Bischöfe gedenken der hl. Edith Stein

Aus Nummer 44074 wurde die Patronin Europas.
Erstellt von Radio Vatikan am 10. August 2012 um 09:46 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/RV). Im KZ Auschwitz war sie nur Häftling Nummer 44074; auf dem Petersplatz in Rom erklärte sie Papst Johannes Paul II. zur Patronin Europas. Edith Stein lebte mehrere Leben: zuerst das der strenggläubigen Jüdin in Breslau, dann die Karriere als Philosophin. 1922 ließ sie sich taufen, 1933 trat sie unter dem Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz in den Kölner Karmel ein, 1942 wurde sie im holländischen Karmel von Echt verhaftet und von den Nazis nach Auschwitz gebracht, wo sie vor genau siebzig Jahren ermordet wurde. Ein außergewöhnliches Leben. Johannes Paul II. sprach sie am 11. Oktober 1998 heilig und ernannte sie im Jahr 2000 zur Patronin Europas.

Mehrere Bischöfe haben am Donnerstag das Gelände des früheren KZ Auschwitz besucht, um der heiligen Edith Stein zu gedenken. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner und der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz schritten Seite an Seite über die Gedenkstätte. Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ erinnert an diesem Donnerstag in einem Leitartikel an Edith Stein: Sie sei am Tag von Yom Kippur geboren worden und beinahe am 9. Av gestorben, „also in der Zeit, in der an die Zerstörung des Tempels von Jerusalem erinnert wird“. „Das ganze christliche Leben von Edith Stein“, so die Vatikanzeitung, „hat tiefe jüdische Wurzeln, es erhielt durch die jüdische Liturgie nahezu seinen Rythmus.“

Juden wie Christen hätten „in diesen furchtbaren Tagen vor siebzig Jahren gemeinsam den Schrecken des scheinbaren Schweigens Gottes erlebt“. In ihrem Innern widmet der „Osservatore“ der heiligen Edith Stein eine ganze Seite. Sie sei „die größte Frau im Olymp deutscher Philosophen“, so ein Artikel; „in der tiefen Dunkelheit der Shoah“ habe sie „ein Licht der Heiligkeit“ dargestellt.

Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews