Niederländische Bischöfe geben Richtlinien für die Kar- und Osterliturgie

Offizielles Schreiben an die Seelsorger seitens der Bischöfe.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 3. April 2012 um 19:44 Uhr
Kreuzigung Christi

Utrecht  (kathnews). Die Niederländische Bischofskonferenz hat sich vor  Palmsonntag in einem offiziellen Schreiben an alle in der Seelsorge Verantwortlichen gewendet. In dem Schreiben geben die Bischöfe konkrete Richtlinien für die Feier der Kar- und Osterliturgie.  Sie erklären, dass sie alle Gläubigen anspornen wollen, den liturgischen Höhepunkt des Kirchenjahres in seinem vollen Reichtum sowohl in bezug auf seinen Inhalt als auch in bezug auf  seine liturgische Gestalt so würdig wie möglich zu feiern.

Entfremdung

Die Bischöfe sahen sich zu den konkreten Regeln für die liturgischen Feiern der Kar- und Osterliturgie u.a. veranlaßt wegen der geringeren Teilnahme von Gläubigen an den liturgischen Feiern der Karwoche in den letzten Jahren. Das habe hier und da zu der Praxis geführt, in den Pfarrgemeinden die Liturgie der Kar- und Ostertage zu vereinfachen und zu verkürzen. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass die Kürzung der Feiern nicht zu einer Teilnahme von mehr Gläubigen führe. Zudem erinnern die Bischöfe an Ihren Brief zum Fronleichnamsfest 2008. Darin hatten sie darauf hingewiesen, dass eine Eucharistiefeier am Sonntag nicht durch einen Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung ersetzt werden könne, da solche Feiern dazu führten, dass die Gläubigen von der Eucharistie entfremden. Auf dem Hintergrund der zentralen Bedeutung des Ostertriduum als Höhepunkt des Kirchenjahres sei es von höchster Wichtigkeit, dass die Gläubigen die Gelegenheit haben, an den liturgischen Feiern der Kar- und Ostertage in ihrem ganzen Reichtum teilzunehmen.

Zentrale Kirchen

Die Bischöfe erinnern in ihrem jüngsten Schreiben an die Regeln für die Feier vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, die Leidensfeier am Karfreitag und die Ostervigil in der Osternacht. Sie beziehen sich dabei vor allem auf das Schreiben der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentendiziplin “Paschalis Sollemnitatis” vom 16. Januar 1988. Danach sollen die liturgischen Feiern des österlichen Triduum in Kathedral- und Pfarrkirchen gefeiert werden, wo eine große Teilnahme von Gläubigen möglich ist. Darum sei es angemessen, wenn kleine Geimeinschaften, Vereine und besondere Gruppen in diesen Kirchen zusammenkommen, um die heilige Liturgie der Kar- und Ostertage in der bestmöglichen Form zu feiern.

Nur Priester

Die niederländischen Bischöfe weisen ferner mehrmals und ausdrücklich darauf hin, dass ausnahmslos alle Feiern des Ostertriduum nur unter der Leitung eines Priesters stattfinden können. Die Kar- und Osterliturgie sehe nicht vor, dass ein Diakon oder ein Laie ihr vorsteht.  An keinem der Kar- und Ostertage darf ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung abgehalten werden, auch nicht bei Abwesenheit eines Priesters.