Anglikanerprimas erhebt Schuld der Kirche an Antisemitismus

Justin Welby schämt sich über Infizierung der Kirche.
Erstellt von Radio Vatikan am 29. September 2016 um 09:05 Uhr
Justin Welby, Erzbischof von Canterbury

Canterbury (kathnews/RV/the times). Das lässt aufhorchen: Nach den Worten des Anglikanerprimas Justin Welby soll die Kirche Mitschuld am herrschenden Antisemitismus haben. Antisemitismus sei in der britischen Kultur „tief verwurzelt“ und daran seien auch die Christen teils Schuld, zitierte „The Times“ ein Essay des Erzbischofs von Canterbury, Justin Welby, für den „Holocaust Educational Trust“. Darin schreibt Welby, das Antisemitismus ein „heimtückisches Übel“ sei und er sich schäme, dass die Kirche mit dem „Virus“ infiziert worden sei.

Es sei eine schändliche Wahrheit, dass die Kirche, die ein Gegengift hätte bieten müssen, anstatt mit ihren theologischen Lehren zur Ausbreitung dieses Virus beizutragen. Stattdessen gäbe es auch im 21. Jahrhundert noch immer verdrehte und absurde Verschwörungstheorien über jüdische Komplotte, die die Gesellschaft und das internationale Geschehen manipuliere sollen. Welby erinnerte daran, das Antisemitismus „im Kern noch immer Rassismus“ sei. „Doch, weil es so tief in unseren Gedanken und unserer Kultur verankert ist, werde er oft ignoriert“, ergänzte Welby.

Der britische „Holocaust Educational Trust“, kurz HET, informiert seit 1988 junge Menschen über die Hintergründe des Holocaust und zieht aus den tragischen Vorkommnissen die Lehre für die heutige Zeit.

Foto: Justin Welby, Erzbischof von Canterbury – Bildquelle: Owen Humphreys/PA, The guardian

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