Versteckspielen mit Gott

Ein Kommentar von Kathnews-Jugendredakteur Joachim Fuhr.
Erstellt von Joachim Fuhr am 23. März 2014 um 23:42 Uhr
Jesus übergibt Petrus die Schlüssel zum Paradies

Versteckspielen ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Spiele von Kindern. Jedoch spielen nicht nur Kinder verstecken, auch Jugendliche und vielleicht sogar Erwachsene tun dies – wenn auch auf eine andere Weise. Verstecken von peinlichen Sachen oder Begebenheiten im Leben von denen man nicht will, dass der Freund oder die Freundin sie herausbekommen. In gewissem Sinne baut man sich manchmal eine Maske auf, hinter der man sich versteckt.

Auch in der Bibel wurde schon verstecken gespielt, dies möchte ich an zwei Beispielen zeigen: Als erstes das Sonntagsevangelium des dritten Fastensonntages (Joh 4,5-42). Jesus kommt auf seiner Reise durch Samaria. Er kommt in ein Dorf und macht am Jakobsbrunnen halt. Seine Jünger gehen und besorgen etwas zu essen – Jesus bleibt alleine zurück. Nun kommt eine Frau an den Brunnen und Jesus fragt sie, ob sie ihm nicht etwas zu trinken reichen könne. Heutzutage könnte man sagen, dass sich nun ein Smalltalk zwischen Jesus und der Samariterin entwickelt – bis Jesus die entscheidende Frage stellt. Er sagte zu ihr: „Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her!“ (Joh 4,16). Wir alle kennen den weiteren Verlauf der Geschichte: die Frau hatte schon fünf Männer gehabt. Der Frau ist dies peinlich, denn sofort fängt sie mit einem Themenwechsel an (die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. (Joh 4,19-20)) und sie versucht sich dadurch schließlich zu verstecken. Das zweite Beispiel sind Adam und Eva, die, nachdem sie von dem Baum der Erkenntnis gegessen haben, sich im Garten Eden verstecken als sie Gott näher kommen hören (Gen 7 3,7-13). Erst als Gott sie ruft, kommen sie aus ihrem Versteck heraus.

Spielen wir nicht mit Gott auch manchmal verstecken? Diese Beispiele sind nicht gewiss die einzigen Beispiele von Versteckspielen in der Bibel, doch sie zeigen eines: Sowohl die Frau am Jakobsbrunnen als auch Adam und Eva verstecken sich, weil sie die Gebote Gottes gebrochen haben. Der Samariterin scheint es peinlich zu sein, Adam und Eva fürchten sich als sie die Schritte Gottes hören. Geht es uns nicht auch manchmal so, dass Dinge in unserem Leben peinlich sind vor Gott, dass wir Angst haben Gott könnte uns nicht verzeihen? Es ist leicht vollziehbar, dass man nicht gerne über seine schlechten und peinlichen Dinge nachdenkt – geschweige denn darüber redet. Doch Jesus will uns genau an diesen Punkten, die wir am liebsten vor ihm verstecken wollen. Jedoch ist Jesus nicht ein Feind der die Schwäche seines Gegners ausnutzen will, sondern er ist Freund. Diese Tatsache zeigt sich nach der Auferstehung Jesu: Jesus sagte Petrus er würde ihn dreimal verleugnen – Petrus tut dies (Joh 13,38). Als Jesus nun auferstanden ist ignoriert er Petrus nicht, sondern fragt ihn dreimal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?“ Er erinnert Petrus daran, dass er ihn verleugnet hat. Es muss deprimierend für Petrus gewesen sein und das zeigt auch seine letzte Antwort. Er gab ihm zu Antwort: „Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Und nun zeigt Jesus, dass er nicht unser Feind ist, sondern unser Freund. Er richtet ihn wieder auf: „Weide meine Schafe!“ Jesus will auch ihn in seiner Nachfolge haben, obwohl er ihn verleugnet hat.

Gerade in dieser Fastenzeit können wir uns vornehmen nicht mit Gott verstecken zu spielen. Wenn Jesus alle unsere Fehler mit an das Kreuz nimmt, dann tut er das um uns zu erlösen. Und dann passen wir auf, dass wir den Ruf Jesu nicht verpassen, der uns sendet, genauso wie er Petrus gesendet hat.

Foto: Jesus übergibt Petrus die Schlüssel zum Paradies – Bildquelle: Wikipedia