Treue zu Jesus Christus und dem Lehramt der Katholischen Kirche

Paderborner Priesterkreis reagiert mit einer Erklärung auf die Entscheidung von Erzbischof Becker, die "für die Veröffentlichung noch nicht reife" (Papst Franziskus), d.h. theologisch wie kirchenrechtlich höchst umstrittene pastorale Handreichung bzw. "Orientierungshilfe" im Bistum Paderborn umzusetzen, wodurch die Spendung der heiligen Kommunion an evangelische Partner einer konfessionsverschiedenen Ehe in Einzelfällen ermöglicht wird.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 4. Juli 2018 um 14:16 Uhr
Priesterkragen

Paderborn (kathnews/kath.net). Unter Berufung auf das, was die Kirche im Kathechismus der Katholischen Kirche (KKK) lehrt und folglich im geltenden Kirchenrecht (CIC/1983) normiert, hat der Paderborner „Priesterkreis Communio veritatis“ kritisch Stellung bezogen zur Entscheidung und Anweisung des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker, in seinem Bistum in Einzelfällen evangelischen Partner einer konfessionverschiedenen Ehe die heilige Kommunion zu spenden. Kathnews veröffentlicht im Folgenden den Text der Erklärung der Paderborner Priester, so wie sie ihn das katholische Internetportal kath.net wiedergegeben hat.

Erklärung

Der Priesterkreis Communio veritatis hat sich intensiv mit dem Vorstoß Erzbischof Beckers befasst, der den Kommunionempfang für protestantische Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe in sogenannten Einzelfällen ermöglichen will.

Wir stellen einmütig fest, dass diese Weisung unannehmbar ist.

Unsere Vereinigung erklärt dazu folgendes:

1. Grundsätzlich gilt: „Um die heilige Kommunion zu empfangen, muss man der Katholischen Kirche voll eingegliedert sein und sich im Stand der Gnade befinden“ (KKKK 291).

2. In der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia des hl. Papst Johannes Paul II. lesen wir: „Die Ablehnung einer oder mehrerer Glaubenswahrheiten über diese Sakramente […] hat zur Folge, dass der Bittsteller nicht für ihren rechtmäßigen Empfang disponiert ist“ (EdE 46). Es gehört zum Wesen des Protestantismus, nicht den vollen katholischen Eucharistieglauben zu haben.

3. Bezüglich Canon 844 § 4 CIC kann kein Diözesanbischof die Situation in einer konfessionsverschiedenen Ehe zur schweren Notlage erklären, um eine Interkommunion zu ermöglichen. (Kardinal Brandmüller sagte zur Deutung der schweren Notlage: „dass der Kanon sich auf Extremsituationen, wie sie in Krieg, Verfolgungen, auch Deportationen und Naturkatastrophen entstehen, bezieht“ (kath.net, 25.6.2018).

4. Canon 844 § 4 des katholischen Kirchenrechts stellt für den Kommunionempfang eines nichtkatholischen Christen unter anderem die notwendige Bedingung, dass ein Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufgesucht werden kann.

5. Die in Nummer 1401 des Katechismus der Katholischen Kirche beschriebene rechte Disposition schließt notwendig auch das Freisein von schwerer Sünde ein. Daraus ergibt sich, dass der Protestant in einer echten Notlage zunächst zum Bußsakrament geführt werden müsste.

6. Im Hinblick auf das ewige Heil gibt es in ziemlich seltenen Ausnahmefällen die Möglichkeit, einzelne nichtkatholische Christen zum Bußsakrament, zur Krankensalbung und zur Eucharistie zuzulassen. Das setzt jedoch voraus, dass bestimmte, außergewöhnliche, durch genaue Bedingungen gekennzeichnete Situationen (siehe oben 2 bis 5) – wobei alle Punkte zutreffen müssen – gegeben sind. Es ist die Pflicht eines jeden, sich treu daran zu halten (vgl. Papst Benedikt XVI., Sacramentum Caritatis, 56).

Der Priesterkreis Communio veritatis bleibt fest entschlossen, in allem Jesus Christus und dem beständigen Lehramt der Katholischen Kirche zum Heil der Seelen treu dienen zu wollen.

Foto: Priesterkragen – Bildquelle: Kathnews