Die drei Türen zu Jesus

Papst predigt über Beziehung zu Christus.
Erstellt von Radio Vatikan am 16. Mai 2014 um 13:33 Uhr
Betende Hände

Vatikan (kathnews/RV). Um Jesus kennen zu lernen, reicht es nicht, ihn studiert zu haben. Auch genügt es nicht, „Ideen“ über Jesus zu haben. Wer Jesus begegnen will, der muss ihn anbeten, feiern und nachahmen. Das betonte der Papst in seiner Predigt am Freitagmorgen in der Casa Santa Marta. Der Papst lud alle ein, das Evangelium zu lesen, das „manchmal ganz verstaubt ist, weil es nie aufgeschlagen wird“. Im Mittelpunkt der Predigt stand das Zitat Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Um diesen Satz zu verstehen, reiche es nicht, den Katechismus zu studieren, so der Papst. „Denn die Ideen allein schenken kein Leben, und wer nur den Weg der Ideen einschlägt, landet in einem Labyrinth, aus dem er nicht mehr herauskommt! Deshalb gibt es Irrlehren, seit es die Kirche gibt. Irrlehren fangen so an: Wir wollen allein mit unserem Kopf und unserem Licht verstehen, wer Jesus ist. Ein berühmter englischer Schriftsteller sagte einmal, Häresien seien verrückt gewordene Ideen. So ist es! Wenn die Ideen allein dastehen, dann werden sie verrückt. Das ist nicht der rechte Weg!“

Um Jesus kennen zu lernen, müsse man drei Türen öffnen, so der Papst: „Die erste Tür ist das Gebet zu Jesus. Ihr müsst wissen, dass studieren ohne beten nutzlos ist. Zu Jesus zu beten, führt dazu, ihn besser kennen zu lernen. Die großen Theologen sind jene, die kniend Theologie betreiben und zu Jesus beten! Wenn wir also studieren und beten, dann rücken wir näher… aber ohne Gebet werden wir nie Jesus kennen, nie! Die zweite Tür ist Jesus zu feiern. Beten genügt nicht, man muss auch die Freude der Feier erleben. Wir können Jesus durch seine Sakramente feiern, denn dort schenkt er uns Leben und gibt uns Mut und Hoffnung. Ohne das Feiern der Sakramente werden wir niemals Jesus kennen. Das gehört zum Wesen der Kirche: Jesus feiern. Die dritte Tür ist die Nachahmung Jesu. Dazu muss man das Evangelium zur Hand nehmen; was hat er getan? Wie war sein Leben? Was hat er uns gesagt und gelehrt? Und so können wir ihn nachahmen.“

Wer diese drei Türen durchschreitet, der nähere sich dem „Geheimnis Jesu“, so der Papst weiter. Man müsse keine Angst davor haben, fügte Franziskus an. „Wir können heute im Laufe des Tages darüber nachdenken, wie wir diese Türen des Gebets in meinem Leben öffnen können. Das Gebet muss aber vom Herzen kommen und nicht wie ein Papagei nachgeplappert werden! Dann die Frage, wie wir die christliche Feier in meinem Leben geführt wird und wie ahme ich Jesus nach. Hast du wirklich keine Ahnung? Aber warum steht dann die Bibel verstaubt in deinem Bücherregal? Nimm dieses Buch zur Hand, öffne es und du findest alle Beschreibungen, wie du Jesus nachahmen kannst. Denken wir an diese drei Türen, das wird uns allen gut tun.“

Foto: Betende Hände – Bildquelle: Wikipedia / Albrecht Dürer