Papst äußert sich kritisch zu Medjugorje

Ein Beitrag von Felizitas Küble.
Erstellt von Felizitas Küble am 15. Mai 2017 um 08:50 Uhr
St. Jakobus, Medjugorje

Medjugorje (kathnews/CF). Seit über 35 Jahren erscheint in der bosnischen Pfarrei Medjugorje laut Angaben von Seher/innen regelmäßig die himmlische Madonna, um Botschaften für die Gläubigen und „die ganze Welt“ zu übermitteln. Bislang soll es dort über 42.000 Erscheinungen und Visionen gegeben haben, was allein von der Häufigkeit her betrachtet in der Kirchengeschichte komplett aus dem Rahmen fällt. Die zuständigen Ortsbischöfe (erst Zanic, dann Peric) lehnen diese Privatoffenbarungen deutlich ab und haben ausführliche Schriften zur Begründung ihres Standpunktes veröffentlicht. Darin wird neben theologischen Einwänden vor allem die Glaubwürdigkeit mehrerer Personen aus der Seherschar infrage gestellt.

Auch Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Glaubenskongregation in Rom, hat sich seit Jahren skeptisch über dieses Phänomen geäußert. Noch unlängst betonte er, die Pastoral – also Seelsorge an den Gläubigen – dürfe nicht auf „falschen Grundlagen“ aufbauen. Mit anderen Worten: Der Zweck heilige nicht die Mittel. Laut einem aktuellen Bericht der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“ hat sich Papst Franziskus nun diesen kritischen Stellungnahmen angeschlossen. Er sprach auf seinem Rückflug von Fatima nach Rom vor Journalisten von „angeblichen“ aktuellen Marienvisionen in Medjugorje. Die Gottesmutter leite kein Telegrafenamt, das täglich eine Nachricht schicke, so der Pontifex weiter. Solche vermeintlichen Erscheinungen hätten seiner „persönlichen Meinung“ zufolge keinen großen Wert.

Textquelle: Christliches Forum

Foto: St. Jakobus, Medjugorje – Bildquelle: Wikipedia / Mariusz Musiał