Bischof Scheuer trotz Exkommunikation gesprächsbereit

Dialog keinesfalls losgelöst von sakramentaler Ordnung.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 11. Juni 2014 um 21:57 Uhr
Kelch

Innsbruck (kathnews/KNA). Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer zeigt sich trotz der Exkommunikation des Ehepaares Martha und Gert Heizer weiter dialogbereit. Der Bischof könne sich nach wie vor ein Gespräch vorstellen, erklärte die Diözese am Mittwoch auf Anfrage der österreichischen Presseagentur Kathpress. Ein solches Gespräch könne jedoch keinesfalls losgelöst von der sakramentalen Ordnung der Kirche, dem Kirchenrecht und vom Bischofsamt erfolgen. Zudem brauche es ein „klares Zeichen“ des Ehepaares, nämlich „glaubhafte Reue und künftige Unterlassung“. Am Dienstag hatte der Vorstand der Plattform „Wir sind Kirche – Österreich“ der Vorsitzenden Martha Heizer einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Die Exkommunikation habe allerdings viele Diskussionen auch innerhalb der Bewegung ausgelöst, hieß es in einer Pressemitteilung.

Neben „überwältigend vielen Zustimmungen“ gebe es „auch besorgte Stimmen, die das Handeln von Martha und Gert Heizer als zu herausfordernd empfinden und meinen, dass eine solche Vorgangsweise nicht der Weg von ‚Wir sind Kirche‘ sein könne“. Daher werde der Vorstand für den Herbst eine außerordentliche Vollversammlung einberufen, um „in einem basisdemokratischen Prozess“ breit über die künftige Richtung der Plattform zu diskutieren. Der Vorstand appellierte auch an die Kirchenleitung, anstelle der Exkommunikation „in einen konstruktiven, ehrlichen Dialog unter fairer Berücksichtigung aller Argumente einzutreten“. Die Heizers hatten in ihrer Wohnung wiederholt private Eucharistiefeiern ohne Beteiligung eines Priesters gefeiert. Dies wertet das Kirchenrecht als schwerwiegendes Vergehen, für das sich das Ehepaar die Tatstrafe der Exkommunikation zuzog. Ende Mai stellte der Innsbrucker Bischof dies nach einem zweieinhalbjährigen Verfahren förmlich fest. Zuvor hatte er sich mehrfach um ein Einlenken des Ehepaares bemüht. Auch nach Publikwerden des Falls äußerte Scheuer wiederholt Hoffnung auf eine Umkehr.

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