Beginn der Fastenzeit in der Wallfahrtskirche Mentlberg

Hochamt im ĂŒberlieferten Römischen Ritus mit Spendung des Aschenkreuzes.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 18. Februar 2015 um 16:42 Uhr

Innsbruck/Mentlberg (kathnews). Tirol ist reich an MarienheiligtĂŒmern, die Landeshauptstadt Innsbruck berĂŒhmt fĂŒr das Maria-Hilf-Bild Lucas Cranach d. Ä. im Dom zu St. Jakob. Aber Innsbruck beherbergt auch noch weitere, teilweise ĂŒberregional weniger bekannte GnadenstĂ€tten, an denen die GlĂ€ubigen in ihren Anliegen Zuflucht bei der Gottesmutter suchen und ihr fĂŒr Erhörung und Beistand Dank erweisen. Zu diesen Pilgerzielen in Innsbruck zĂ€hlt die Schloss- und Wallfahrtskirche Mentlberg, die von einer Anhöhe, der Gallwiese, auf die Stadt herabblickt und von wo aus der Besucher das Panorama der Nordkette genießt. Historisch war der Ort nicht immer so harmonisch und entspannt. Der Name Gallwiese weist ihn als einstige HinrichtungsstĂ€tte aus, an der der Galgen stand.

Ziel der Wallfahrt ist das Gnadenbild der Schmerzensreichen Mutter auf der Gallwiese, einer PietĂ , die in die Zeit um 1500 datiert wird und in den Wirren des DreißigjĂ€hrigen Krieges (1618-1648) und der Glaubensspaltung infolge der protestantischen Reformation von Holzheim bei Ulm, das sich der neuen Lehre Luthers zugewandt hatte, 1638 nach Innsbruck gelangte. Dort wurde die ausdrucksstarke Holzplastik Mariens, die ihren vom Kreuze abgenommenen Sohn im Schoß birgt, rasch wiederum zum Ziel einer Wallfahrt, wovon ĂŒber fĂŒnfzig Votivbilder zeugen, die vorwiegend auf das 18. und 19. Jahrhundert zurĂŒckgehen.

Mentlberg – Heimat der Innsbrucker Gottesdienstgemeinde der Petrusbruderschaft

Aufgrund seiner malerischen Lage ist das Barockkirchlein zu den Sieben Schmerzen Mariens, das in seiner heutigen Gestalt 1770 fertiggestellt und konsekriert wurde und sich ĂŒbrigens den Architekten mit der berĂŒhmten Innsbrucker Triumphpforte teilt, ein beliebter Ort, wo Leute sich trauen, den Bund fĂŒr’s Leben einzugehen, ohne dass damit unterstellt sein soll, dass er eigentlich bis auf den heutigen Tag seinem Ruf als HinrichtungsstĂ€tte gerecht wird. Das kann natĂŒrlich auch deswegen nicht gelten, weil die Kirche zugleich seit Jahren die Heimat der GlĂ€ubigen ist, die sich auf Summorum Pontificum berufen und fĂŒr gewöhnlich sonn- und feiertags um 10:00 Uhr dort zum Hochamt in der ĂŒberlieferten Gestalt des Römischen Ritus zusammenkommen, mit dessen Feier die Diözese Innsbruck Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus betraut hat, die Innsbruck mittlerweile von ihrer bayerischen Niederlassung im grenznahen Mittenwald aus betreuen.

Gregorianik und Polyphonie – der Stellenwert der Kirchenmusik in Innsbruck

Maßgeblich getragen vom Engagement einer traditionsverbundenen, katholischen Familie, wird die Kirchenmusik im Bereich der ĂŒberlieferten Liturgie in Innsbruck aufwendig gepflegt, was sich nicht auf die Gemeinde der Petrusbruderschaft beschrĂ€nkt. In dieser jedoch hat sich, schon als die Gottesdienste noch am Samstagabend und in der Kirche des Ordens von der Ewigen Anbetung zelebriert wurden, dessen Schwestern die Gemeinde dankbar verbunden bleibt, das Vokalensemble Sonoritas gebildet, welches sich seither auf hohem Niveau der Polyphonie widmet, die aus der musikalischen und geistlichen Strahlkraft des Gregorianischen Chorals hervorgegangen ist, den der heilige Papst Pius X. in seiner ursprĂŒnglichen Reinheit wiederhergestellt und gefördert hat und von dem sich auch die liturgische Eignung und GĂŒte der Polyphonie herleitet.

Das Ensemble Sonoritas hat sich zeit seines Bestehens ein kontinuierlich wachsendes Repertoire angeeignet, das gekonnt gepflegt und nach wie vor fortgesetzt ambitioniert erweitert wird. Zum musikalischen Spektrum der Werke, die in Mentlberg zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen erklingen, gehören in Österreich und in einem barocken Kleinod zumal natĂŒrlich immer wieder auch die großartigen Orchestermessen des 18. Jahrhunderts, allen voran W. A. Mozarts. Dies alles wird mit ermöglicht auch durch einen Organisten, der, obwohl nicht professioneller Kirchenmusiker, der Orgel Sonntag fĂŒr Sonntag eines Virtuosen wĂŒrdige KlĂ€nge entlockt. Seine musikalische Offenheit schließt dabei zeitgenössische Orgelliteratur und Improvisation keineswegs aus, basiert aber unzweifelhaft auf großer Bewunderung fĂŒr J. S. Bach.

Mit Wallfahrt nach Mentlberg in die Fastenzeit

Bevor die nĂŒchterne Strenge der Quadragesima voll zur Geltung kommt, möchten die engagierten Kirchenmusiker der Innsbrucker Gemeinde der Petrusbruderschaft die Fastenzeit zumindest noch feierlich eröffnen. Am Sonntag Invocabit, den 22. Februar 2015, bringt daher das Ensemble Sonoritas im Gottesdienst um 10:00 Uhr Werke fĂŒr zwei Chöre zu Gehör. Dabei handelt es sich um die Missa Salve von T. L. de Victoria und J. S. Bachs Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn (BWV 157). Die Gemeinde freut sich, zu dieser musikalischen Glanzstunde Kaplan Daniel Kretschmar, Priester der Erzdiözese Vaduz, als Zelebranten willkommenheißen zu dĂŒrfen. Der studierte Kirchenmusiker wirkt seit seiner Weihe 2011 als Priester in der Salzburger Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus, die ebenfalls fĂŒr die herausragende QualitĂ€t ihrer liturgischen Musik bekannt ist.

Herzliche Einladung

Als WallfahrtsstĂ€tte der Schmerzensreichen Muttergottes ist die Schlosskirche Mentlberg ein ganz auf das Kreuzes- und Passionsgeheimnis konzentriertes Heiligtum, wovon nicht zuletzt die qualitĂ€tvollen DeckengemĂ€lde Zeugnis ablegen. In der Fastenzeit gehen wir auf dieses Geheimnis zu, um so zum strahlenden Osterfest zu gelangen. Deshalb erscheint es als sehr passend, die Fastenzeit mit einer Wallfahrt nach Mentlberg zu beginnen. Dazu sind alle GlĂ€ubigen in Innsbruck und Tirol und in der in- und auslĂ€ndischen Umgebung sehr freundlich eingeladen. Wer die ĂŒberlieferte Liturgie der Römischen Kirche noch nicht kennt oder lange nicht mehr erlebt hat, hat bei diesem Anlass ganz sicher Gelegenheit, sie auf sehr eindrucksvolle Weise kennenzulernen oder wiederzuentdecken. FĂŒr alle, die es am Aschermittwoch noch nicht empfangen konnten, besteht außerdem nach dem Hochamt noch die Möglichkeit zum Aschenkreuz.

Foto: Mentlberger Gnadenbild – Bildquelle: Kathnews

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