Am Pfingsttag wurde die Kirche der Welt offenbar
Es folgen die Texte des Katechismus der Katholischen Kirche zu den Lesungen von Pfingsten in der sog. ordentlichen Form des Römischen Ritus (Zusammenstellung: Gero P. Weishaupt. Quelle: Homiletisches Direktorium der Kongregation fĂŒr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung).
Aus der heiligen Schrift
Apg 2, 1-11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt und begannen zu reden.
1 Kor 12, 3b-7, 12-13
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.
Joh 20, 19-23
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Empfangt den Heiligen Geist.
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Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche
Pfingsten
696 Das Feuer. WĂ€hrend das Wasser die Geburt und die Fruchtbarkeit des Lebens versinnbildet, das im Heiligen Geist geschenkt wird, symbolisiert das Feuer die verwandelnde Kraft der Taten des Heiligen Geistes. Der Prophet Elija, der âaufstand wie Feuer und dessen Wort wie ein flammender Ofen [Vgl. 2 Kor 1,22; Eph 1,13;4,30] war (Sir 48,1), zieht durch sein Gebet auf das Opfer vom Berge Karmel Feuer vom Himmel herab [Vgl. 1 Kön 18,38-39] – Sinnbild des Feuers des Heiligen Geistes, der, was er erfaĂt, umwandelt. Johannes der TĂ€ufer, der âmit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangeht“ (Lk 1,17), kĂŒndigt Christus als den an, der âmit dem Heiligen Geist und mit Feuer tauft“ (Lk 3,16). Von diesem Geist wird Jesus sagen:
âIch bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wĂ€re ich, es wĂŒrde schon brennet“ (Lk 12,49). In âZungen wie von Feuer“ kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die JĂŒnger herab und erfĂŒllt sie (Apg 2,3-4). In der geistlichen Ăberlieferung bleibt diese Symbolik des Feuers eines der sprechendsten Sinnbilder des Wirkens des Heiligen Geistes [Vgl. Johannes vom Kreuz, Ilama]. âLöscht den Geist nicht aus !“ (1 Thess 5,19).
726 Am Ende dieser Sendung des Geistes wird Maria zur âFrau“, zur neuen Eva, âzur Mutter der Lebendigen“, zur Mutter des âganzen Christus“ [Vgl. Job 19,25-27]. Als solche ist sie, mit den Zwölfen âeinmĂŒtig im Gebet“ verharrend (Apg 1,14), zugegen, als der Geist am Pfingstmorgen mit dem Offenbarwerden der Kirche die âletzten Zeiten“ anbrechen lĂ€Ăt.
731 Am Pfingsttag (am Ende der sieben Osterwochen) vollendet sich das Pascha Christi in der AusgieĂung des Heiligen Geistes. Dieser wird als göttliche Person offenbar, gegeben und mitgeteilt. Christus der Herr spendet den Geist in ĂberfĂŒlle [Vgl. Apg 2,33.].
732 An diesem Tag wird die heiligste Dreifaltigkeit voll und ganz geoffenbart. Seit diesem Tag steht das von Christus angekĂŒndigte Reich allen offen, die an ihn glauben. Obwohl Menschen aus Fleisch und Blut, haben sie im Glauben schon Anteil an der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit. Durch sein unaufhörliches Kommen lĂ€Ăt der Heilige Geist die Welt in die âletzten Zeiten“, die Zeit der Kirche eintreten: Das Reich Gottes wird schon als Erbe empfangen, ist aber noch nicht vollendet.
âWir haben das wahre Licht geschaut, wir haben den himmlischen Geist erhalten, wir haben den wahren Glauben gefunden. Wir beten die unteilbare Dreifaltigkeit an, denn sie hat uns errettet“ (Byzantinische Liturgie, Tropar der Pfingstvesper; als Gesang nach der Kommunion in die Eucharistiefeier ĂŒbernommen).
737 Die Sendung Christi und des Heiligen Geistes vollzieht sich in der Kirche, dem Leib Christi und dem Tempel des Heiligen Geistes. Diese gemeinsame Sendung nimmt die Glaubenden in die Gemeinschaft Christi mit seinem Vater im Heiligen Geist hinein. Der Geist macht die Menschen bereit und kommt ihnen mit seiner Gnade zuvor, um sie zu Christus zu ziehen. Er offenbart ihnen den auferstandenen Herrn, erinnert sie an sein Wort und erschlieĂt ihrem Geist den Sinn seines Todes und seiner Auferstehung. Er vergegenwĂ€rtigt ihnen das Mysterium Christi, vor allem in der Eucharistie, um sie mit Gott zu versöhnen, mit ihm zu vereinen und so âreiche Frucht“ bringen zu lassen (Joh 15,5.8) [Vgl. Job 15,16].
738 Die Sendung der Kirche kommt also nicht zu der Sendung Christi und des Heiligen Geistes hinzu, sondern ist deren Sakrament. Ihrem ganzen Wesen nach und in allen ihren Gliedern ist die Kirche gesandt, das Mysterium der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit zu verkĂŒnden und zu bezeugen, zu vergegenwĂ€rtigen und immer mehr auszubreiten ⊠.
âWir alle, die ein und denselben Geist, den Heiligen Geist, empfangen haben, sind miteinander und mit Gott verschmolzen. Obwohl wir nĂ€mlich einzeln viele sind und Christus seinen und des Vaters Geist in jedem von uns wohnen lĂ€Ăt, fĂŒhrt dieser eine, unteilbare Geist die voneinander Unterschiedenen durch sich zur Einheit … und macht, daĂ in ihm alle gleichsam ein und dasselbe bilden. Und so wie die Macht der heiligen Menschennatur Christi bewirkt, daĂ alle, in denen sie sich befindet, einen einzigen Leib bilden, so fĂŒhrt meines Erachtens der eine, unteilbare Geist Gottes, der in allen wohnt, alle zur geistigen Einheit“ (Cyrill v. Alexandrien, Jo. 11,11).
739 Weil der Heilige Geist die Salbung Christi ist, spendet ihn Christus, das Haupt des Leibes, seinen Gliedern, um sie zu nĂ€hren, zu heilen, in ihren wechselseitigen Funktionen aufeinander abzustimmen, sie zu beleben, Zeugnis ablegen zu lassen, an seiner Hingabe an den Vater und seiner FĂŒrbitte fĂŒr die ganze Welt zu beteiligen. Durch die Sakramente der Kirche teilt Christus den Gliedern seines Leibes seinen heiligenden Heiligen Geist mit ⊠.
740 Diese âgroĂen Taten Gottes“, die den GlĂ€ubigen in den Sakramenten der Kirche angeboten werden, tragen ihre FrĂŒchte im neuen, dem Geist entsprechenden Leben in Christus ⊠.
741 âSo nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch fĂŒr uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26). Der Heilige Geist, der die Werke Gottes vollbringt, ist der Lehrmeister des Betens ⊠.
830 Das Wort âkatholisch“ bedeutet âallumfassend“ im Sinn von âganz“ oder âvollstĂ€ndig“. Die Kirche ist katholisch in einem doppelten Sinn:
Sie ist katholisch, weil in ihr Christus zugegen ist. âWo Christus Jesus ist, ist die katholische Kirche“ (Ignatius v. Antiochien, Smyrn. 8,2). In ihr ist der mit seinem Haupt vereinte Leib Christi in FĂŒlle verwirklicht [Vgl. Eph 1,22-23]. Sie erhĂ€lt somit von ihm âdie FĂŒlle der Mittel zum Heil“ (AG 6), die er gewollt hat: das richtige und ganze Glaubensbekenntnis, das vollstĂ€ndige sakramentale Leben und das geweihte Dienstamt in der apostolischen Sukzession. In diesem grundlegenden Sinn war die Kirche schon am Pfingsttag katholisch [Vgl. AG 4] und sie wird es bis zum Tag der Wiederkunft Christi bleiben.
1076 Durch die AusgieĂung des Heiligen Geistes wurde am Pfingsttag die Kirche der Welt offenbar [Vgl. SC 6; LG 2]. Die AusgieĂung des Heiligen Geistes lĂ€Ăt in der âVermittlung des Mysteriums“ eine neue Zeit anbrechen: die Zeit der Kirche, in der Christus durch die Liturgie seiner Kirche sein Heilswerk kundtut, vergegenwĂ€rtigt und mitteilt, âbis er kommt“ (1 Kor 11,26). WĂ€hrend dieser Zeit der Kirche lebt und handelt Christus fortan in und mit seiner Kirche auf eine neue, fĂŒr diese neue Zeit eigene Weise. Er handelt durch die Sakramente. Die der Kirche des Ostens und des Westens gemeinsame Ăberlieferung nennt das âsakramentale Ăkonomie“. Diese besteht in der Mitteilung (oder âAusspendung“) der FrĂŒchte des Pascha-Mysteriums Christi in der Feier der âsakramentalen“ Liturgie der Kirche.
Wir werden deshalb zuerst die âsakramentale Ausspendung“ erklĂ€ren ⊠ und dann die Natur und die WesenszĂŒge der Liturgiefeier klarer zutage treten lassen ⊠.
1287 Diese FĂŒlle des Geistes sollte jedoch nicht einzig dem Messias, sondern dem ganzen messianischen Volk mitgeteilt werden [Vgl. Ez 36,25-27; JoĂ«l 3,1-2]. Christus verhieĂ wiederholt die AusgieĂung des Geistes [Vgl. Lk 12,12; Joh 3,5-8; 7,37-39; 16.7-15; Apg 1.8] und löste sein Versprechen vorerst am Ostertag ein [Vgl. Joh 20,22] und noch offensichtlicher am Pfingsttag [Vgl. Apg 2,1-4]. Vom Heiligen Geist erfĂŒllt, beginnen die Apostel âGottes groĂe Taten zu verkĂŒnden“ (Apg 2,11). Petrus erklĂ€rt, daĂ diese AusgieĂung des Geistes Zeichen der messianischen Zeiten sei [Vgl. Apg 2,17-18]. Wer der Predigt der Apostel Glauben schenkte und sich taufen lieĂ, erhielt die Gabe des Heiligen Geistes [Vgl. Apg 2,38].
2623 Am Pfingsttag wurde der Geist der VerheiĂung ĂŒber die JĂŒnger ausgegossen. Sie âbefanden sich alle am gleichen Ort“ (Apg 2,1), âverharrten dort einmĂŒtig im Gebet“ (Apg 1,14) und erwarteten den Heiligen Geist. Der Geist, der die Kirche lehrt und sie an alles erinnert, was Jesus gesagt hat [Vgl. Joh 14.26], wird sie auch zu einem Leben des Gebetes heranbilden.
Apostolisches Zeugnis an Pfingsten
599 Zum gewaltsamen Tod Jesu kam es nicht zufĂ€llig durch ein bedauerliches Zusammenspiel von UmstĂ€nden. Er gehört zum Mysterium des Planes Gottes, wie der hl. Petrus schon in seiner ersten Pfingstpredigt den Juden von Jerusalem erklĂ€rt: Er wurde ânach Gottes beschlossenem RatschluĂ und Vorauswissen hingegeben“ (Apg 2,23). Diese biblische Redeweise besagt nicht, daĂ die, welche Jesus âverraten“ haben (Apg 3,13), nur die willenlosen AusfĂŒhrer eines Szenarios waren, das Gott im voraus verfaĂt hatte.
597 BerĂŒcksichtigt man, wie geschichtlich verwickelt der ProzeĂ Jesu nach den Berichten der Evangelien ist und wie auch die persönliche Schuld der am ProzeĂ Hauptbeteiligten (von Judas, dem Hohen Rat, von Pilatus) – die Gott allein kennt – sein mag, so darf man nicht die Gesamtheit der Juden von Jerusalem dafĂŒr verantwortlich machen – trotz des Schreiens einer manipulierten Menge [Vgl. Mk 15,11.]und ungeachtet der allgemeinen VorwĂŒrfe in den nach Pfingsten erfolgenden Aufrufen zur Bekehrung [Vgl. Apg 2, 23. 36; 3,13-14; 4,10; 5,30; 7,52; 10,39; 13,27-28; 1 Thess 2,14-15.]. Als Jesus ihnen vom Kreuz herab verzieh [Vgl. Lk 23,24.], entschuldigte er – wie spĂ€ter auch Petrus – die Juden von Jerusalem und sogar ihre FĂŒhrer mit ihrer âUnwissenheit“ (Apg 3,17). Noch weniger darf man den Schrei des Volkes: âSein Blut komme ĂŒber uns und unsere Kinder!“ (Mt 27,25), der eine BestĂ€tigungsformel darstellt [Vgl. Apg 5,28; 18,6.], zum AnlaĂ nehmen, die Schuld auf die Juden anderer LĂ€nder und Zeiten auszudehnen: Darum hat die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil erklĂ€rt: Was âbei seinem Leiden vollzogen worden ist, [kann] weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last gelegt werden. … Die Juden [sind] weder als von Gott verworfen noch als verflucht darzustellen, als ergĂ€be sich dies aus der Heiligen Schrift“ (NA 4).
674 Das Kommen des verherrlichten Messias hĂ€ngt zu jedem Zeitpunkt der Geschichte [Vgl. Röm 11,31] davon ab, daĂ er von âganz Israel“ (Röm 11,26) [Vgl. Mt 23,39 Vgl. Lk 21,24] anerkannt wird, ĂŒber dem zum Teil âVerstockung liegt“ (Röm 11,25), so daĂ sie Jesus ânicht glaubten“ (Röm 11,20). Petrus sagt es nach Pfingsten zu den Juden von Jerusalem: âAlso kehrt um, und tut BuĂe, damit eure SĂŒnden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lĂ€Ăt und Jesus sendet als den fĂŒr euch bestimmten Messias. Ihn muĂ freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkĂŒndet hat“ (Apg 3,19-21). Und Paulus sagt gleich ihm: âWenn schon ihre Verwerfung fĂŒr die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod“ (Röm 11,15). Der Eintritt der âVollzahl“ der Juden (Röm 11,12) in das messianische Reich im AnschluĂ an die âVollzahl der Heiden“ (Röm 11,25) [Vgl. Lk 18,8; Mt 24,12] wird dem Volk Gottes die Möglichkeit geben, das âVollmaĂ Christi“ (Eph 4,13) zu verwirklichen, in dem âGott alles in allen“ sein wird (1 Kor 15,28).
715 Die Prophetentexte, welche die Sendung des Heiligen Geistes direkt betreffen, sind Weissagungen, in denen Gott in der Sprache der VerheiĂungen, im Ton der âLiebe und Treue“ zum Herzen seines Volkes spricht [Vgl. Ez 11,19; 36,25-28; 37,1-14;Jer 31,31-34 und JoĂ«l 3,1-5; von der letztgenannten Stelle wird der hI, Petrus sagen, sie habe sich am Pfingstmorgen erfĂŒllt:]. Diesen VerheiĂungen gemÀà wird der Geist des Herrn in den âletzten Zeiten“ die Herzen der Menschen erneuern, indem er ihnen ein neues Gesetz einprĂ€gt. Er wird die zersprengten und getrennten Völker sammeln und miteinander versöhnen; er wird die erste Schöpfung umgestalten, und Gott wird in ihr mit den Menschen im Frieden zusammenleben.
Fortsetzung des Pfingstgeheimnisses in der Kirche
1152 Sakramentale Zeichen. Seit Pfingsten bewirkt der Heilige Geist die Heiligung durch die sakramentalen Zeichen seiner Kirche. Die Sakramente der Kirche schaffen den ganzen Reichtum der Zeichen und Symbole des Kosmos und des gesellschaftlichen Lebens nicht ab, sondern lĂ€utern und integrieren sie. Zudem lassen sie in ErfĂŒllung gehen, was der Alte Bund in Urbildern und Gestalten im voraus andeutete. Sie versinnbilden und verwirklichen das durch Christus gewirkte Heil, deuten im voraus auf die Herrlichkeit des Himmels hin und nehmen sie in gewisser Weise vorweg.
1226 Schon am Pfingsttag hat die Kirche die heilige Taufe gefeiert und gespendet. Der hl. Petrus sagt zu der Menge, die durch seine Predigt bis ins Innerste aufgewĂŒhlt war: âKehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner SĂŒnden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 2,38). Die Apostel und ihre Mitarbeiter bieten die Taufe allen an, die an Jesus glauben: Juden, GottesfĂŒrchtigen und Heiden [Vgl. Kol 2,12]. Stets erscheint die Taufe an den Glauben gebunden:
âGlaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus“ sagt der hl. Paulus zu seinem GefĂ€ngniswĂ€rter in Philippi. Und dieser âlieĂ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen“ (Apg 16,31.33).
1302 Die Liturgie verdeutlicht, daĂ das Sakrament der Firmung die AusgieĂung des Heiligen Geistes in FĂŒlle bewirkt, wie sie einst am Pfingsttag den Aposteln zuteil wurde [Vgl. SC 71 1303].
1556 Um ihre hohe Sendung zu erfĂŒllen, âwurden die Apostel mit einer besonderen AusgieĂung des Heiligen Geistes, der ĂŒber [sie] kam, von Christus beschenkt, und sie selbst ĂŒbergaben ihren Helfern durch die Auflegung der HĂ€nde die geistliche Gabe, die in der Bischofsweihe bis auf uns gekommen ist“ (LG 21).
Die Kirche, Gemeinschaft des Heiligen Geistes
767 âAls das Werk vollendet war, das der Vater dem Sohn auf Erden zu tun aufgetragen hat, wurde am Pfingsttag der Heilige Geist gesandt, auf daĂ er die Kirche immerfort heilige“ (LG 4). Damals âwurde die Kirche vor der Menge öffentlich bekanntgemacht, die Ausbreitung des Evangeliums unter den Heiden durch die VerkĂŒndigung nahm ihren Anfang“ (AG 4). Als âZusammenrufung“ aller Menschen zum Heil ist die Kirche ihrer Natur nach missionarisch, von Christus zu allen Völkern gesandt, um alle Menschen zu JĂŒngern zu machen [Vgl. Mt 28,19-20; AG 2; 5-6].
775 âDie Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heiĂt Zeichen und Werkzeug fĂŒr die innigste Vereinigung mit Gott und fĂŒr die Einheit des ganzen Menschengeschlechts“ (LG 1). Das erste Ziel der Kirche ist, das Sakrament der tiefen Vereinigung der Menschen mit Gott zu sein. Weil die Gemeinschaft unter den Menschen in der Vereinigung mit Gott wurzelt, ist die Kirche auch das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes. In ihr hat diese Einheit schon begonnen, denn sie sammelt Menschen âaus allen Nationen und StĂ€mmen, Völkern und Sprachen“ (Offb 7,9). Gleichzeitig ist die Kirche âZeichen und Werkzeug“ des vollen Zustandekommens dieser noch ausstehenden Einheit.
796 Die Einheit zwischen Christus und der Kirche, dem Haupt und den Gliedern des Leibes, besagt auch, daĂ die beiden zwar voneinander verschieden sind, aber in einer persönlichen Beziehung stehen. Dieser Aspekt wird oft durch das Bild von BrĂ€utigam und Braut zum Ausdruck gebracht. DaĂ Christus der BrĂ€utigam der Kirche ist, wurde von den Propheten angedeutet, und Johannes der TĂ€ufer verkĂŒndete es [Vgl. Joh 3,29]. Der Herr selbst hat sich als âder BrĂ€utigam“ bezeichnet (Mk 2,19) [Vgl. Mt 22, 1-14; 25,1-13]. Der Apostel stellt die Kirche und jeden GlĂ€ubigen, der Glied des Leibes Christi ist, als eine Braut dar, die er Christus dem Herrn âverlobt“ hat, damit sie ein Geist mit ihm sei [Vgl. 1 Kor 6, 15-17; 2 Kor 11,2]. Sie ist die makellose Braut des makellosen Lammes [Vgl. Offb 22,17; Eph 1,4; 5,27], die âChristus … geliebt“ und fĂŒr die er sich âhingegeben hat, um sie … rein und heilig zu machen“ (Eph 5,25-26), die er durch einen ewigen Bund mit sich verbunden hat und die er pflegt wie seinen eigenen Leib [Vgl. Eph 5,29].
âDer ganze Christus, Haupt und Leib, einer aus vielen … Rede nun das Haupt oder rede der Leib, immer redet Christus: er redet aus der Rolle des Hauptes [ex persona capitis] wie aus der des Leibes [ex persona corporis]. Wie steht es geschrieben? âZwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kircheâ (Eph 5,31-32). Und der Herr selbst sagt im Evangelium: âSie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleischâ (Mt 19,6). Es sind, wie ihr wiĂt, zwei Personen, und doch wiederum nur eine durch die eheliche Verbindung BrĂ€utigam nennt er sich selber als Haupt, Braut als Leib“ (Augustinus, Psal. 74,4).
798 Der Heilige Geist ist âin allen Teilen des Leibes das Prinzip jeder lebenspendenden und wirklich heilsamen Handlung“ (Pius XII., Enz. âMystici Corporis“: DS 3808). Er bewirkt auf vielfĂ€ltige Weise die Auferbauung des ganzen Leibes in der Liebe [Vgl. Eph 4,16]: durch das Wort Gottes, âdas die Kraft hat, aufzubauen“ (Apg 20,32); durch die Taufe, durch die er den Leib Christi bildet [Vgl. 1 Kor 12,13]; durch diejenigen Sakramente, die den Gliedern Christi Wachstum und Heilung geben; durch die âGnade der Apostel“, die unter den Gnadengaben âhervorragt“ (LG 7); durch die Tugenden, die das gute Handeln bewirken; durch die vielfĂ€ltigen besonderen Gaben, die sogenannten Charismen, durch die er die GlĂ€ubigen âgeeignet und bereit macht, verschiedene fĂŒr die Erneuerung und den weiteren Aufbau der Kirche nĂŒtzliche Werke und Dienste zu ĂŒbernehmen“ (LG 12) [Vgl. AA 3].
813 Die Kirche ist eine von ihrem Ursprung her. âHöchstes Vorbild und Urbild dieses Geheimnisses ist die Einheit des einzigen Gottes, des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist in der Dreiheit der Personen“ (UR 2). Die Kirche ist eine von ihrem GrĂŒnder her. Dieser, âder menschgewordene Sohn hat durch sein Kreuz alle Menschen mit Gott versöhnt und die Einheit aller in einem Volk und in einem Leib wiederhergestellt“ (GS 78,3). Die Kirche ist eine von ihrer Seele her. âDer Heilige Geist, der in den GlĂ€ubigen wohnt und die ganze Kirche erfĂŒllt und leitet, schafft diese wunderbare Gemeinschaft der GlĂ€ubigen und verbindet sie in Christus so innig, daĂ er das Prinzip der Einheit der Kirche ist“ (UR 2). Die Einheit gehört somit zum Wesen der Kirche:
âO welch geheimnisvolles Wunder! Einer ist der Vater aller Dinge, einer auch der Logos aller Dinge, und der Heilige Geist ein und derselbe ĂŒberall, und es gibt auch nur eine einzige jungfrĂ€uliche Mutter; ich liebe es, sie Kirche zu nennen“ (Clemens v. Alexandrien, pĂŠd. 1,6,42).
1097 In der Liturgie des Neuen Bundes ist jede liturgische Handlung, besonders die Feier der Eucharistie und der Sakramente, eine Begegnung zwischen Christus und der Kirche. Die liturgische Versammlung bildet eine Einheit kraft der âGemeinschaft des Heiligen Geistes“, der die Kinder Gottes im einzigen Leib Christi versammelt. Sie geht ĂŒber die menschlichen, nationalen, kulturellen und gesellschaftlichen Bindungen hinaus.
1108 Die Sendung des Heiligen Geistes zielt in jeder liturgischen Handlung darauf hin, die GlĂ€ubigen mit Christus zu vereinen, damit sie seinen Leib bilden. Der Heilige Geist ist wie Saft vom Weinstock des Vaters, der in den Rebzweigen Frucht hervorbringt [Vgl. Job 15, 1-17; Gal 5,22]. In der Liturgie wirkt der Heilige Geist mit der Kirche aufs innigste zusammen. Er, der Geist der Gemeinschaft, bleibt unaufhörlich in der Kirche, und deshalb ist die Kirche das groĂe Sakrament der Gemeinschaft mit Gott, das die verstreuten Kinder Gottes zur Einheit sammelt. Die Frucht des Geistes in der Liturgie ist zugleich Gemeinschaft mit der heiligsten Dreifaltigkeit und brĂŒderliche Gemeinschaft [Vgl. 1 Job 1.3-7].
1109 In der Epiklese wird auch darum gebetet, daĂ die Vereinigung der Gemeinde mit dem Mysterium Christi vollkommen wirksam wird. âDie Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (2 Kor 13, 13) mĂŒssen stets bei uns bleiben und auch ĂŒber die Eucharistiefeier hinaus FrĂŒchte hervorbringen. Darum bittet die Kirche den Vater, den Heiligen Geist zu senden, damit dieser das Leben der GlĂ€ubigen zu einer lebendigen Opfergabe fĂŒr Gott mache: durch die geistige Umgestaltung nach dem Bild Christi, durch die Sorge um die Einheit der Kirche und durch die Beteiligung an seiner Sendung im Zeugnis und im Dienst der Liebe.
Foto: Taube – Bildquelle: Kathnews









