Neues Gotteslob angeblich voller Fehler

Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath bei Aachen führt das neue Gebetbuch nicht ein.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 9. Dezember 2013 um 16:02 Uhr
Aachener Dom

Aachen (kathnews). Der Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff bewirbt in seinem Bistum das neue Gotteslob als eine große Chance. Bereits 85.000 Exemplare seien ausgeliefert, davon 70.000 Exemplare an die Pfarreien des Bistums, berichtet Karl Stüber in den ‚Aachener Nachrichten‘ vom 5. Dezember 2013. Im Einhard-Verlag laufen die Druckmaschinen auf Hochtouren um den Bedarf zu decken. Aber nicht alle Pfarrgemeinden wollen die vermeintlich große Chance ergreifen. Die Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath wird das neue Gotteslob erst ein Mal nicht einführen. Im aktuellen Pfarrbrief ist zu lesen: „Nach Beratungen im Pfarreirat und Kirchenvorstand schaffen wir als Pfarrgemeinde das neue ‚Gotteslob‘ als Gebet und Gesangbuch (noch) nicht an.“ Weiter: „Der Grund dafür ist die hohe Anzahl erheblicher fachlicher und inhaltlicher Mängel angesichts der hohen Anschaffungskosten von circa 12.000 Euro. Hinzu kommt der Verlust von über 40 Liedern aus unserem Gemeinderepertoire.“

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein neues Buch!“ Aber wenn schon ein neues Gotteslob erarbeitet wird, so sollte dieses jedoch eine Weiterentwicklung, also eine Verbesserung sein. „Das ist aber ein Buch voller Fehler“. Selbst der neuen Liturgie des Vaticanums werde das Buch nicht immer gerecht. Es seien zehn Jahre Vorarbeit geleistet worden, aber letztlich sind Zeit und Geld „durch den Schornstein gegangen“. Pfarrer Dr. Rodheudt fordert daher eine Überarbeitung des neuen Gotteslobs. Rolf-Peter Cremer, Leiter im Bistum der Abteilung Pastoral, Schule und Bildung, lehnt den Sonderweg der Herzogenrather Pfarrei ab. „Der Wille des Bischofs ist bekannt. Die Menschen in der Pfarrei St. Gertrud werden merken, dass sie abgehängt sind vom Gesang und Gebet, der in allen anderen Pfarreien unseres Bistums, Standard ist“, so Cremer. Das letzte Wort im Gotteslob-Streit zwischen dem Bistum Aachen und der Herzogenrather Pfarrei wird aber sicherlich noch nicht gesprochen sein.

Foto: Aachener Dom – Bildquelle: Kathnews