Der „Synodale Weg“ erinnert an das „Pastoralkonzil“ in den Niederlanden

Niederländischer Koadjutor hofft und betet, dass es in Kirche in Deutschland zu keiner Spaltung kommt
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 17. September 2019 um 18:11 Uhr
Petersdom

Haarlem/Amsterdam (kathnews). Der Koadjutor des niederländischen Bistums Haarlem-Amsterdam, Msgr. Dr. Jan Hendriks, sieht eine Ähnlichkeit zwischen dem „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland und dem „Pastoralkonzil“, das Anfang der 70er Jahre in den Niederlanden abgehalten worden ist. Das schreibt er in seinem lateinischen Beitrag der Seite „Quid Novi“ auf seiner Homepage „Arsacal“. „Es sind dieselben Vorschläge, dieselben Argumente“ (Eadem sunt proposita, eadem sunt argumenta), stellt Bischof Hendriks fest, der das niederländische Pastoralkonzil als Schüler eines „kleinen Seminars“ (seminarium minus: Konvikt) miterlebt hat.

Spaltungen

Über viele Jahre habe man in den Niederlanden als Folge dieses „Pastoralkonzils“ innerkirchlich eine Zeit der Uneinigkeit und Spaltungen erlebt, erinnert sich Msgr. Hendriks schmerzlich. „Die Glaubensfreude, welche Einheit und Gemeinschaft schafft, hat lange gefehlt.” Die Gläubigen hätten kaum ein Fundament des Glaubens gefunden. Der Papst sei eher ein Zeichen der Trennung als der Einheit gewesen (Summus Pontifex potius erat signum divisionis quam unitatis), schreibt Msgr. Hendriks.

Im Zuge des niederländischen „Pastoralkonzils”, dem mehrheitlich Laien und wenige Kleriker als Mitglieder angehört hätten, habe man immer mehr über den katholischen Glauben und über Fragen der kirchlichen Disziplin diskutiert, was der Einheit und der Gemeinschaft der Kirche sehr geschadet habe.  Themen wie die Struktur der Kirche, der priesterliche Zölibat, die Sexualmoral, der Ökumenismus hätten damals auch auf der Agenda gestanden. Ihm habe damals, so Msgr. Hendriks, auf dem Pastoralkonzil der Geist der Anbetung, die Anrufung des Heiligen Geistes, der Geist des Gebetes und die Feier der heiligen Eucharistie gefehlt. Das niederländische „Pastoralkonzil“ sei vielmehr politisch und weltlich geprägt gewesen.

Gebet um Einheit

Zum Schluss schreibt Msgr. Dr. Jan Hendriks: „Ich hoffe und bete, dass der Synodale Weg der Kirche Deutschlands für die Einheit, die Liebe und die Gemeinschaft segenreich ist. Mögen alle Spaltungen vermieden werden. Mögen alle dazu angespornt werden, dass sie Jesus Christus und seinem Evangelium folgen, nicht der Welt.“

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews