Brüderliche Begegnung von Papst und Patriarch

Einsatz für gemeinsamen Weg zur Einheit fortgesetzt.
Erstellt von Radio Vatikan am 26. Mai 2014 um 07:59 Uhr
Israelische Flagge

Jerusalem (kathnews/RV). „Unsere heutige brüderliche Begegnung ist ein erneuter und notwendiger Schritt auf dem Weg zu der Einheit, zu der allein der Heilige Geist uns führen kann, der Einheit der Verbundenheit in der legitimen Vielfalt.“ Mit diesen Worten bezeichnen der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und Papst Franziskus ihre Begegnung im Heiligen Land. Dieser Teil der Papstreise ist gemeinsam vorbereitet worden und ist eigentlich eine gemeinsame Reise der beiden Vertreter getrennter Kirchen. Zum Abschluss der ersten Begegnung an diesem Sonntag unterzeichneten die beiden eine gemeinsame Erklärung. „Mit tiefer Dankbarkeit erinnern wir uns an die Schritte, die zu tun der Herr uns bereits befähigt hat.“ Bartholomaios und Franziskus wollen an die Begegnung erinnern, deren 50jähriges Jubiläum in diesem Jahr begangen wird: Paul VI. traf den Patriarchen Athenagoras. Dabei nennen sie die damals gemeinsam verfasste Erklärung, als wirklich bedeutsamer Schritt wird aber die Umarmung der beiden genannt. An diese schlossen sich dann die Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation an, theologische Gespräche, gegenseitige Besuche und anderes. Aber der Weg ist noch nicht zu Ende: „Während wir uns sehr wohl bewusst sind, dass wir das Ziel der vollen Gemeinschaft nicht erreicht haben, bekräftigen wir heute unseren Einsatz, unseren gemeinsamen Weg zur Einheit fortzusetzen, für die Christus, unser Herr, zum Vater gebetet hat: ‚Alle sollen eins sein‘ (Joh 17,21).“

In der gemeinsamen Erklärung wird als Ziel die eucharistische Tischgemeinschaft genannt. Man verspricht Zusammenarbeit und bekennt sich zu einem Dialog der Wahrheit und der Liebe, „es ist unsere Pflicht, uns zu bemühen, gemeinsam eine gerechte und menschliche Gesellschaft aufzubauen, in der sich niemand ausgeschlossen oder an den Rand gedrängt fühlt.“ Dazu kommen der gemeinsame Einsatz für Gottes Schöpfung: Die Misshandlung des Planeten sei der Sünde gleich, heißt es in dem Text. Es geht um den Einsatz für Religionsfreiheit und interreligiösen Dialog, schließlich wird die Situation der Christen im Nahen Osten angesprochen, um die man sich gemeinsam sorgt. „In einem von Gewalt, Gleichgültigkeit und Egoismus gezeichneten geschichtlichen Kontext spüren heute viele Männer und Frauen, dass sie die Orientierung verloren haben. Gerade durch unser gemeinsames Zeugnis für die Frohe Botschaft des Evangeliums können wir den Menschen unserer Zeit helfen, den Weg wiederzuentdecken, der zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden führt.“

Foto: Israelische Flagge – Bildquelle: Wikipedia/Daniel Maleck Lewy