„Teilgenommen und nicht bloß zugeschaut“

Pfr. Christoph Dörringer lädt Legionäre Christi zur Unterstützung der örtlichen Pfarrmission ein.
Erstellt von Joachim Fuhr am 25. April 2014 um 11:58 Uhr
Kreuzigung Christi

Wasserlosen (kathnews). Im Zeichen der Neuevangelisierung, zu der Papst Franziskus jeden Christen aufruft, lud die Pfarrei St. Maria Hilf und Pfarrer Christoph Dörringer, in Absprache mit dem Bistum Würzburg, die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi ein, die örtliche Pfarrmission zu unterstützen. Die Pfarrmission fand zwischen dem 16.4. und 20.4. statt. Die Pfarreigemeinschaft besteht aus Kirchen in den Dörfern Wasserlosen, Schwemmelsbach, Greßthal, Brebersdorf, Rütschenhausen und Kaisten im Landkreis Schweinfurt. Zur Pfarrmission kamen ca. 50 Jugendliche und Erwachsene als „Missionare“ in die Pfarreigemeinschaft, unter ihnen vier Priester der Legionäre Christi. Die kürzlich neu gewählten Pfarrgemeinderäte von St. Maria Hilf hatten ein Programm für die Gläubigen erarbeitet. Von Anfang war die Pfarrmission für die Gläubigen der Gemeinde gedacht. So formulierte es auch Pfarrer Christoph Dörringer in seinem Begrüßungswort in der Eröffnungsmesse in Wasserlosen: die Mission sei da, um „das Feuer neu in den Herzen der Gläubigen zu entfachen.“ Die jungen Missionare standen unter der Leitung von P. Martin Baranowski LC. „Ich wünsche mir, dass in den Tagen der Karwoche etwas von der Freude des Glaubens spürbar wird, welche die persönliche Freundschaft mit Jesus und die Gemeinschaft mit ihm und untereinander schenkt!“, sagte er zu Beginn dieser Tage.

Die Gäste verstanden sich selbst als Freunde, aber auch als Suchende im Glauben. Sie knüpften schon früh Kontakt zu den Gläubigen bei der Aufteilung in die Gastfamilien. In vielen persönlichen Gesprächen, vor allem nach den liturgischen oder außerliturgischen Veranstaltungen, kam es zu einem offenen und freundlichen Austausch. Dies schien anfangs nicht selbstverständlich, da es Bedenken bezüglich der Geschichte der Ordensgemeinschaft gab, denen sich die Ordensleute in Gesprächen persönlich stellten. Die Legionäre Christi haben zu Beginn des Jahres einen mehrjährigen Erneuerungsprozess abgeschlossen, der 2010 durch Papst Benedikt XVI. eingeleitet worden war. Im Februar 2014 bestätigte Papst Franziskus schließlich die neu gewählte Ordensleitung der Gemeinschaft am Ende eines Außerordentlichen Generalkapitels. Die Pfarrmission besteht grundsätzlich aus Hausbesuchen, bei denen die Missionare die Gläubigen zu den liturgischen Feiern während der Karwoche und Ostertage einladen. Dabei kommen die Missionare mit den Gläubigen ins Gespräch und lernen sich gegenseitig kennen. So beteiligten sich sehr viele Pfarrmitglieder am Seniorennachmittag am Mittwoch in Wasserlosen, die Kindergärten in den Dörfer wurden besucht und das große Passionsspiel am Karfreitag in der Dr. Maria-Probst-Halle, welches von den Jugendlichen der Pfarrei und den Missionaren gemeinsam eingeübt wurde, fand großen Anklang. Für die Jugendlichen und Kinder gab es am Mittwoch in der Karwoche außerdem eine „Rallye“ und ein „Gaudi-Fußballturnier“.

Die Missionare halfen besonders bei der Vorbereitung der liturgischen Feiern in der Karwoche mit: Gründonnerstagsmesse, Karfreitagsliturgie und die Osternachtsmesse. In jeder hl. Messe gab es eine Missionspredigt, in der die Priester der Gemeinde geistliche Impulse gaben. Am Gründonnerstag gab es in allen Kirchen eine Abendmahlsmesse. In Wasserlosen, wo P. Martin die hl. Messe zelebrierte, fand sogar eine Fußwaschung statt. Eine Besonderheit stellte die traditionell um sechs Uhr in der Früh gefeierte Osternachtsmesse in Greßthal da. Hierzu kamen besonders viele Gläubige. Danach ging es direkt zum Verabschiedungsfrühstück der Gemeinde für die Missionare im Pfarrheim.

Was bleibt eigentlich nach der Mission?

In den Tagen der Mission wurde in den Gemeinden der Same des Glaubens neu gelegt, wurde ein Feuer entzündet, welches brennt und sich nicht bloß als ein Strohfeuer entpuppt. In den vielfältigen Angeboten von hl. Messen, Anbetung, Ölbergstunde und Beichten gab es für die Gläubigen sowie für die Missionare Gelegenheit Feuer zu fangen und gestärkt aus diesem Osterfest hervorzugehen. Die Mission brachte nicht nur eine Stärkung des Glaubens, sondern sie gab auch den Gläubigen ein Bild von einer lebendigen Kirche; von wahrer Freundschaft, die sich zwischen den Missionaren und Gläubigen entwickelt hat; von Nächstenliebe bzw. von der Hingabe eines jeden einzelnen, welches zum wirklichen Gelingen der Pfarrmission beigetragen hat. Abschließend werden Gläubige, Pfarrer und Missionsteam sagen, dass in den fünf Tagen der Pfarrmission etwas Neues in den Herzen aller aufgebrochen ist. Dieses Neue hat nun Zeit zum Reifen und schließlich dann auch zum Frucht bringen.

Foto: Kreuzigung Christi – Bildquelle: Manuel Gómez