Zwei Seminaristen nach Fehlverhalten entlassen

Bistümer geben Beschluss der Bischöfe Schick und Hofmann bekannt.
Erstellt von Radio Vatikan am 1. August 2013 um 20:32 Uhr
Marienberg Würzburg

Würzburg (kathnews/RV). „Antisemitismus hat in der Kirche keinen Platz“. Diese Überzeugung hat die Bischöfe von Bamberg und Würzburg, Ludwig Schick und Friedhelm Hofmann, dazu bewogen, zwei Seminaristen aus dem gemeinsamen Priesterseminar in Würzburg zu entlassen. Das gaben die Bistümer am Mittwoch bekannt. Nach Vorwürfen, Seminaristen hätten den Geburtstag Adolf Hitlers gefeiert und antisemitische Witze erzählt, hatten die beiden Bischöfe eine Kommission eingesetzt. Nach deren Bericht habe man zwei Seminaristen entlassen, über einen dritten Seminaristen sei noch nicht entschieden worden. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick äußert sich im Kölner Domradio zu den Gründen für dieses inakzeptable Fehlverhalten. „Es ist in unserer Gesellschaft so, dass es solche Witze gibt, dass Menschen auch zum Rassismus neigen. Die Kirche ist auch immer ein Teil der Gesamtgesellschaft. Wir wollen alles tun, dass solches antijüdisches und rassistisches Gedankengut in unserer gesamten Gesellschaft nicht vorhanden ist und wenn, dass es behoben wird. Da müssen wir bei uns selbst anfangen. Wer als Priester für eine menschenfreundliche Gesellschaft eintreten will, der muss von solchen Gedanken völlig frei sein.“

Dagegen hätten sich zunächst in den Medien geäußerte Vorwürfe eines „rechten Netzwerkes“ als unbegründet erwiesen, so die Bischöfe in ihren Statements am Mittwoch, auch für eine Geburtstagsfeier für Hilter seien keine Anhaltspunkte gefunden worden. Im Gegenteil seien die nicht betroffenen Seminaristen entsetzt und auch verletzt davon, in ein rechtsradikales Licht gerückt worden zu seien, hier seien pädagogische und spirituelle Anstrengungen nötig, so Bischof Hofmann. Erzbischof Schick betont noch einmal die Grundlagen, die für die Kirche gelten. „Wir haben eindeutige Aussagen in Nostra Aetate, dem Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils, über die nichtchristlichen Religionen, da steht was das Judentum angeht eindeutig, dass wir alle Missachtung, Verletzung, Verfolgung von unseren Geschwistern, den Juden, ablehnen und im Miteinander für eine Welt eintreten, in der alle leben können, Verschiedenheit in der Einheit.“ Ende Mai waren Norbert Baumann, Richter am Oberlandesgericht Bamberg, und drei weitere externe Gutachter von den Bischöfen mit der Untersuchung beauftragt worden. Alle Seminaristen wurden angehört, außerdem die für die Ausbildung verantwortlichen. Der abschließende Bericht hat über 200 Seiten und berichtet von rassistischen Äußerungen, „völlig inakzeptable und unerträgliche“ antijüdischen Witzen, ferner von dem Versuch der Verharmlosung und vom Unverständnis der beiden Betroffenen.

Foto: Marienberg Würzburg – Bildquelle: Christian Horva  / Wikipedia