Christsein – Kein fröhliches Cappuccino trinken

Ein Gastkommentar von Jugendredakteur Joachim Fuhr.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 21. August 2013 um 10:02 Uhr
Kreuzigung Christi

Ein geselliges Beisammensein mit fröhlicher und sentimentaler Musik, währenddessen geplaudert wird, Cappuccino getrunken und gesprochen wird, wie toll doch wieder das schöne Krippenspiel war und über das Wellness-Wochenende im Weihnachtsurlaub, weil die Gelenke doch wieder so sehr eingerostet sind. Diese warmen Vorstellungen, die uns doch immer wieder zeigen, wie schön es doch ist Christ zu sein. Jeden Sonntag zu hören über die schönen Grundideale von Liebe, Friede und Gemeinschaft. Christ zu sein so schön wie noch nie: ein Gott der sich um uns kümmert und für uns da ist, welche andere Religion kann so einen Gott vorweisen? Doch kommt da nicht der Gedanke auf: Kann das wirklich sein, dass Christ-Sein sich auf Cappuccino trinken und Wellness-Wochenende bezieht? Nein, auf gar keinen Fall. Wie oft fällt es aber doch auf, dass lieber von einem netten Gott gesprochen wird, der sich wirklich sehr um mein Wohlergehen kümmert, als von der radikalen Nachfolge, die jeder getaufte Christ gehen sollte. „Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“, (Mt 16,24). Jesus gab uns dies auf den Weg mit, die wir doch Jünger sind bzw. die wir Jünger Jesu sein wollen.

Jesus Jünger zu sein heißt nicht die Kirche als reine Wellness-Veranstaltung zu sehen. Nur getauft zu sein heißt nicht automatisch ein Ticket in den Himmel zu haben. Jünger Jesu zu sein heißt jeden Tag nicht auf die Dinge dieser Welt hereinzufallen. Jeden Tag müssen wir immer darum beten seine Jünger zu sein, denn aus eigener Kraft können wir auf keinen Fall seine Jünger sein. Nur durch seine Gnade, die wir durch das ständige Gebet bekommen, können wir seine Jünger sein. So brauchen wir nicht zu verzweifeln, weil wir merken, dass wir es nicht schaffen. Jesus ist bei uns, seine heiligmachende Gnade stärkt uns. Dies ist der Weg des „Jünger-Seins“, der sich, wenn wir ihn alleine gehen wollen, schwer anhört, der aber, wenn wir ihn mit Gott gehen, leicht wird, denn sein Joch drückt nicht und seine Last ist leicht (vgl.Mt 11,30). Der Herr sagt: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig“, (Mt 10,38). Jesus meint es ernst, denn er will keine lauen Jünger, die nicht standhaft, nicht radikal, sondern das Gegenteil sind. Jesu leben war nicht eine Wellnes-Kur, es war hart. Seine Liebe war nicht irgendein Gefühl, sie ist real und sie geht bis zum Ende. Sie ging bis ans Kreuz! Jesus selber hat seinen Vater verherrlicht, ist ihm nachgefolgt bis ans Kreuz. Diese Tat von Jesu Leben beweist eindeutig, dass es für uns, die wir an seinem Vermächtnis teilhaben nicht einfach wird.

Hier einige Bibelstellen dazu: „Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“, (Lk 9,58). Und: „Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten“, (Joh 15,20). Doch zu guter letzt eine wichtige Ermutigung: Wir brauchen uns nicht fürchten vor einem tyrannischen Gott, der oben in seinem Himmel sitzt und darauf wartet uns alle in die Hölle zu schicken; der so narzistisch ist und will, dass andere Leiden: Nein das ist Gott nicht. Gott verherrlicht sich durch die Natur, in ihr erkennen wir, wie Gott ist. Genauso verherrlicht er sich durch seine Heiligen. Auch durch sie erkennen wir, wie Gott ist. Jesus ist für dich und mich am Kreuz gestorben und hilft uns unser Leben zu meistern. Wir Christen wollen Jesus verherrlichen, wollen ihm nachfolgen und er wir uns dabei helfen. Wir brauchen uns nicht vor ihm zu fürchten, ihm unser „Ja“ zu geben: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt“, (Mt 5,11-12).

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez