„Tag der Diakonin“ – Bald Weiheamt für Frauen?

ZdK und katholische Frauenverbände auf Abwegen.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 30. April 2014 um 18:25 Uhr
Priesterkragen

Berlin (kathnews/KNA). Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und katholische Frauenverbände haben ihre Forderung nach einer Zulassung von Frauen zum Diakonenamt bekräftigt. Das erklärten sie am Dienstagabend in Berlin bei ihrem dritten gemeinsamen „Tag der Diakonin“. Das katholische Kirchenrecht schließt Frauen vom Weiheamt aus. Allerdings ist umstritten, ob dies auch für das Amt des Diakons gilt. Im vergangenen Jahr regten Kurienkardinal Walter Kasper und der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, an, über ein eigenes Diakoninnenamt nachzudenken. Die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Maria Flachsbarth (CDU), forderte bei dem Aktionstag einen stärkeren Einbezug von Frauen in alle kirchlichen und diakonischen Strukturen. Dies sei wesentlich für eine Erneuerung der Kirche, betonte Flachsbarth, die auch Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist. Die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Maria Theresia Opladen, erklärte, in den Kirchengemeinden seien vor allem Frauen sozial engagiert. Es sei notwendig, „dies auch sakramental durch die Weihe zu bestätigen“. Sie wandte sich zugleich gegen den Vorschlag eines eigenen Diakoninnenamtes. „Ein solches Diakonat minderer Art lehnen wir ab“, betonte Opladen.

Die beiden Verbände repräsentieren nach eigenen Angaben zusammen über 700.000 Frauen. Die Landesvorsitzende der Berliner Grünen, Bettina Jarasch, bezeichnete als sehr hilfreich für das diakonische Engagement von Frauen, wenn es durch ein Weiheamt als „klarer Auftrag der Kirche“ bestätigt würde. Die Vorsitzende des „Netzwerks Diakonat der Frau“, Irmentraud Kobusch, wies das Argument zurück, die Frage eines Frauendiakonats könne nur auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden. Auch das nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) eingeführte Ständige Diakonat für Männer gebe es nicht in jedem Land, in dem die katholische Kirche vertreten sei. Zudem habe Papst Franziskus die Ortskirchen aufgefordert, ihre Eigenständigkeit stärker wahrzunehmen, so Kobusch. ZdK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel erklärte, Diakonie gehöre existenziell zur Kirche und habe auch eine politische Dimension. So müsse die Kirche stärker dafür eintreten, die Ursachen der weltweiten Fluchtbewegungen zu bekämpfen. Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“. Die vom jeweiligen Ortsbischof geweihten Diakone sind vor allem im karitativen Bereich tätig, unter anderem in der Sorge für kranke, alte und benachteiligte Menschen sowie in der Begleitung von Menschen in Not. Sie übernehmen aber auch Aufgaben in der Liturgie.

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Foto: Priesterkragen – Bildquelle: Kathnews