Beten für Rom und gegen die Hauptstadtmafia

Gebet mit Kardinal Agostino Vallini in der Basilika Santa Maria Maggiore.
Erstellt von Radio Vatikan am 23. Dezember 2014 um 09:13 Uhr
Basilika Santa Maria Maggiore

Rom (kathnews/RV). „Gebet für Rom“: An diesem Montagabend antwortet das Bistum des Papstes auf die immer neuen Nachrichten über eine Mafiagruppe, die Stadtpolitiker der Rechten wie der Linken bestochen hat. Um 19 Uhr trifft sich Kardinal Agostino Vallini, der Generalvikar des Papstes für das Bistum Rom, mit Gläubigen aus der Stadt in der Basilika Santa Maria Maggiore. Dort wollen sie vor dem Gnadenbild der „Maria Salus Populi Romani“ um bessere Zeiten für Rom beten, gegen die Korruption und den Klüngel.

Vallini: „Ich habe dieses Gebet angesetzt, weil mir scheint, dass angesichts der ausführlichen Medienberichterstattung über diese römischen Angelegenheiten ein Nachdenken, vor allem eine Anrufung nötig ist. Die Fakten, die hier berichtet werden, sind schwerwiegend; da reicht es nicht, gegen Auswüchse vorzugehen, wir müssen uns auch fragen, welche Kultur heute die Mentalität der Menschen in Rom prägt. Die Stadt hat sich radikal gewandelt, es gibt kein wirkliches Stadtzentrum mehr, und zugleich wird Rom multiehtnisch, multireligiös. Da stellen wir fest, dass eine menschlich-christliche Sicht notwendiger denn je ist. Die Fakten zeugen stattdessen allerdings von einem ethisch-moralischen Niedergang. Darum beten wir: für eine Bekehrung dieser Stadt.“ Der seit Wochen für Aufsehen erregende Mafia-Skandal der „Hauptstadtmafia“ in Rom zieht weite Kreise. Anfang Dezember wurden bei einer Groß-Razzia die engen Verstrickungen von Spitzenpolitiker und Mafia öffentlich. Hausdurchsuchungen wurden auch bei Ex-Bürgermeister Gianni Alemanno durchgeführt, mehr als 274 Immobilien im Wert von 113 Millionen Euro wurden bereits beschlagnahmt. Öffentliche Gelder beispielsweise für Flüchtlingsheime sollen veruntreut worden sein. Hunderte stehen unter Verdacht, 37 Verdächtige wurden bereits verhaftet.

Foto: Basilika Santa Maria Maggiore – Bildquelle: Andreas Gehrmann