Der Benediktinerpater und die Erfolgsgeschichte des Schott-Messbuches – Zum Abschluss des Anselm-Schott-Jahres

Ein Beitrag von Clemens Victor Oldendorf.
Erstellt von Clemens Victor Oldendorf am 5. September 2019 um 00:01 Uhr

Im Verlauf der zurückliegenden zwölf Monate wurde immer wieder die Gestalt des Benediktiners Pater Anselm Schott (1843-1896) hier vorgestellt und mit ihm das Laienmessbuch, das seinen Namen trägt. Am 5. September 2018 waren es 175 Jahre, dass Anselm Schott geboren wurde. Damit endet heute, 365 Tage später, dieses Jubiläums- und Erinnerungsjahr.

Streiflichter durch die Biographie

Zwar gibt es das Schott-Messbuch bis auf den heutigen Tag, doch haben die volkssprachliche Gestalt und die Einsehbarkeit der vereinfachten Riten mit ihrer vermeintlich unmittelbareren Verständlichkeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil das Buch vollkommen umgeformt und in seiner Funktion verändert. Jetzt ist es aus der Hand der Masse der Gläubigen verschwunden und vielen wahrscheinlich genauso unbekannt wie der Benediktiner, der an seiner Wiege stand. Seinen ursprünglichen Dienst tut der Schott, wie sein Namensgeber ihn anlegte oder jedenfalls sofort wiedererkennen würde, unverändert dort, wo man entweder an der überlieferten Liturgie festgehalten oder sie spätestens seit Benedikt XVI. wiederentdeckt hat. So hat sich nicht bewahrheitet, was der Pfarrer und Autor Alois Dangelmaier (1889-1978), wie Schott aus Salach gebürtig, in einer Würdigung zum 75. Todestag des Anselm Schott 1971 schrieb, dass nämlich das  Schott-Messbuch „in dieser Form zu seinem Höhepunkt und Abschluss gelangt“ sei und fortfuhr: „Wir müssen für immer von ihm Abschied nehmen und zugleich von seiner ruhmreichen Geschichte von 87 Jahren.“

Im Orden des heiligen Benedikt

Was Schott, für kurze Zeit Weltpriester und als Vikar in der Pfarrseelsorge, an der Spiritualität der Benediktiner besonders angezogen haben mag, war sicherlich die mit der Orts- und Gemeinschaftsstabilität erhoffte Geborgenheit, gewiss eine Abwandlung seiner starken Mutterbindung. Es ist eine Ironie der Vorsehung und Geschichte, dass Pater Schott während seines Ordenslebens in nahezu alle  Niederlassungen der Beuroner Kongregation kam, sei es durch die politischen Umstände des Kulturkampfes und die Maigesetze, die 1875 zur Schließung von Beuron geführt hatten, sei es zur Gründung neuer Tochterklöster, wie 1892 bei der Wiederbesiedlung von Maria Laach durch Benediktiner.

Nach einem längeren Kuraufenthalt in Mergentheim, der ihm größere psychische Stabilität und ein wachsendes Selbstvertrauen gebracht haben muss, kommt er nicht, wie zeitweilig andere Mitglieder der Beuroner Klostergemeinschaft, ins Volderer Servitenkloster nach Tirol, sondern 1876 nach Maredsous in Belgien, ab 1878 Abtei, wo Pater Anselm die Jahre bis 1881 verbringt. In diese Zeit fällt seine erste, gleich sehr intensive, schriftstellerische Betätigung, die mit der Arbeit an einer Ausgabe des Altarmessbuches für den Benediktinerorden bereits den späteren, liturgischen Schwerpunkt anzeigt. Ebenso ergibt sich jetzt der persönliche Kontakt und eine daraus entstehende Freundschaft zu den Brüdern Desclée mit ihrem Verlagshaus in Tournai und der erste, äußerlich greifbare Anstoß, ein Laienmessbuch in seiner eigenen Muttersprache zu erstellen. 1882 hatten nämlich die belgischen Mitbrüder mit Pater Gérard van Caloen (1853-1932), dem späteren Abt als Herausgeber, ein französischsprachiges Missel des Fidèles initiiert, und Schott war Zeuge der Vorbereitungen zu diesem Projekt geworden.

Wurzeln, Werden und Wachsen eines Buches

Unser Blick auf das, was man also den Ur-Schott nennen könnte, umspannt einen Zeitraum, der vom 28. Juni 1883, über den Herbst 1884, in dem die erste Auflage erschien,  bis hin zur vierten Auflage, ein Jahrzehnt später reicht, welche die letzte war, die Anselm Schott noch persönlich erweitert und bearbeitet und für die er von  Maria Laach aus, der letzten Station seines Lebens, das Vorwort geschrieben hat.

An jenem 28. Juni 1883 treffen wir Pater Schott gerade noch in Prag an, wo er sich seit 1881 aufhält, und unter diesem Datum schreibt er dem Herder-Verlag in Freiburg im Breisgau von seiner Idee, ein deutsches Äquivalent zum Missel der Abtei Maredsous ins Leben zu rufen. Mit diesem Gedanken stößt er auf Interesse. Als die erste Auflage 1884 erscheint, hat es den Pater allerdings schon doch in die Steiermark verschlagen, zur Klostergründung nach Seckau. Dort bleibt er bis 1891, erlebt in Seckau also die zweite Auflage von 1888. Diese umfasst bereits alle Sonntagsmessen, sowie alle Heiligenmessen, die nach damaliger Rangordnung der Feste den Sonntag liturgisch verdrängen konnten. Von Auflage zu Auflage erfährt das Buch Zuwachs an Umfang und immer weitere Verbesserung der Einführungen und liturgischen Erläuterungen. So bietet die dritte Auflage von 1892 bereits sämtliche Heiligenmessen. 1894 sieht die vierte und damit letzte Auflage, die Pater Anselm eigenhändig gestaltet hat. In sie fügt er noch die Messen der Quatembertage ein und erweitert und ergänzt einmal mehr tiefgehend die einführenden Texte. Diese beiden letzten Auflagen besorgt er in Maria Laach, wo er seit dem 25. November 1892 weilt. Dies ist das Datum der benediktinischen Wiederbesiedlung des ursprünglich 1127 zur Abtei erhobenen Klosters.

Schaut man nach diesem kurzen chronologischen Abriss näher hin, ergibt sich folgendes Bild: Schott greift auf eine bestehende Übersetzung zurück, nämlich auf diejenige, die Christoph Moufang (1817-1890) für sein eigenes Messbuch erarbeitet hat, das unter dem Titel Officium Divinum von 1851 bis 1912 in insgesamt zwanzig Auflagen erschien. Der langjährige Mainzer Seminarregens Moufang ist bekannter für sein politisches Engagement in der Sozialen Frage oder als Mitbegründer der Deutschen Katholikentage. Nach dem Tode des Mainzer Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877) wurde er vom Domkapitel zu dessen Nachfolger gewählt. Die Regierung des Großherzogtums Hessen bestätigte jedoch die Wahl Moufangs nicht, so dass dieser nie zum Bischof konsekriert wurde, sondern dem Bistum während einer ausgedehnten Sedisvakanz ab 1877 als Administrator vorstand, die erst mit der Wahl und Weihe Paul Leopold Haffners (1829-1899) zum Bischof von Mainz 1886 beendet wurde. Vielleicht hat Schott, der ab seinem siebten Lebensjahr bei einer Verwandten mütterlicherseits in Darmstadt lebte, um eine katholische Schule besuchen zu können, schon in dieser frühen Zeit die erste Bekanntschaft mit Moufangs Messbuch gemacht.

Die benediktinische monastisch-liturgische Erneuerung im Frankreich und Belgien des 19. Jahrhunderts

Dom Prosper Guéranger OSB (1805-1875), der Gründerabt von Solesmes, hatte sich publizistisch als der große Erklärer der römischen Liturgie und ihres Kirchenjahres hervorgetan. Beuron stand mit Solesmes in regem geistigen Austausch. Diese Wechselbeziehung der liturgisch-monastischen Erneuerungsbewegung war bezeichnend für Schotts Messbuch, denn schon in dem Prager Schreiben, mit dem er das bereits fertiggestellte Manuskript dem Verlag Herder anbot, verwies er darauf, in Einleitungen zum Kirchenjahr und Erläuterungen zur Liturgie dem Vorbild und Zugang Guérangers sich anschließen zu wollen. Dass überhaupt solch liturgiekatechetische Erklärungen vorgesehen waren, war die entscheidende Neuheit an Schotts Buchprojekt. Seine Vorläufer begnügten sich damit, kommentarlos die nackte Übersetzung abzudrucken.

Seine Erläuterungen zu Text und Riten der Liturgie und ihrer Stellung im charakteristischen Zyklus des kirchlichen Jahreslaufs sind daher ohne Zweifel der entscheidende Pluspunkt, der dem Laienmessbuch des Pater Anselm zum durchschlagenden Erfolg verholfen hat und ihm im deutschen Sprachraum zunächst ein völlig neuartiges Alleinstellungsmerkmal sicherte.

Schott greift für Ordo und Canon Missae auf Moufangs Übersetzung im Officium divinum zurück

Ein Textvergleich des Schott von 1884 mit Moufangs Messbuch zeigt: Auf weite Strecken besteht wortwörtliche Übereinstimmung, nur stellenweise und vereinzelt modifiziert Schott die deutsche Textfassung des Messkanons. Dabei handelt es sich bald um Tilgung einzelner, durch Moufang interpretierend zugesetzter Adjektive, die im Lateinischen keine Entsprechung besitzen, bald um Austausch vornehmlich opferterminologischer Begrifflichkeiten, etwa in der Wiedergabe von oblatio oder sacrificium. Vielleicht hat Schott in diesem Punkt bei Moufang eine gewisse Willkür oder unerklärliche Wechselhaftigkeit  empfunden, allerdings lassen auch Schotts eigene Übersetzungsentscheidungen nicht klar eine einheitliche, theologische Systematik oder Kohärenz erkennen. Schließlich ändert Schott den Text seiner Vorlage bisweilen da ab, wo umgekehrt Moufang offenbar um jeden Preis genauestens den lateinischen Satzbau nachbilden will, Schotts Sprachempfinden demgegenüber jedoch den natürlichen Sprachfluss im Deutschen bevorzugt.

Schott gibt die Übersetzung des Canon Missae auf

Doch ab der zweiten Auflage von 1888 lässt Schott ohnehin die wörtliche Übersetzung des Messkanons fallen und ersetzt sie durch die deutsche Variante einer französischen Hochgebetsparaphrase des schon erwähnten Dom Guéranger. Das ist durchaus konsequent, denn das, was Schotts Einführungen und Erklärungen auszeichnet, übernimmt die Methode Guérangers in seinem L’Année Liturgique, das als Das Kirchenjahr erstmals 1875, dem Todesjahr des Abtes von Solesmes, in deutscher Sprache erschien. Gleichzeitig spürt man bei Schott eine gewisse Unsicherheit, ob es nicht doch gute Gründe gäbe, den Hochgebetstext weiterhin vollständig zu übersetzen.

Schott begründet wohl deshalb ab der dritten Auflage von 1892 seinen Entschluss im Vorwort (S. IX) ausdrücklich mit der besseren Übereinstimmung mit der angenommenen Absicht und Gesinnung der kirchlichen Obrigkeit: „So gerne der Bearbeiter mehrseitigen Wünschen nach wörtlicher Übersetzung des Canon willfahrt hätte, so konnte er mit Rücksicht auf die namentlich seit Papst Alexander VII. (Dekret vom 16. Januar 1661) konstant entgegenstehenden Erklärungen des Apostolischen Stuhles und auf gewichtige Gründe, welche eine liturgische Autorität wie Abt Guéranger nicht etwa als Privatansicht, sondern als kirchliche Anschauung auseinandergesetzt, sich nicht dazu entschließen. Auf den Rat einer anderen, in Deutschland angesehenen, liturgischen Autorität[1], wurde also die bisherige, von Dom Guéranger stammende Umschreibung beibehalten.“ Die Tatsache, dass der Kanon in der Schott-Erstauflage im Anschluss an Moufang übersetzt war, beweist allerdings, dass Schott nicht einfach eine deutsche Kopie des belgischen Vorbilds machen wollte, denn in diesem findet sich von Anfang an, in Gebetsgestalt und ab 1882, die Inhaltsangabe des Kanons aus der Feder des Abtes von Solesmes, statt einer wortgetreuen, französischen Wiedergabe.  Anselm Schott griff ursprünglich vielmehr ebenso auf die Praxis seiner deutschsprachigen Vorläufer zurück.

In der zweiten Auflage, ab der der Kanon nur noch paraphrasiert übersetzt wurde, findet sich S. 14 die Fußnote 3, welche lautet: „Die Gebete des Canon, die nur im Munde des Priesters ihre ganze und volle Bedeutung haben, geben wir nicht in wörtlicher Übersetzung, sondern die Gebetsgedanken desselben in einer, den geistlichen Bedürfnissen der Gläubigen entsprechenden Form.“ Sie erinnert an die Argumentation Pachtlers, ebenfalls ein Vorläufer Schotts als Herausgeber eines Messbuchs, der zwar den Kanon einschließlich der Wandlungsworte vollständig lateinisch und deutsch wiedergibt, aber erläuternd hinzufügt: „Da die Wandlungsworte nur im Munde eines rechtmäßig geweihten Priesters Kraft haben, so ist es für den Gläubigen empfehlenswerter, bei der heiligen Wandlung der Privatandacht obzuliegen.“[2] Anschließend sind bei Pachtler kurze Akte der drei göttlichen Tugenden, eine Erweckung der Reue, sowie kurze Anrufungen zur Anbetung des heiligen Leibes und des kostbaren Blutes Christi eingeschoben.

Es ist dokumentiert, dass Schott in jüngeren Jahren als Priester und Ordensmann mit Skrupeln und allgemeiner Unsicherheit zu kämpfen hatte. Seine Ausführungen zur Begründung, die wörtliche Übersetzung des Kanons aufzugeben, zeigen ein gewisses, bleibendes Bedauern darüber und auch ein Schwanken. In den Vorläuferbüchern von Moufang und Pachtler stellt eine Übersetzung des Hochgebets noch kein Problem dar oder die kirchliche Gesinnung ihrer Verfasser in Frage. Pachtler bietet zusätzlich zu der durchgehenden Übersetzung des Kanons geeignete Anbetungsgebete an, sucht also offenbar den vermittelnden Kompromiss. Zu Schotts persönlicher Mentalität kam wohl ein nach dem Vaticanum von 1869/70 fortgeschrittener Ultramontanismus (sowohl Moufang als Pachtler erschienen zuerst gut eine Generation vor Schott und circa zwanzig Jahre vor dem I. Vatikanischen Konzil) hinzu, der von Guéranger gewissermaßen zusätzlich verkörpert wurde. Dies unterstreicht sein gleich doppelter Verweis auf französische und deutsche liturgische Autoritäten als Rechtfertigung für die gegenüber der Erstauflage von 1884 geänderte Politik. Erst ab der 22. Auflage von 1921 ist der Ordo Missae einschließlich des Kanons und der Konsekrationsworte im Schott wieder durchgehend zweisprachig enthalten.

Pater Pius Bihlmeyer – Durchbruch und Erfolg des Schott-Messbuches

Mit dieser Bemerkung treten wir ein in die Phase der redaktionellen Verantwortung Pater Pius‘ Bihlmeyers OSB (1876-1931) für das Schott-Messbuch, das er von 1918 bis zu seinem überraschenden Tod 1931 betreute. Neben der Tatsache, dass unter seiner Herausgeberschaft sieben neue Schott-Varianten neben den Ur-Schott des Messbuchs der heiligen Kirche traten, gilt ohne Zweifel ganz generell, was – behaftet mit einiger, zeittypisch-stilistischer Patina – in seiner Totenchronik zu lesen ist: „Die literarische Haupttätigkeit seines Lebens entfaltete P. Pius seit Sommer 1918 mit der Weiterführung des liturgischen Schrifttums unseres am 23. April 1896 in der Laacher Neugründung verstorbenen P. Anselm Schott. Jahrzehntelang vertraute Beschäftigung mit den Hl. Schriften, mit Liturgie und Kirchenvätern, dazu in glücklicher Ergänzung seine bekannte opferwillige Bereitschaft und Verläßlichkeit ließen ihn für seine neue Aufgabe geeignet erscheinen. Mit großer Treue hat sich P. Pius bis zu seinem Sterben diesem schwierigen Werk gewidmet und sich um dessen ständige Vervollkommnung ganz hervorragend verdient gemacht.“[3]

Das Vollständige Römische Messbuch und seine im Jubiläumsjahr 1934 erreichte, endgültige Textgestalt

Hervorzuheben ist unter diesen Leistungen die schon erwähnte Auflage von 1921, mit der der Kanon wieder vollständig übersetzt vorliegt,  vor allem aber die Schaffung des Vollständigen Römischen Messbuchs lateinisch und deutsch, das erstmals 1926 erschien und in die noch Pater Bihlmeyer 1930 die sogenannte Einheitsübersetzung[4] von Ordo und Canon Missae von 1929 übernahm. Nach seinem plötzlichen Tod folgte auf Bihlmeyer bis 1948 Pater Sebastian Gögler OSB (1897-1991) als Chefredakteur und Herausgeber des Schott. Er führte 1932 die Einheitsübersetzung auch im Messbuch der heiligen Kirche ein und war für dessen berühmte Jubiläumsausgabe von 1934 („50 Jahre Schott-Messbuch“) verantwortlich.[5] In jenem Jubiläumsjahr war es ebenfalls Gögler, der das Vollständige Römische Messbuch eingehend überarbeitet und dieser Ausgabe diejenige Gestalt gegeben hat, die (von der Karwochenreform Pius‘ XII. einmal abgesehen) bis 1965 endgültig und unverändert bleiben sollte. Die Ausgabe G dieses Großen Schott aus dem Jahre 1961 ist der Grundstock und Stammteil des erweiterten Sarto-Schott, welcher 2018 erscheinen konnte.

Neben die Lebensleistung des Anselm Schott ist auch das Laacher Alternativprojekt des Pater Urbanus Bomm OSB (1901-1982, 1964-1977 Abt von Maria Laach) zu stellen, dessen Volksmessbuch, analog zum Schott als der Bomm bekanntgeworden, erstmals im August 1927 erschienen war.

Erwähnt sei schließlich im Sinne dieser Vorläufer noch Pater Martin Ramm FSSP (*1971), der 2015 sein Volksmissale, das „vollständige römische Messbuch nach der Ordnung von 1962“ herausgeben konnte und das inzwischen bereits in der dritten Auflage vorliegt. Er hat es mit Mitbrüdern völlig neu übersetzt und eingeleitet und zeigt damit, dass die „alte“ Messe nicht museal erstarrt ist, sondern sehr lebendig sein kann. Es ist nicht zu bezweifeln, dass es Pater Anselm Schott und Abt Urbanus Bomm eine Freude wäre, ihrem eigenen Lebenswerk Pater Martin Ramm und sein Volksmissale folgend und ihr Anliegen damit fortgesetzt zu sehen. Sicherlich würde es sie ebenso freuen, dass während des nun zu Ende gegangenen Jubiläumsjahres „175 Jahre Pater Anselm Schott“ durch eine gelungene Neuauflage der klassische Schott wieder und weiterhin am Buchmarkt verfügbar bleibt.

[1] Damit dürfte der Gründer und erste Erzabt Beurons, Maurus Wolter (1825-1890), gemeint sein.

[2] Pachtler, G. M., Meßbuch für das katholische Pfarrkind in lateinischer und deutscher Sprache, Verlag Florian Kupferberg, Mainz 1854, S. 20.

[3] Sterbechronik über R. P. Pius Bihlmeyer (gest. 19. Mai 1931), S. 12. Dafür, mir diese Sterbechronik zur Verfügung gestellt zu haben, sei dem derzeitigen Beuroner Bibliothekar, Br. Petrus Dischler OSB, herzlich gedankt, ihm verdanke ich ebenso anderweitig schwer zugängliche Kopien aus den ersten vier, noch von Schott selbst besorgten Schott-Auflagen, sowie die anschließend noch angeführte Totenchronik des P. Sebastian Gögler OSB (1897-1991).

[4] Zu dieser nicht unumstrittenen Einheitsübersetzung, die bis 1967 in kirchenamtlicher Geltung blieb, obwohl sie sich ursprünglich bloß privater Initiative des Kölner Pfarrers Josef Könn (1876-1960) verdankte, vgl. Häußling, A., „Einheit in den deutschen liturgischen Texten“. Josef Könn und die Übersetzung des Ordo Missae von 1929, in: ALW 22 (1980), S. 124-128.

[5] Vgl. Totenchronik Pater Sebastian Paul Friedrich Gögler OSB  (gest. 16. Oktober 1991).

Foto: P. Anselm Schott OSB – Bildquelle: Archiv Oldendorf