Papst: „Wir sind schwach, aber Gott stärkt uns“

Schwierigkeiten im Leben dem Wirken Gottes anvertrauen.
Erstellt von Radio Vatikan am 14. Juni 2012 um 16:18 Uhr
Papst Benedikt XVI. mit Prälat Gänswein

Vatikan (kathnews/RV). In schwierigen Momenten im Leben kann man immer auf die Hilfe Gottes rechnen. Daran erinnerte der Papst an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz. Die Menschen seien schwach, doch Gott schenke ihnen Stärke, so der Papst. Diesmal traf er die Pilger und Besucher nicht auf dem Petersplatz sondern in der Audienzhalle, zuvor nahm Benedikt XVI. die Renovierungsarbeiten beim Petersdom in Augenschein. Einen besonderen Gruß richtete der Papst an die Teilnehmer des 50. Eucharistischen Weltkongresses in Dublin. In seiner Katechesenreihe hat der Papst einen weiteren Gedanken des heiligen Paulus über das Gebet gewidmet.

„Der Apostel weist darauf hin, dass, wenn wir beten, immer auch Gott handelt. Gott zieht uns zu sich und lädt uns zur Betrachtung seines Wirkens an uns ein. Paulus bringt das im 2. Korintherbrief zum Ausdruck: Er spricht davon, dass seine eigenen Leistungen nebensächlich sind gegenüber dem, was Gott in ihm vollbracht hat.“ Paulus erläutere dies an einer mystischen Erfahrung, fügte der Papst an. „Diese wurde ihm geschenkt, doch zugleich hat er ein Leiden, einen Stachel im Fleisch erhalten, um nicht überheblich zu werden. Als er Gott um Befreiung von diesem Übel bat, hat der Herr ihm daraufhin gesagt: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“ (12,9). Diese Haltung tiefer Demut und festen Vertrauens wird die Grundlage für sein Gebet und sein Leben.“

Das Beispiel des Paulus mache die Gläubigen deutlich, dass die Nachfolge Christi und das Zeugnis für das Evangelium von Schwierigkeiten begleitet sein können. „Diese werden überwunden, wenn wir uns dem Wirken Gottes anvertrauen. Im betrachtenden Gebet lernen wir, jede Situation des Lebens anzunehmen und zu verstehen, dass in dem Augenblick, wo wir die eigene Schwäche spüren, sich die Vollmacht Gottes offenbart, die uns nicht im Stich lässt, sondern zur Stütze und Kraft für unser Leben wird. Gott wirkt durch unsere Schwachheit seine Wunder.“

Der christliche Glaube biete eine optimistische Sicht. „In einer Welt, die nur auf die Effizienz und auf die Macht der menschlichen Möglichkeiten vertraut, dürfen wir die Kraft des Gebets wiederentdecken und bezeugen, dass die Gegenwart des auferstandenen Christus in uns das Leben trägt und fruchtbar macht.“ Der Völkerapostel Paulus nehme eine besondere Stellung in der Kirche ein. „Die Worte und das Vorbild des heiligen Paulus laden uns ein, dem Gebet in unserem Alltag Raum zu geben. So wird sich unser Leben stets durch die Kraft der Liebe Gottes erneuern. Gott begleite euch mit dem Licht seiner Gnade.“

Foto: Papst Benedikt XVI. – Bildquelle: Andreas Gehrmann