Das Verlangen nach Gott

Katechismus der Katholischen Kirche.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 30. April 2013 um 21:24 Uhr
Heiligstes Herz Jesu

»Das Verlangen nach Gott ist dem Menschen ins Herz geschrieben, denn der Mensch ist von Gott und fĂŒr Gott erschaffen. Gott hört nie auf, ihn an sich zu ziehen. Nur in Gott wird der Mensch die Wahrheit und das GlĂŒck finden, wonach er unablĂ€ssig sucht: „Ein besonderer Grund fĂŒr die menschliche WĂŒrde liegt in der Berufung des Menschen zur Gemeinschaft mit Gott. Zum Dialog mit Gott wird der Mensch schon von seinem Ursprung her eingeladen: er existiert nĂ€mlich nur, weil er, von Gott aus Liebe geschaffen, immer aus Liebe erhalten wird; und er lebt nicht voll gemĂ€ĂŸ der Wahrheit, wenn er diese Liebe nicht frei anerkennt und sich seinem Schöpfer anheimgibt“ (GS 19,1). Von jeher geben die Menschen durch ihre Glaubensanschauungen und religiösen Verhaltensweisen (wie Gebet, Opfer, Kult und Meditation) ihrem Suchen nach Gott mannigfach Ausdruck. Diese Ausdrucksweisen können mehrdeutig sein, sind aber so allgemein vorhanden, daß man den Menschen als ein religiöses Wesen bezeichnen kann:

Gott „hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat fĂŒr sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. Sie sollten Gott suchen, oh sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ (Apg 17, 26-28). Diese „innigste und lebenskrĂ€ftige Verbindung mit Gott“ (GS 19,1) kann jedoch vom Menschen vergessen, verkannt, ja ausdrĂŒcklich zurĂŒckgewiesen werden. Solche Haltungen können verschiedenste Ursachen haben [Vgl. GS 19-21.]: Auflehnung gegen das Übel in der Welt, religiöse Unwissenheit oder GleichgĂŒltigkeit, irdische Sorgen und Reichtum [Vgl. Mt 13,22.], schlechtes Beispiel der GlĂ€ubigen, religionsfeindliche Denkströmungen und schließlich die Neigung des sĂŒndigen Menschen, sich aus Angst vor Gott zu verbergen [Vgl. Gen 3,8-10.] und vor dem Ruf des Herrn zu fliehen [Vgl. Jona 1,3].

„Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen“ (Ps 105,3). Mag auch der Mensch Gott vergessen oder zurĂŒckweisen, hört Gott doch nicht auf, jeden Menschen zu rufen, damit dieser ihn suche und dadurch lebe und sein GlĂŒck finde. Dieses Suchen fordert aber vom Menschen die ganze Anstrengung des Denkens und die gerade Ausrichtung des Willens, „ein auf richtiges Herz“, und auch das Zeugnis anderer, die ihn lehren, Gott zu suchen. „Groß bist du, Herr, und ĂŒberaus lobwĂŒrdig; groß ist deine StĂ€rke und unermeßlich deine Weisheit. Und loben will dich der Mensch, der selbst ein Teilchen deiner Schöpfung ist, der Mensch, der seine Sterblichkeit mit sich herumtrĂ€gt und in ihr das Zeugnis seiner SĂŒndhaftigkeit und das Zeugnis, daß du den Stolzen widerstehst. Und dennoch will er dich loben, der Mensch, der selbst ein Teilchen deiner Schöpfung ist. Du treibst uns an, so daß wir mit Freuden dich loben, denn du hast uns auf dich hin geschaffen, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir“ (Augustinus, conf. 1,1,1).«

Textquelle: KKK [27-30]

Foto: Heiligstes Herz Jesu – Bildquelle: Kathnews

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