Martin Luther gleich Marcel Lefebvre?

Dogmatisierung des Konzils.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 2. August 2012 um 00:31 Uhr
Hl. Messe bei der Piusbruderschaft

Vatikan (kathnews). Wie die Interseite pius.info berichtet, hat Kardinal Koch nach einem Bericht der KNA eine Parallele zwischen Martin Luther und der Priesterbruderschaft Pius X. gezogen. Die Traditionalisten müssten sich fragen wo sie stehen, da die Piusbruderschaft offensichtlich davon ausgehe, dass das II. Vatikanische Konzil Fehler begangen habe. „Dass Konzile auch irren können, ist allerdings eine Behauptung, die auf Martin Luther zurückgeht“, so Koch.

Daraufhin antwortete die Priesterbruderschaft Pius X. wie folgt: „Ein Konzil ist unfehlbar, wenn es eine Glaubenslehre definiert, und das hat Martin Luther bestritten. Die Kirche hat aber nie behauptet, dass alles, was sich irgendwo in den Texten eines Konzils findet, unfehlbar ist. Die Texte des letzten Konzils, das sich ausdrücklich als bloßes Pastoralkonzil verstanden wissen wollte, können schon gar nicht den Anspruch auf dogmatische Verbindlichkeit erheben. Erzbischof Lefebvre hat mehrmals die Unehrlichkeit dieses Vorgehens gebrandmarkt: Während des Konzils sagte man, man müsse sich nicht mit dogmatischer Genauigkeit ausdrücken, da man als bloßes Pastoralkonzil handle.

Nach dem Konzil begann man dann, die Texte zu dogmatisieren, wie es jetzt wieder Kardinal Koch getan hat: Es gebe zwar formale Unterschiede zwischen den Textgattungen, aber kaum hinsichtlich der inhaltlichen Verbindlichkeit. Immerhin hat ein anderer Kardinal, nämlich Walter Brandmüller, im Mai bestätigt, dass die Konzilsdokumente über den interreligiösen Dialog und die Religionsfreiheit keinen dogmatisch bindenden Inhalt besäßen.“

Foto: Hl. Messe bei der Piusbruderschaft – Bildquelle: fsspx.info