Aachen – Ort der Versöhnung für Deutsche und Franzosen

Der Erzbischof von Reims und Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz zelebrierte das Festhochamt im Aachener Dom und hielt die Festpredigt anlässlich des Todestages Karls des Großen am 28. Januar.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 27. Januar 2020 um 22:51 Uhr
Kaiser Karl der Große

Aachen (kathnews). Der 28. Januar ist der Sterbetag Karls des Großen. Er wird in Aachen, wenn er nicht gerade auf einen Sonntag fällt, immer am Sonntag davor gebührend gefeiert mit einem Pontifikalamt und einem Fest rund um Dom und Rathaus, also auf dem Areal der ehemaligen Pfalz Karls des Großen.

In diesem Jahr zelebrierte der Erzbischof von Reims, der französischen Partnerstadt Aachen, das Festhochamt im Aachener Dom. Wie die Stadt Karls des Großen so ist auch Reims Krönungsstadt. Aachen war die Krönungsstadt der Könige des Heiligen Römischen Reiches, Reims die Krönungsstadt der französischen Könige. Diese sahen auch in Karl dem Großen ihren Ahnherrn.

Der Reimser Erzbischof, Eric de Moulins-Beaufort, der auch Vorsitzender der französischen Bischofkonferenz ist, hielt seine Predigt auf Deutsch. Darin betonte er laut der Mitteilung des Bistums Aachen, dass „Aachen … für Deutsche und Franzosen der symbolische Ort“ sei, „wo sich beide Länder versöhnen“. Genau vor einem Jahr, am 22. Januar 2019, wurde in der Stadt Karls des Großen der „Vertrag von Aachen“ über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration unterzeichnet.

Der Erzbischof von Reims stellt auch die Frage nach der Legitimierung von Macht. „Der Herrscher des Frankenreichs, Karl der Große, sei gewalttätig und mächtig in seinem Regierungsverständnis gewesen, ‚aber als christlicher König hat er akzeptiert, nur im Auftrag einer größeren und höheren Macht zu handeln, um die Menschen frei zu machen’“, zitiert das Bistum Aachen Erzbischof Moulins-Beaufort.

Foto: Porträt Karls des Großen nach einem Orginal von Albrecht Dürer – Bildquelle: Kathnews