Der heilige Cornelius und der heilige Cyprianus in Aachen
Von Gero P. Weishaupt
Aachen (kathnews). Der an den Nordhängen der Eifel gelegene Ort Kornelimünster gehört seit 1972 zur Stadt Aachen. Er ist neben Aachen-Burtscheid der bedeutendste Stadtteil der alten Kaiserstadt.
Seit dem Jahre 875 ist der malerische Stadtteil Kornelimünster im Süden Aachens im Besitz einer Schädel- und Armreliquie des heiligen Papstes Kornelius und einer Schädelreliquie des heiligen Bischofs Cyprian von Karthago. Damals hieß der Ort „Monasterium ad Indam“, Kloster an der Inda, einem kleinen Fluß.
Wie kamen die Reliquien nach Kornelimünster?
Nach dem Tode Karls des Großen (814) versuchte sein Sohn Ludwig der Fromme die in Aquitanien begonnene kirchliche Reorganisation auf das Gesamtreich zu übertragen. Er wurde dabei beraten von dem Benediktiner Benedikt von Aniane. Dieser gründete in Aachen-Kornelimünster ein Musterkloster für das Frankenreich im Jahre 814, noch vor Eröffnung der großen Reichssynode in Aachen 817. Die Aachener Reichsynode führte zu einer strikteren Observanz der Benediktinerregel für alle Klöster im Frankenreich und erhob Benedikt von Aniane zum Reichsabt.
Ludwig der Fromme beabsichtige, in dem Kloster auch begraben zu werden. Sein Grabstätte sollte in der Einganghalle der Klosterkirche hergerichtet werden. Sein Grab blieb aber leer. Ludwig starb in Ingelheim und wurde in St. Arnulf in Metz beigesetzt. Wäre er in Kornelimünster beigesetzt worden, hätte Aachen drei Kaisergräber: das Karls des Großen, das Ottos III. und das Ludwigs des Frommen.
Die Reliquien der Heiligen Kornelius und Cyprianus gelangten nach Aachen bzw. Kornelimünster durch einen Reliquientausch unter Kaiser Karl dem Kahlen im Jahre 875. Er erhielt die Hälfte des im Kloster aufbewahrten Grabtuches Christi für seine Klostergründung in Compiegne. Als Gegengabe schenkte er dem Kloster an der Inde die Reliquien der beiden Heiligen. Der Ort ändert 1028 seinen Namen: Aus „Monasterium ad Indam“ wurde „Monasterium St. Cornelii ad Indam“ – Kloster des Heiligen Kornelius an der Inde. Daraus entwickelte sich der heutige Name Kornelimünster. Seit 1972 gehört der am Nordrand der Ausläufer der Eifel  liegende idyllische Ortsteil zu Aachen.
Bedeutender Wallfahrtsort
Kornelimünster entwickelte sich im Mittelalter zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorten zwischen Rhein und Maas. Die Wallfahrten finden im Rhythmus von sieben Jahren zeitgleich mit der Heiligtumsfahrt in Aachen statt (die nächste 2021). Alljährlich im September feiert der Ort vor dem Gedenktag der beiden Heiligen Kornelius und Cyprian eine Festoktav.
Kornelimünster ist neben Burtscheid der historisch bedeutsamste Stadtteil der altehrwürdigen Kaiserstadt Aachen. Die ehemalige reichsunmittelbare Abtei Kornelimünster war mit Münz- und Marktrecht ausgestattet und dem König unterstellt. Die bevorzugte Stellung des Reichsabtes kam dadurch zum Ausdruck, dass er bei Abwesenheit des Erzbischofs von Köln den von den Kurfürsten Gewählten zum König krönen durfte.
Die heutige fünfschiffige Kornliusbasilika gehört baugeschichtlich zu den bemerkenswertesten Sakralbauten im Rheinland. Seit der Säkularisation ist sie Pfarr- und Propsteikirche.
Im Jahre 1982 besuchte der spanische König Juan Carlos I mit seiner Gatin Sofia die Korneliusbasilika, nachdem er im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses den Karlspreis erhalten hatte.
Foto: Aachener Dom – Bildquelle: Lokilech









