Das Bistum Aachen und seine Finanzen

Ein Beitrag zur GlaubwĂŒrdigkeit der Kirche.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 20. Mai 2015 um 09:24 Uhr
Aachener Dom

Aachen (kathnews/KNA). Das Bistum Aachen hat erstmals sein Vermögen offengelegt. Der Finanzbericht 2013 weist eine Bilanzsumme von rund 639 Millionen Euro aus, wie Generalvikar Andreas Frick und Finanzchef Joachim Eich erlĂ€uterten. Der Bischöfliche Stuhl als selbststĂ€ndiger RechtstrĂ€ger verfĂŒgt ĂŒber ein Vermögen von rund neun Millionen Euro. Das Domkapitel will seine Bilanz mit Zahlen ĂŒber Dom und Domschatzkammer erst spĂ€ter vorlegen, wie es hieß.

Das Bistum wolle einen Beitrag zur GlaubwĂŒrdigkeit der Kirche leisten, betonte Frick. Geld und Besitz seien fĂŒr die Kirche kein Selbstzweck und dienten ihren großen Aufgaben in Seelsorge und Beratung. FĂŒr die nĂ€chsten Jahre sei das Bistum „solide aufgestellt“. Nach Eichs Worten verfĂŒgt das erst 1930 gegrĂŒndete Bistum nicht ĂŒber ein hohes Vermögen. Bei den Kirchensteuereinnahmen bewege sich die Diözese auf Platz 10 bis 12 der 27 deutschen BistĂŒmer. Die finanzkrĂ€ftigste deutsche Diözese, das Erzbistum Köln, hatte im Februar ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro offengelegt.

Laut Finanzbericht verfĂŒgt das Bistum ĂŒber Kapitalanlagen von 452 Millionen Euro. Hinzu kommen Sachanlagen von 58,9 Millionen Euro, weit ĂŒberwiegend Immobilien. 95 Prozent der GebĂ€ude wie Schulen werden nach den Angaben fĂŒr kirchliche Zwecke genutzt und rund 5 Prozent vermietet. Der Kassenbestand wird mit rund 97,8 Millionen angegeben. FĂŒr Pensionen hat das Bistum RĂŒckstellungen von 264 Millionen Euro gebildet, um die AnsprĂŒche von rund 730 VersorgungsanwĂ€rtern und 947 -empfĂ€ngern zu sichern. Um die Gemeindeseelsorge bei Schwankungen der Kirchensteuereinnahmen zu finanzieren, wurde eine RĂŒcklage von 262 Millionen Euro gebildet. Das sogenannte Zweckkapital, vergleichbar mit dem Stammkapital von Unternehmen, wird mit 86,2 Millionen Euro angegeben.

Der grĂ¶ĂŸte Anteil bei den ErtrĂ€gen von 330 Millionen Euro machte laut Bistum 2013 die Kirchensteuer von 228 Millionen Euro aus. Sie lag wegen guter Konjunktur um 16 Prozent höher als 2012. Die Diözese nahm 31 Millionen Euro mehr ein als geplant und ließ das Geld in RĂŒcklagen und Vermögen fĂŒr Altersversorgung fließen. ZuschĂŒsse – besonders des Landes fĂŒr Schulen – umfassten 55 Millionen Euro. ErtrĂ€ge aus GebĂŒhren und Mieten machten 48 Millionen Euro aus.

An Aufwendungen verzeichnete die Diözese fĂŒr 2013 rund 266 Millionen Euro. Die beiden grĂ¶ĂŸten Posten sind die Zuweisungen an die Kirchengemeinden mit 96 Millionen Euro (rund 35 Prozent) und die Personalaufwendungen von 98 Millionen Euro. 25 Millionen Euro werden als Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Bischöfliche Stuhl verfĂŒgte 2013 ĂŒber ein Umlaufvermögen von rund 1,3 Millionen Euro, Finanzanlagen von 5 Millionen Euro und Sachanalagen von 3 Millionen Euro, darunter ein Jugendhaus und 5 Mietobjekte. Aus dem Haushalt von rund 700.000 Euro erhielten Missbrauchsopfer rund 48.000 Euro. Weitere Aufwendungen flossen in eine Stiftungsprofessur und in die Instandhaltung von Immobilien.

Foto: Gotische Chorhalle des Aachener Domes – Bildquelle: Kathnews

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