Wallfahrt zu den Lübecker Märtyrern

3.500 Gläubige feiern Pontifikalamt mit Hamburgs Erzbischof Dr. Stefan Heße.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 26. Juni 2018 um 07:53 Uhr
Lübecker Dom

Lübeck (kathnews/HL-live). Am Samstag trafen sich viele Katholiken aus dem Erzbistum Hamburg in Lübeck. Grund war der 75. Todestag der vier Lübecker Märtyrer. Trotz des schlechten Wetters kamen laut Veranstalter rund 3.500 Gläubige zusammen. Rund 120 ehrenamtliche Helfer haben das Pilgerfest vorbereitet. Gefeiert wurde auf der Parade, der Domwiese, im Dom und auf der Freilichtbühne. So standen 1.800 Liter Suppe zur Verfügung, die an die Pilger und auch Passanten verteilt wurden.

Eine moderne Wallfahrt muss nicht zu Fuß stattfinden. „Ich bin mit dem Auto gekommen“, räumte Erzbischof Dr. Stefan Heße ein. Er habe einige Pfarrer mitgebracht. Die Geistlichen neigen aber dazu, immer zu sprechen. Deshalb habe man im Auto gebetet. Andere Gläubige kamen mit Reisebussen, dem Fahrrad oder der Bahn. Höhepunkt war eine Messe auf der benachbarten Freilichtbühne. Auch hier gab es leichten Regen, der aber die Stimmung nicht störte. Der Erzbischof erinnerte eindrücklich an die Realität im Nazi-Regime und das Schicksal der drei Lübecker Geistlichen.

Die drei katholischen Lübecker Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange und der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink hatten gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten protestiert. Wegen „Wehrkraftzersetzung, landesverräterischer Feindbegünstigung und Rundfunkverbrechen“ wurden sie 1943 in Lübeck zum Tode verurteilt und am 10. November im Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis ermordet. Die drei katholischen Geistlichen sind am 25. Juni 2011 in Lübeck seliggesprochen worden. Pastor Stellbrink wurde durch ein ehrendes Gedenken in die Feier einbezogen.

Textquelle: HL-live, Autor VG

Foto: Lübecker Dom – Bildquelle: Kathnews