönlichen Sünden und die ewigen Sündenstrafen vergeben; Christus wirkt hier Reinigung von Sünden und ewigen Sündenstrafen; hier wird nicht nur Vergebung zugesprochen sondern ausgesprochen und geschenkt.

Im Sakrament des Altars wird durch das Wort des Priesters Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt, hier wird nicht nur an die Gegenwart Christi mit Worten erinnert. Der Sohn Gottes ist dann wirklich da!

Im Sakrament der Krankensalbung stärkt Jesus Christus die Kranken an Leib und Seele mit seiner helfenden Gnade, und wenn der Kranke nicht mehr beichten kann, schenkt er auch Vergebung der Sünden.

In den Hochgebeten der Kirche heißt es: „Schenke gnädig Verzeihung und gebe uns mit Ihnen (den Heiligen) das Erbe des Himmels“, nun müsste es richtig heißen „durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn durch ihn erschaffst du immerfort all diese guten Gaben.“ Es steht leider dort: „darum bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Jesus Christus ist nicht der Fürbitter (wie der hl. Antonius) sondern der Bewirker des Heiles und der Erlösung und deshalb muss es eben heißen: „gebe uns das Erbe des Himmels durch unseren Herrn Jesus Christus.“

Diese Formulierung finden wir leider in vielen Gebeten und darin wird nicht mehr gesagt, dass Christus die Ursache unseres Heiles ist (Arius redivivus).

Wenn in einem Heftchen zu Erklärung der Kirche, das vom Seelsorgeamt einer deutschen Diözese herausgegeben wurde, steht: „In der Nähe des Altares ist ein kleiner Schrank, oft in der Wand eingelassen. Wenn Brot in diesem Schrank ist, brennt davor ein rotes Licht.“ Wenn ein Doktor der Theologie und ein Prälat solche Formulierungen durchlassen, oder gar selbst verfassen, ist das sträflicher Leichtsinn oder für solche Personen eine unverzeihliche Unkenntnis. Glauben sie noch an die Wesensverwandlung (Transsubstantiation)?

Die sieben Sakramente sind Zeichen der Liebe Gottes in der Kirche und sie können von den Menschen nicht verändert werden. Weil die Hilfe des menschgewordenen Gottessohnes nur durch diese Gaben für den Einzelnen erfahren, erlebt und heilswirksam empfangen werden kann, ist die Kirche letztlich heilsnotwendig für jeden. Denn außerhalb der Kirche findet er diese Hilfsmittel (die Sakramente) des menschgewordenen Gottessohnes nicht.

Wenn von jemandem behauptet wird, er sei ein tiefgläubiger katholischer Mensch, dieser aber nicht regelmäßig zur Heiligen Messe geht und auch die Sakramente nicht empfängt, kann es mit seiner tiefen Gläubigkeit nicht allzu weit her sein. Zumindest ist kein katholischer Glaube da, der ihm zur Ewigen Seligkeit hilft. Wir können zwar auch beten, wenn wir nicht in einer Kirche sind, aber wir können den Weg zum Ewigen Leben ohne die Sakramente Christi in seiner Kirche nicht erreichen. Christus sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“

„Allen, die IHN aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden.“

Foto: Christus mit der Eucharistie – Bildquelle: The Yorck Project / Wikipedia