400 Priester wegen Missbrauch in Laienstand versetzt

Die Null-Toleranz-Politik Papst Benedikts XVI. gegenüber den Tätern.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 18. Januar 2014 um 16:59 Uhr
Papst Benedikt XVI.

Vatikan/Genf (kathnews). Wie „DIE WELT“ heute berichtet hat Papst Benedikt XVI. während seiner Amtszeit zwischen den Jahren 2011 und 2012 knapp 400 Priester aufgrund von Missbrauchsvorwürfen in den Laienstand versetzt. Entsprechende Statistiken habe Vatikansprecher Frederico Lombardi am Freitagabend bestätigt. 260 Priester wurden demnach 2011 wegen Pädophilie-Vorwürfen laisiert. Im Folgejahr wurden 124 Geistliche von den Rechten und Pflichten des Priesteramtes entbunden.

Der starke Anstieg der Laisierungen sei auf die deutliche Verschärfung der Normen zurückzuführen, welche Papst Benedikt XVI. zur Verfolgung von Pädophilie und Pornografie eingeführt hatte. Vorbereitet wurden die Statistiken für den vatikanischen Botschafter in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi. In den vergangenen Tagen war der Umgang des Vatikans mit Missbrauchstätern erneut in die Öffentlichkeit gerückt. Grund dafür war dem Bericht zufolge eine Überprüfung des Heiligen Stuhls durch das UN-Kinderrechtskomitee. Papst Franziskus führt die Linie Benedikts beständig fort. Noch vor wenigen Tagen hatte der Pontifex die Skandale in der katholischen Kirche scharf kritisiert und diese als „die Schande der Kirche” bezeichnet. Für pädophile Übergriffe gebe es „keine Entschuldigung“ unterstrich Erzbischof Tomasi. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Strafverfolgungen sei ausgebaut und die kirchlichen Richtlinien verschärft worden. Zudem gehe man neue Wege in der Prävention.

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Rvin88 / Wikipedia