Pontifex empfängt Österreichs Bischöfe

Ergebnisse zur Vatikan-Umfrage über Ehe und Familie übergeben.
Erstellt von Katholische Nachrichten-Agentur am 30. Januar 2014 um 22:24 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews/KNA). Papst Franziskus hat am Donnerstag die Bischöfe Österreichs im Vatikan in Audienz empfangen. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner berichteten der österreichischen Presseagentur Kathpress im Anschluss von einer „ermutigenden“ und „aufbauenden“ Begegnung. Der Papst habe sich bedankt „für alles, was in der Kirche in Österreich geschieht“, und habe die Bischöfe zur Nähe zu den Menschen und zu Barmherzigkeit aufgerufen, so Lackner. Franziskus sei „ein großer Zuhörer; er gibt den Weg vor, aber es ist keine Einbahnstraße“, sagte der neue Salzburger Erzbischof. Franziskus legte den Bischöfen besonders das Gebet ans Herz. „Ihr habt alle sehr viel Arbeit, aber ich bitte euch, vergesst nicht das Gebet, das ist eure erste Arbeit“, zitierte Schönborn den Papst. Das gemeinsame Gespräch mit dem Papst war der Höhepunkt des fünftägigen sogenannten Ad-limina-Besuchs, zu dem sich die Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz noch bis Freitag im Vatikan aufhalten.

Alle fünf Jahre sind die katholischen Bischöfe der Weltkirche vom Kirchenrecht zu einem Besuch „an den Schwellen der Apostelgräber“ (lateinisch kurz: „ad limina“) im Vatikan verpflichtet. Zweck ist es, den Papst über die Situation in den einzelnen Bistümern zu informieren. Am Vormittag hatten die Bischöfe die österreichischen Ergebnisse der Vatikan-Umfrage über Ehe und Familie an den zuständigen Generalsekretär der Bischofssynode, Kurienerzbischof Lorenzo Baldisseri, übergeben. Sein Sekretariat ist mit der Vorbereitung der bevorstehenden Bischofssynoden über „Familie und Evangelisierung“ beauftragt. Die ausgefüllten Fragebögen wurden in Papierform sowie auf elektronischen Datenträgern übergeben. Kardinal Schönborn hatte im Vorfeld erklärt, alle Ergebnisse der Umfrage würden „eins zu eins“ weitergereicht. Mehr als 34.000 Antworten waren auf die päpstliche Umfrage zu Ehe und Familie in den katholischen Diözesen Österreichs eingegangen.

Demnach hat Religion in Beziehungen und Familien weiter einen großen Stellenwert. Das drücke sich beispielsweise in einer sehr hohen Zustimmung zur christlichen Erziehung von Kindern aus. In vielen Punkten wichen kirchliche Lehre und persönliche Einstellung der Katholiken aber auch deutlich voneinander ab. Die größte Diskrepanz gibt es demnach in Fragen der Empfängnisverhütung, des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen, bei vorehelichen Beziehungen und, weniger deutlich, hinsichtlich Homosexualität. Die überwiegende Mehrheit der Katholiken spricht sich dafür aus, dass Geschiedene, die wieder geheiratet haben, zu Kommunion und Beichte zugelassen werden. Ebenso groß ist die Mehrheit jener, die das kirchliche Verbot künstlicher Verhütungsmethoden ablehnen. Familienplanung ist nach ihrer Auffassung Sache einer selbstverantworteten Elternschaft. „Ich nehme Schmerz und Hoffnung wahr“, kommentierte Schönborn die Ergebnisse Mitte Januar.

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Foto: Petersdom – Bildquelle: M. Bürger, kathnews