Allerheiligen und Allerseelen

Die Läuterung im Fegefeuer.
Erstellt von Radio Vatikan am 2. November 2012 um 11:50 Uhr
Kreuzigung Christi

Das Hochfest Allerheiligen ist in der Weltkirche das Gedenken aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen. Auch die nur Gott bekannten Heiligen werden einbezogen. Jährliche Gedenken für Verstorbene gab es schon im frühen Christentum, in den östlichen Kirchen wurden solche Gedenktage – vor allem für die Märtyrer – seit dem 4. Jahrhundert begangen. Um die verschiedenen Gedenken zusammenfassen zu können, entstand ein einheitliches Hochfest.

Eingeführt wurde Allerheiligen in der westlichen Kirche mit Bonifaz IV., der um 609 eine jährliche Feier für die Märtyrer und Heiligen anordnete. Diese wurde zunächst am Freitag nach Ostern begangen. Zuvor hatte er das Pantheon in Rom, das in der Antike ein Heiligtum der römischen Götterwelt gewesen war, der Jungfrau Maria und allen Heiligen geweiht. Seit Papst Gregor III. wird Allerheiligen in der katholischen Kirche am 1. November begangen, Papst Gregor IV. dehnte den Gedächtnistag 839 auf die ganze Kirche aus. Seitdem feiern wir Allerheiligen und Allerseelen an den ersten beiden Novembertagen.

In den orthodoxen Kirchen wird Allerheiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen. An Allerseelen, das theologisch eng an die Lehre vom Fegefeuer geknüpft ist, gedenkt die katholische Kirche der Verstorbenen. Im Zentrum steht die Vorstellung der Läuterung und Vorbereitung auf den Himmel, deshalb ist Allerseelen für die Angehörigen ein Tag der Hoffnung. Erstmals wurde Allerseelen 998 auf Initiative des Benediktinerabtes Odilo von Cluny gefeiert.

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez