Am Pfingsttag wurde die Kirche der Welt offenbar

Heilige Schrift und Glaube der Kirche. Der Glaube der Kirche geht im Kontext der Liturgie von selbst aus der Heiligen Schrift hervor. „Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Beispiel fĂŒr die Einheit der ganzen Schrift, fĂŒr die lebendige Überlieferung der Gesamtkirche und die Analogie des Glaubens (Homiletisches Direktorium, Nr. 23). Er hilft Priestern und GlĂ€ubigen, „das Wort Gottes, den Glauben der Kirche, die moralischen Forderungen des Evangeliums und (die) persönliche und die liturgische SpiritualitĂ€t im Zusammenhang zu sehen“ (Homiletisches Direktorium, Anhang).
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 14. Mai 2016 um 09:42 Uhr

Es folgen die Texte des Katechismus der Katholischen Kirche zu den Lesungen von Pfingsten in der sog. ordentlichen Form des  Römischen Ritus (Zusammenstellung: Gero P. Weishaupt. Quelle: Homiletisches Direktorium der Kongregation fĂŒr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung).

Aus der heiligen Schrift

Apg 2, 1-11

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt und begannen zu reden.

1 Kor 12, 3b-7, 12-13

Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.

Joh 20, 19-23

Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Empfangt den Heiligen Geist.

 

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

Pfingsten

696 Das Feuer. WĂ€hrend das Wasser die Geburt und die Fruchtbarkeit des Lebens versinnbildet, das im Heiligen Geist geschenkt wird, symbolisiert das Feuer die verwandelnde Kraft der Taten des Heiligen Geistes. Der Prophet Elija, der „aufstand wie Feuer und dessen Wort wie ein flammender Ofen [Vgl. 2 Kor 1,22; Eph 1,13;4,30] war (Sir 48,1), zieht durch sein Gebet auf das Opfer vom Berge Karmel Feuer vom Himmel herab [Vgl. 1 Kön 18,38-39] – Sinnbild des Feuers des Heiligen Geistes, der, was er erfaßt, umwandelt. Johannes der TĂ€ufer, der „mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangeht“ (Lk 1,17), kĂŒndigt Christus als den an, der „mit dem Heiligen Geist und mit Feuer tauft“ (Lk 3,16). Von diesem Geist wird Jesus sagen:

„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wĂ€re ich, es wĂŒrde schon brennet“ (Lk 12,49). In „Zungen wie von Feuer“ kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die JĂŒnger herab und erfĂŒllt sie (Apg 2,3-4). In der geistlichen Überlieferung bleibt diese Symbolik des Feuers eines der sprechendsten Sinnbilder des Wirkens des Heiligen Geistes [Vgl. Johannes vom Kreuz, Ilama]. „Löscht den Geist nicht aus !“ (1 Thess 5,19).

726 Am Ende dieser Sendung des Geistes wird Maria zur „Frau“, zur neuen Eva, „zur Mutter der Lebendigen“, zur Mutter des „ganzen Christus“ [Vgl. Job 19,25-27]. Als solche ist sie, mit den Zwölfen „einmĂŒtig im Gebet“ verharrend (Apg 1,14), zugegen, als der Geist am Pfingstmorgen mit dem Offenbarwerden der Kirche die „letzten Zeiten“ anbrechen lĂ€ĂŸt.

731 Am Pfingsttag (am Ende der sieben Osterwochen) vollendet sich das Pascha Christi in der Ausgießung des Heiligen Geistes. Dieser wird als göttliche Person offenbar, gegeben und mitgeteilt. Christus der Herr spendet den Geist in ÜberfĂŒlle [Vgl. Apg 2,33.].

732 An diesem Tag wird die heiligste Dreifaltigkeit voll und ganz geoffenbart. Seit diesem Tag steht das von Christus angekĂŒndigte Reich allen offen, die an ihn glauben. Obwohl Menschen aus Fleisch und Blut, haben sie im Glauben schon Anteil an der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit. Durch sein unaufhörliches Kommen lĂ€ĂŸt der Heilige Geist die Welt in die „letzten Zeiten“, die Zeit der Kirche eintreten: Das Reich Gottes wird schon als Erbe empfangen, ist aber noch nicht vollendet.

„Wir haben das wahre Licht geschaut, wir haben den himmlischen Geist erhalten, wir haben den wahren Glauben gefunden. Wir beten die unteilbare Dreifaltigkeit an, denn sie hat uns errettet“ (Byzantinische Liturgie, Tropar der Pfingstvesper; als Gesang nach der Kommunion in die Eucharistiefeier ĂŒbernommen).

737 Die Sendung Christi und des Heiligen Geistes vollzieht sich in der Kirche, dem Leib Christi und dem Tempel des Heiligen Geistes. Diese gemeinsame Sendung nimmt die Glaubenden in die Gemeinschaft Christi mit seinem Vater im Heiligen Geist hinein. Der Geist macht die Menschen bereit und kommt ihnen mit seiner Gnade zuvor, um sie zu Christus zu ziehen. Er offenbart ihnen den auferstandenen Herrn, erinnert sie an sein Wort und erschließt ihrem Geist den Sinn seines Todes und seiner Auferstehung. Er vergegenwĂ€rtigt ihnen das Mysterium Christi, vor allem in der Eucharistie, um sie mit Gott zu versöhnen, mit ihm zu vereinen und so „reiche Frucht“ bringen zu lassen (Joh 15,5.8) [Vgl. Job 15,16].

738 Die Sendung der Kirche kommt also nicht zu der Sendung Christi und des Heiligen Geistes hinzu, sondern ist deren Sakrament. Ihrem ganzen Wesen nach und in allen ihren Gliedern ist die Kirche gesandt, das Mysterium der Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit zu verkĂŒnden und zu bezeugen, zu vergegenwĂ€rtigen und immer mehr auszubreiten 
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„Wir alle, die ein und denselben Geist, den Heiligen Geist, empfangen haben, sind miteinander und mit Gott verschmolzen. Obwohl wir nĂ€mlich einzeln viele sind und Christus seinen und des Vaters Geist in jedem von uns wohnen lĂ€ĂŸt, fĂŒhrt dieser eine, unteilbare Geist die voneinander Unterschiedenen durch sich zur Einheit … und macht, daß in ihm alle gleichsam ein und dasselbe bilden. Und so wie die Macht der heiligen Menschennatur Christi bewirkt, daß alle, in denen sie sich befindet, einen einzigen Leib bilden, so fĂŒhrt meines Erachtens der eine, unteilbare Geist Gottes, der in allen wohnt, alle zur geistigen Einheit“ (Cyrill v. Alexandrien, Jo. 11,11).

739 Weil der Heilige Geist die Salbung Christi ist, spendet ihn Christus, das Haupt des Leibes, seinen Gliedern, um sie zu nĂ€hren, zu heilen, in ihren wechselseitigen Funktionen aufeinander abzustimmen, sie zu beleben, Zeugnis ablegen zu lassen, an seiner Hingabe an den Vater und seiner FĂŒrbitte fĂŒr die ganze Welt zu beteiligen. Durch die Sakramente der Kirche teilt Christus den Gliedern seines Leibes seinen heiligenden Heiligen Geist mit 
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740 Diese „großen Taten Gottes“, die den GlĂ€ubigen in den Sakramenten der Kirche angeboten werden, tragen ihre FrĂŒchte im neuen, dem Geist entsprechenden Leben in Christus 
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741 „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch fĂŒr uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26). Der Heilige Geist, der die Werke Gottes vollbringt, ist der Lehrmeister des Betens 
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830 Das Wort „katholisch“ bedeutet „allumfassend“ im Sinn von „ganz“ oder „vollstĂ€ndig“. Die Kirche ist katholisch in einem doppelten Sinn:

Sie ist katholisch, weil in ihr Christus zugegen ist. „Wo Christus Jesus ist, ist die katholische Kirche“ (Ignatius v. Antiochien, Smyrn. 8,2). In ihr ist der mit seinem Haupt vereinte Leib Christi in FĂŒlle verwirklicht [Vgl. Eph 1,22-23]. Sie erhĂ€lt somit von ihm „die FĂŒlle der Mittel zum Heil“ (AG 6), die er gewollt hat: das richtige und ganze Glaubensbekenntnis, das vollstĂ€ndige sakramentale Leben und das geweihte Dienstamt in der apostolischen Sukzession. In diesem grundlegenden Sinn war die Kirche schon am Pfingsttag katholisch [Vgl. AG 4] und sie wird es bis zum Tag der Wiederkunft Christi bleiben.

1076 Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes wurde am Pfingsttag die Kirche der Welt offenbar [Vgl. SC 6; LG 2]. Die Ausgießung des Heiligen Geistes lĂ€ĂŸt in der „Vermittlung des Mysteriums“ eine neue Zeit anbrechen: die Zeit der Kirche, in der Christus durch die Liturgie seiner Kirche sein Heilswerk kundtut, vergegenwĂ€rtigt und mitteilt, „bis er kommt“ (1 Kor 11,26). WĂ€hrend dieser Zeit der Kirche lebt und handelt Christus fortan in und mit seiner Kirche auf eine neue, fĂŒr diese neue Zeit eigene Weise. Er handelt durch die Sakramente. Die der Kirche des Ostens und des Westens gemeinsame Überlieferung nennt das „sakramentale Ökonomie“. Diese besteht in der Mitteilung (oder „Ausspendung“) der FrĂŒchte des Pascha-Mysteriums Christi in der Feier der „sakramentalen“ Liturgie der Kirche.

Wir werden deshalb zuerst die „sakramentale Ausspendung“ erklĂ€ren 
  und dann die Natur und die WesenszĂŒge der Liturgiefeier klarer zutage treten lassen 
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1287 Diese FĂŒlle des Geistes sollte jedoch nicht einzig dem Messias, sondern dem ganzen messianischen Volk mitgeteilt werden [Vgl. Ez 36,25-27; JoĂ«l 3,1-2]. Christus verhieß wiederholt die Ausgießung des Geistes [Vgl. Lk 12,12; Joh 3,5-8; 7,37-39; 16.7-15; Apg 1.8] und löste sein Versprechen vorerst am Ostertag ein [Vgl. Joh 20,22] und noch offensichtlicher am Pfingsttag [Vgl. Apg 2,1-4]. Vom Heiligen Geist erfĂŒllt, beginnen die Apostel „Gottes große Taten zu verkĂŒnden“ (Apg 2,11). Petrus erklĂ€rt, daß diese Ausgießung des Geistes Zeichen der messianischen Zeiten sei [Vgl. Apg 2,17-18]. Wer der Predigt der Apostel Glauben schenkte und sich taufen ließ, erhielt die Gabe des Heiligen Geistes [Vgl. Apg 2,38].

2623 Am Pfingsttag wurde der Geist der Verheißung ĂŒber die JĂŒnger ausgegossen. Sie „befanden sich alle am gleichen Ort“ (Apg 2,1), „verharrten dort einmĂŒtig im Gebet“ (Apg 1,14) und erwarteten den Heiligen Geist. Der Geist, der die Kirche lehrt und sie an alles erinnert, was Jesus gesagt hat [Vgl. Joh 14.26], wird sie auch zu einem Leben des Gebetes heranbilden.

Apostolisches Zeugnis an Pfingsten

599 Zum gewaltsamen Tod Jesu kam es nicht zufĂ€llig durch ein bedauerliches Zusammenspiel von UmstĂ€nden. Er gehört zum Mysterium des Planes Gottes, wie der hl. Petrus schon in seiner ersten Pfingstpredigt den Juden von Jerusalem erklĂ€rt: Er wurde „nach Gottes beschlossenem Ratschluß und Vorauswissen hingegeben“ (Apg 2,23). Diese biblische Redeweise besagt nicht, daß die, welche Jesus „verraten“ haben (Apg 3,13), nur die willenlosen AusfĂŒhrer eines Szenarios waren, das Gott im voraus verfaßt hatte.

597 BerĂŒcksichtigt man, wie geschichtlich verwickelt der Prozeß Jesu nach den Berichten der Evangelien ist und wie auch die persönliche Schuld der am Prozeß Hauptbeteiligten (von Judas, dem Hohen Rat, von Pilatus) – die Gott allein kennt – sein mag, so darf man nicht die Gesamtheit der Juden von Jerusalem dafĂŒr verantwortlich machen – trotz des Schreiens einer manipulierten Menge [Vgl. Mk 15,11.]und ungeachtet der allgemeinen VorwĂŒrfe in den nach Pfingsten erfolgenden Aufrufen zur Bekehrung [Vgl. Apg 2, 23. 36; 3,13-14; 4,10; 5,30; 7,52; 10,39; 13,27-28; 1 Thess 2,14-15.]. Als Jesus ihnen vom Kreuz herab verzieh [Vgl. Lk 23,24.], entschuldigte er – wie spĂ€ter auch Petrus – die Juden von Jerusalem und sogar ihre FĂŒhrer mit ihrer „Unwissenheit“ (Apg 3,17). Noch weniger darf man den Schrei des Volkes: „Sein Blut komme ĂŒber uns und unsere Kinder!“ (Mt 27,25), der eine BestĂ€tigungsformel darstellt [Vgl. Apg 5,28; 18,6.], zum Anlaß nehmen, die Schuld auf die Juden anderer LĂ€nder und Zeiten auszudehnen: Darum hat die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil erklĂ€rt: Was „bei seinem Leiden vollzogen worden ist, [kann] weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last gelegt werden. … Die Juden [sind] weder als von Gott verworfen noch als verflucht darzustellen, als ergĂ€be sich dies aus der Heiligen Schrift“ (NA 4).

674 Das Kommen des verherrlichten Messias hĂ€ngt zu jedem Zeitpunkt der Geschichte [Vgl. Röm 11,31] davon ab, daß er von „ganz Israel“ (Röm 11,26) [Vgl. Mt 23,39 Vgl. Lk 21,24] anerkannt wird, ĂŒber dem zum Teil „Verstockung liegt“ (Röm 11,25), so daß sie Jesus „nicht glaubten“ (Röm 11,20). Petrus sagt es nach Pfingsten zu den Juden von Jerusalem: „Also kehrt um, und tut Buße, damit eure SĂŒnden getilgt werden und der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lĂ€ĂŸt und Jesus sendet als den fĂŒr euch bestimmten Messias. Ihn muß freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkĂŒndet hat“ (Apg 3,19-21). Und Paulus sagt gleich ihm: „Wenn schon ihre Verwerfung fĂŒr die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod“ (Röm 11,15). Der Eintritt der „Vollzahl“ der Juden (Röm 11,12) in das messianische Reich im Anschluß an die „Vollzahl der Heiden“ (Röm 11,25) [Vgl. Lk 18,8; Mt 24,12] wird dem Volk Gottes die Möglichkeit geben, das „Vollmaß Christi“ (Eph 4,13) zu verwirklichen, in dem „Gott alles in allen“ sein wird (1 Kor 15,28).

715 Die Prophetentexte, welche die Sendung des Heiligen Geistes direkt betreffen, sind Weissagungen, in denen Gott in der Sprache der Verheißungen, im Ton der „Liebe und Treue“ zum Herzen seines Volkes spricht [Vgl. Ez 11,19; 36,25-28; 37,1-14;Jer 31,31-34 und JoĂ«l 3,1-5; von der letztgenannten Stelle wird der hI, Petrus sagen, sie habe sich am Pfingstmorgen erfĂŒllt:]. Diesen Verheißungen gemĂ€ĂŸ wird der Geist des Herrn in den „letzten Zeiten“ die Herzen der Menschen erneuern, indem er ihnen ein neues Gesetz einprĂ€gt. Er wird die zersprengten und getrennten Völker sammeln und miteinander versöhnen; er wird die erste Schöpfung umgestalten, und Gott wird in ihr mit den Menschen im Frieden zusammenleben.

Fortsetzung des Pfingstgeheimnisses in der Kirche

1152 Sakramentale Zeichen. Seit Pfingsten bewirkt der Heilige Geist die Heiligung durch die sakramentalen Zeichen seiner Kirche. Die Sakramente der Kirche schaffen den ganzen Reichtum der Zeichen und Symbole des Kosmos und des gesellschaftlichen Lebens nicht ab, sondern lĂ€utern und integrieren sie. Zudem lassen sie in ErfĂŒllung gehen, was der Alte Bund in Urbildern und Gestalten im voraus andeutete. Sie versinnbilden und verwirklichen das durch Christus gewirkte Heil, deuten im voraus auf die Herrlichkeit des Himmels hin und nehmen sie in gewisser Weise vorweg.

1226 Schon am Pfingsttag hat die Kirche die heilige Taufe gefeiert und gespendet. Der hl. Petrus sagt zu der Menge, die durch seine Predigt bis ins Innerste aufgewĂŒhlt war: „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner SĂŒnden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 2,38). Die Apostel und ihre Mitarbeiter bieten die Taufe allen an, die an Jesus glauben: Juden, GottesfĂŒrchtigen und Heiden [Vgl. Kol 2,12]. Stets erscheint die Taufe an den Glauben gebunden:

„Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus“ sagt der hl. Paulus zu seinem GefĂ€ngniswĂ€rter in Philippi. Und dieser „ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen“ (Apg 16,31.33).

1302 Die Liturgie verdeutlicht, daß das Sakrament der Firmung die Ausgießung des Heiligen Geistes in FĂŒlle bewirkt, wie sie einst am Pfingsttag den Aposteln zuteil wurde [Vgl. SC 71 1303].

1556 Um ihre hohe Sendung zu erfĂŒllen, „wurden die Apostel mit einer besonderen Ausgießung des Heiligen Geistes, der ĂŒber [sie] kam, von Christus beschenkt, und sie selbst ĂŒbergaben ihren Helfern durch die Auflegung der HĂ€nde die geistliche Gabe, die in der Bischofsweihe bis auf uns gekommen ist“ (LG 21).

Die Kirche, Gemeinschaft des Heiligen Geistes

767 „Als das Werk vollendet war, das der Vater dem Sohn auf Erden zu tun aufgetragen hat, wurde am Pfingsttag der Heilige Geist gesandt, auf daß er die Kirche immerfort heilige“ (LG 4). Damals „wurde die Kirche vor der Menge öffentlich bekanntgemacht, die Ausbreitung des Evangeliums unter den Heiden durch die VerkĂŒndigung nahm ihren Anfang“ (AG 4). Als „Zusammenrufung“ aller Menschen zum Heil ist die Kirche ihrer Natur nach missionarisch, von Christus zu allen Völkern gesandt, um alle Menschen zu JĂŒngern zu machen [Vgl. Mt 28,19-20; AG 2; 5-6].

775 „Die Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug fĂŒr die innigste Vereinigung mit Gott und fĂŒr die Einheit des ganzen Menschengeschlechts“ (LG 1). Das erste Ziel der Kirche ist, das Sakrament der tiefen Vereinigung der Menschen mit Gott zu sein. Weil die Gemeinschaft unter den Menschen in der Vereinigung mit Gott wurzelt, ist die Kirche auch das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes. In ihr hat diese Einheit schon begonnen, denn sie sammelt Menschen „aus allen Nationen und StĂ€mmen, Völkern und Sprachen“ (Offb 7,9). Gleichzeitig ist die Kirche „Zeichen und Werkzeug“ des vollen Zustandekommens dieser noch ausstehenden Einheit.

796 Die Einheit zwischen Christus und der Kirche, dem Haupt und den Gliedern des Leibes, besagt auch, daß die beiden zwar voneinander verschieden sind, aber in einer persönlichen Beziehung stehen. Dieser Aspekt wird oft durch das Bild von BrĂ€utigam und Braut zum Ausdruck gebracht. Daß Christus der BrĂ€utigam der Kirche ist, wurde von den Propheten angedeutet, und Johannes der TĂ€ufer verkĂŒndete es [Vgl. Joh 3,29]. Der Herr selbst hat sich als „der BrĂ€utigam“ bezeichnet (Mk 2,19) [Vgl. Mt 22, 1-14; 25,1-13]. Der Apostel stellt die Kirche und jeden GlĂ€ubigen, der Glied des Leibes Christi ist, als eine Braut dar, die er Christus dem Herrn „verlobt“ hat, damit sie ein Geist mit ihm sei [Vgl. 1 Kor 6, 15-17; 2 Kor 11,2]. Sie ist die makellose Braut des makellosen Lammes [Vgl. Offb 22,17; Eph 1,4; 5,27], die „Christus … geliebt“ und fĂŒr die er sich „hingegeben hat, um sie … rein und heilig zu machen“ (Eph 5,25-26), die er durch einen ewigen Bund mit sich verbunden hat und die er pflegt wie seinen eigenen Leib [Vgl. Eph 5,29].

„Der ganze Christus, Haupt und Leib, einer aus vielen … Rede nun das Haupt oder rede der Leib, immer redet Christus: er redet aus der Rolle des Hauptes [ex persona capitis] wie aus der des Leibes [ex persona corporis]. Wie steht es geschrieben? ‚Zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche‘ (Eph 5,31-32). Und der Herr selbst sagt im Evangelium: ‚Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch‘ (Mt 19,6). Es sind, wie ihr wißt, zwei Personen, und doch wiederum nur eine durch die eheliche Verbindung BrĂ€utigam nennt er sich selber als Haupt, Braut als Leib“ (Augustinus, Psal. 74,4).

798 Der Heilige Geist ist „in allen Teilen des Leibes das Prinzip jeder lebenspendenden und wirklich heilsamen Handlung“ (Pius XII., Enz. „Mystici Corporis“: DS 3808). Er bewirkt auf vielfĂ€ltige Weise die Auferbauung des ganzen Leibes in der Liebe [Vgl. Eph 4,16]: durch das Wort Gottes, „das die Kraft hat, aufzubauen“ (Apg 20,32); durch die Taufe, durch die er den Leib Christi bildet [Vgl. 1 Kor 12,13]; durch diejenigen Sakramente, die den Gliedern Christi Wachstum und Heilung geben; durch die „Gnade der Apostel“, die unter den Gnadengaben „hervorragt“ (LG 7); durch die Tugenden, die das gute Handeln bewirken; durch die vielfĂ€ltigen besonderen Gaben, die sogenannten Charismen, durch die er die GlĂ€ubigen „geeignet und bereit macht, verschiedene fĂŒr die Erneuerung und den weiteren Aufbau der Kirche nĂŒtzliche Werke und Dienste zu ĂŒbernehmen“ (LG 12) [Vgl. AA 3].

813 Die Kirche ist eine von ihrem Ursprung her. „Höchstes Vorbild und Urbild dieses Geheimnisses ist die Einheit des einzigen Gottes, des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist in der Dreiheit der Personen“ (UR 2). Die Kirche ist eine von ihrem GrĂŒnder her. Dieser, „der menschgewordene Sohn hat durch sein Kreuz alle Menschen mit Gott versöhnt und die Einheit aller in einem Volk und in einem Leib wiederhergestellt“ (GS 78,3). Die Kirche ist eine von ihrer Seele her. „Der Heilige Geist, der in den GlĂ€ubigen wohnt und die ganze Kirche erfĂŒllt und leitet, schafft diese wunderbare Gemeinschaft der GlĂ€ubigen und verbindet sie in Christus so innig, daß er das Prinzip der Einheit der Kirche ist“ (UR 2). Die Einheit gehört somit zum Wesen der Kirche:

„O welch geheimnisvolles Wunder! Einer ist der Vater aller Dinge, einer auch der Logos aller Dinge, und der Heilige Geist ein und derselbe ĂŒberall, und es gibt auch nur eine einzige jungfrĂ€uliche Mutter; ich liebe es, sie Kirche zu nennen“ (Clemens v. Alexandrien, pĂŠd. 1,6,42).

1097 In der Liturgie des Neuen Bundes ist jede liturgische Handlung, besonders die Feier der Eucharistie und der Sakramente, eine Begegnung zwischen Christus und der Kirche. Die liturgische Versammlung bildet eine Einheit kraft der „Gemeinschaft des Heiligen Geistes“, der die Kinder Gottes im einzigen Leib Christi versammelt. Sie geht ĂŒber die menschlichen, nationalen, kulturellen und gesellschaftlichen Bindungen hinaus.

1108 Die Sendung des Heiligen Geistes zielt in jeder liturgischen Handlung darauf hin, die GlĂ€ubigen mit Christus zu vereinen, damit sie seinen Leib bilden. Der Heilige Geist ist wie Saft vom Weinstock des Vaters, der in den Rebzweigen Frucht hervorbringt [Vgl. Job 15, 1-17; Gal 5,22]. In der Liturgie wirkt der Heilige Geist mit der Kirche aufs innigste zusammen. Er, der Geist der Gemeinschaft, bleibt unaufhörlich in der Kirche, und deshalb ist die Kirche das große Sakrament der Gemeinschaft mit Gott, das die verstreuten Kinder Gottes zur Einheit sammelt. Die Frucht des Geistes in der Liturgie ist zugleich Gemeinschaft mit der heiligsten Dreifaltigkeit und brĂŒderliche Gemeinschaft [Vgl. 1 Job 1.3-7].

1109 In der Epiklese wird auch darum gebetet, daß die Vereinigung der Gemeinde mit dem Mysterium Christi vollkommen wirksam wird. „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (2 Kor 13, 13) mĂŒssen stets bei uns bleiben und auch ĂŒber die Eucharistiefeier hinaus FrĂŒchte hervorbringen. Darum bittet die Kirche den Vater, den Heiligen Geist zu senden, damit dieser das Leben der GlĂ€ubigen zu einer lebendigen Opfergabe fĂŒr Gott mache: durch die geistige Umgestaltung nach dem Bild Christi, durch die Sorge um die Einheit der Kirche und durch die Beteiligung an seiner Sendung im Zeugnis und im Dienst der Liebe.

Foto: Taube – Bildquelle: Kathnews

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