Die Lebenskultur des Priesters

Von Dr. Klaus Limburg. 30 Priester und Priesteramtskandidaten trafen sich in Haus Hardtberg bei Euskirchen.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 23. April 2015 um 18:39 Uhr
Priesterkragen

Aachen/Kreuzweingarten (kathnews/Opus Dei). Auch Priester müssen auftanken. Diese Einsicht führte gut 30 Priester und Priesteramtskandidaten zur Frühjahrstagung der Mitarbeiter und Freunde des Opus Dei ins Haus Hardtberg nach Kreuzweingarten. Das Motto war „Die Lebenskultur des Priesters“ vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch die gegenwärtigen Umbrüche und Neuordnungen in der Pastoral.

Kontemplation vor Aktion

Erster Referent war Pfr. Romano Christen aus dem Kölner Norden. Unter dem Thema „Berufen und beauftragt, Hirt zu sein“ berichtete er den Mitbrüdern und Seminaristen von seinen Einsichten und Erfahrungen als Pfarrer. Gerade weil ein Pfarrer heutzutage viel zu tun habe, müsse die Kontemplation Vorrang haben vor der Aktion. Theoretisch sei das jedem klar. Etwas anderes aber sei die Erfahrung, und die wachse im Gebet, im lebendigen Umgang mit Christus.

Freundschaft mit Christus

Am Abend wurde der unter die Haut gehende Film „Calvary“ (Am Sonntag bist du tot) des irischen Regisseurs John Michael McDonagh gezeigt. Der zweite Tag begann mit Meditation, Laudes und Eucharistiefeier in der Hauskapelle. Nach dem Frühstück gab es zwei Arbeitssitzungen. Zunächst ging es unter der weisen Führung von Prälat Prof. Dr. Lothar Roos (Bonn) um „Biblische Impulse zur Neuevangelisierung“, zentriert in der Freundschaft mit Christus. Das Heilsangebot Gottes richte sich immer an alle Menschen, auch wenn nur wenige das Angebot annähmen. „Stellvertretung“ lautete die theologische Leitlinie.

Ehe- und Familienpastoral

Anschließend hielt Prof. Dr. Stephan Patt (Köln) ein anregendes Referat über einige „Aktuelle Fragen zu Ehe und Familie“ im Zusammenhang mit der Bischofssynode. Ausgehend von der Feststellung, dass diese Familiensynode alle betreffe, hob der Referent einige Herausforderungen hervor, die sich aus der außerordentlichen Synode ergeben, um dann drei positive Ansätze zu einer verbesserten Ehe- und Familienpastoral aufzuzeigen.

Burnout-Syndrom – Risikofaktoren frĂĽhzeitig erkennen

Am späten Nachmittag fand – wie schon am Vortag – eine Betrachtung in der Hauskapelle statt, die in eine eucharistische Andacht mit Vesper ausklang. Am Abend fĂĽhrte der Psychotherapeut und Psychiater Dr. Carl Schreiner (GĂĽtersloh) in die Problematik des Burnout-Syndroms ein und sensibilisierte dafĂĽr, die persönlichen Risikofaktoren frĂĽhzeitig zu erkennen.

Notwendigkeit des Breviergebetes

Am nächsten Tag referierte mit viel Humor und Lebenserfahrung der emeritierte Weihbischof Klaus Dick über das „Breviergebet als selbstverständliches Tagesgerüst“. Vor allem die anwesenden Priesteramtskandidaten hörten aufmerksam zu.

Umgang mit den Medien

Den Abschluss der Tagung bildete eine lebendige Diskussion mit Martin Rothweiler (EWTN-Bonn) über den „Umgang mit Medien“.

Einig waren sich die Priester darin, dass das gastliche Haus Hardtberg ihnen ein Klima des Gebetes und der herzlichen BrĂĽderlichkeit erleichtert habe.

Foto: Klerikerhemd – Bildquelle: Kathnews