Der Mai – kein Monat wie jeder andere

Gedanken zum Marienmonat Mai.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 2. Mai 2015 um 00:07 Uhr
Hl. Gottesmutter Maria

Von Martin F. Peters:

Der Mai ist gekommen! In vielen Dörfern und Städten wird der Beginn des Wonnemonats mit dem Aufstellen des Maibaumes eingeläutet. Dabei hat der Mai auch eine besondere Bedeutung innerhalb des Kirchenjahres. Schon die Bezeichnung „Wonnemonat“ führt uns auf die Spuren eines gekrönten Hauptes und Lokalheiligen, nämlich Karl des Großen. Er bezeichnete den Mai als „wunnimanot“, was so viel bedeutet wie Weidemonat. Damit verwies er auf die landwirtschaftliche Bedeutung des Mai. Erst im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelte sich aus dem Verwaltungsbegriff die Bezeichnung Wonnemonat.

Marianische Symbole

Der Mai ist aber nicht nur ein Weidemonat, sondern auch kirchlich geprägt. So werden zum Beispiel die in vielen Orten üblichen Maiandachten zu Ehren der Gottesmutter gehalten. Der Brauch der Maiandacht entwickelte sich seit dem Barock, hatte jedoch zu dieser Zeit keine marianische Prägung. Erst im 19. Jahrhundert entwickelten sich die marianischen Maiandachten als eine eigenständige Form der Marienverehrung, die mit einer besonderen Natursymbolik verbunden sind. Im Mai erwacht die Natur und entfaltet sich in ihrer ganzen Pracht. Damit soll das Wirken der Gottesmutter in der Heilsgeschichte ausgedrückt werden. Marianische Symbole sind oft der Natur entnommen, wie zum Beispiel der „Hortus conclusus“, der geschlossene Garten. Hierbei handelt es sich um ein Symbol der Jungfräulichkeit Marias, das aus dem Buch  Hoheslied entlehnt ist. Auch zahlreiche Pflanzen dienen als marianische Symbole. Das Maiglöckchen ist beispielsweise ein Zeichen der Demut, die weiße Lilie steht für die Jungfräulichkeit, die Wald – Erdbeere für die Rechtschaffenheit und die dornenlose Rose für die Barmherzigkeit Marias. Die Bedeutung der Symbolik entfaltet sich in der Bezeichnung Marias als „Frühling des Heils“ oder „schönste Blüte der Erlösung“. Sie nimmt in der katholischen (Volks-)Frömmigkeit eine wichtige Rolle ein, da sie ein Vorbild für den Christen darstellt. Sie hat sich auf Gottes Wort ganz und gar eingelassen und die Erlösung erfahren. Somit kann sie auf dem persönlichen Lebensweg immer wieder angerufen werden, was vor allem in den Fürbitten des Marienmonats deutlich wird. Die Dogmen der unbefleckten Empfängnis und der Aufnahme Mariens in den Himmel unterstreichen die Wichtigkeit Marias im katholischen Glauben. Gott konnte in der Gestalt Jesu Christi auf die Welt kommen, weil Maria ihn in diese Welt geboren hat. Das Angelusgebet fasst diese Tatsache treffend zusammen:

Der Engel des Herrn brachte Maria die frohe Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist. […]Maria sprach: Siehe ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort. […]Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

Marienfeste

Maria wird auch als „der Gottheit Tabernakel“ bezeichnet und dadurch die Menschwerdung Christi  veranschaulicht. Diese hervorgehobene Rolle Marias im Heilgeschehen wird durch die zahlreichen Marienfeste, den Marienmonat Mai und den Rosenkranzmonat Oktober im liturgischen Jahr besonders gewürdigt. Der Mai erhält durch den Gedenktag „Unserer Lieben Frau in Fátima“ und das Fest Mariä Heimsuchung einen besonderen festlichen Charakter. In der nachkonziliaren Zeit der 1960er Jahre wurde das Fest Maria Königin am 31. Mai durch Mariä Heimsuchung ersetzt, um dem Mai einen geeigneten Abschluss zu verleihen. Maria Königin wurde von da an am 22. August gefeiert. Im deutschen Regionalkalender wird Mariä Heimsuchung jedoch immer noch unter dem ursprünglichen Datum, dem 2. Juli, aufgeführt.

Marienverehrung

Der Marienmonat wird nicht nur im Kreis der Gemeinde begangen, sondern auch in der Familie. So  ist es in einigen Regionen der Erde Brauch, einen eigenen Marienaltar im Haus oder in der Wohnung aufzustellen und sich mit der Familie davor zu versammeln, um den Rosenkranz zu beten.   Egal ob in der Familie oder in der Gemeinde: Die Marienverehrung führt zu Christus und diesen Anspruch gilt es im Wonnemonat Mai jedes Jahr besonders hervorzuheben. Denn der Mai ist kein Monat wie jeder andere.

Foto: Gottesmutter Maria – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews