Pius-Kloster entsteht in der Eifel

Deutsche Tochtergründung der Ordensgemeinschaft von Notre-Dame de Bellaigue.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 10. Juli 2013 um 12:50 Uhr
Missale Romanum

Monschau (kathnews). Kloster Reichenstein, ein ehemaliges Prämonstratenserkloster aus dem 12. Jahrhundert, welches der Säkularisierung zum Opfer fiel, liegt in der Nähe von Monschau an der deutsch-belgischen Grenze. Das französische Kloster Notre-Dame de Bellaigue übernahm das in private Hände gefallene Gut Reichenstein im September 2008 um dort ein Kloster im alten Usus nach der Benediktsregel einzurichten. Der Orden, der mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden ist, feierte bereits im Mai 2009 die Einsegnung der Klosterkirche durch den Prior der Gründerabtei Bellaigue. Nach einem Bericht der Aachener Zeitung vom 12. März 2010 kündigte die Bruderschaft die Gründung eines „der Tradition der Kirche verpflichteten neuen Benediktinerklosters im inzwischen neuheidnischen Deutschland“ an. Die Klosteranlage zu der über 32 Hektar Wald und ein Fischteich gehören ist idyllisch inmitten der ruhigen Natur der Eifel gelegen. Bereits Ende 2007 hatte die Diözese Aachen am Erwerb des Klosters durch die Traditionalisten scharfe Kritik geübt. Die Katholiken sollten wissen, „dass die Mönche keine offiziellen Angebote der römisch-katholischen Kirche machen“, so Bistumssprecher Franz Kretschmann. Die Kirchenzeitung des Bistums Aachen titelte im Februar 2010: „Da kommt nicht Gutes auf uns zu“.

Die Renovierungsarbeiten laufen bis heute in vollem Gange. Neben den Seminaristen aus Zaitzkofen bekommt die Ordensgemeinschaft Unterstützung von Laien, wie z.B. von der Katholischen Jugendbewegung (KJB) und Privatleuten. Langsam aber sicher vollzieht sich der Wiederaufbau der Klosteranlage. Im Jahre 2012 wurde mit fast zweimonatiger Verspätung Patrozinium gefeiert. Kloster Reichenstein ist der Muttergottes geweiht, dem Unbefleckten Herz Mariä. H.H. Pater Bernhard war zur Zelebration des levitierten Hochamts eigens aus Bellaigue nach Reichenstein gekommen. Zuvor gab es eine Anbetungsstunde um Priester- und Ordensberufungen. Am 7. März dieses Jahres, dem Fest des heiligen Thomas von Aquin, berichtete das zukünftige Benediktinerkloster in einem Baustellenbericht über den aktuellen Stand der Renovierungsarbeiten. „Im Mai 2008 haben wir das Anwesen „Gut Reichenstein“ gekauft… Wenn man die heutige Klosteranlage mit dem damaligen „Gut Reichenstein“ vergleicht, dann hat sich wahrlich schon einiges geändert und zum Besseren gewandt. Der deutlich größere Teil der Renovierungsarbeiten liegt aber noch vor uns. Trotzdem rückt der Zeitpunkt immer näher, an dem durch das Haupttor von Kloster Reichenstein eine kleine Schar von Mönchen aus dem Kloster Notre-Dame de Bellaigue schreiten und danach für immer in Reichenstein bleiben wird.“ Ein Wort des Dankes ging in dem Schreiben auch an das Land Nordrhein-Westfalen, welches die Sanierung und Erhaltung des ehemaligen Prämonstratenserklosters Reichenstein fördert.

Der konservative Orden geht auf seine Weise mit der Zeit. Moderne und umweltfreundliche Techniken zur Energiegewinnung kommen zum Einsatz. Sonnenkollektoren auf dem Dach des neuen Stalls werden installiert um während der Sommermonate das Wasser erwärmen zu können. Zum Zeitpunkt des Baustellenberichts war man mit der Planung und der Sanierung des Südflügels und des Neubaus der Sakristei an die bestehende Kirche beschäftigt. Bis dahin wurden die Nebengebäude saniert. Derzeit geht es an das zentrale Gebäude. Es sollen die Küche im EG mit verschiedenen Nebenräumen, und im 1. OG die ersten sechs Zellen für die Mönche eingerichtet werden. Als grobe Planung für die Baumaßnahme habe man sich zwei Jahre vorgenommen. Von der WAG (Wassergewinnungs- und Aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH) hat die Ordensgemeinschaft im letzten Jahr eine der ehemaligen Wiesen von Gut Reichenstein zur landwirtschaftlichen Nutzung zurückgekauft. Mit einer kleinen Schafherde möchte man im Herbst beginnen. S.H. Papst Benedikt XVI. förderte den Dialog mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. um einer drohenden Kirchenspaltung entgegen zu wirken. Die Gespräche zwischen dem Heiligen Stuhl und der Piusbruderschaft sind bis heute zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen.

Foto: Missale Romanum – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews